ARM zeigt sich zuversichtlich – Kommt 2014 das 20€ Smartphone ?

arm-zeigt-sich-zuversichtlich-kommt-2014-das-20e-smartphoneEs ist eine der schönen Auswirkungen der kapitalistischen, digitalisierten Gesellschaft: High-End Technologie, die eigentlich jeden von uns begeistern sollte, etwa Smartphones, vollwertige Computer, die in die Hosentasche passen, wird immer erschwinglicher, jeder kann sich den Luxus leisten. Nachdem Mozilla, um sein Firefox OS zu bewerben, vor kurzem ein 25 Dollar Smartphone in Aussicht stellte, will ARM die Messlatte tiefer legen: wie auf der Website des Chipherstellers zu lesen ist, werde es 20-Dollar Modelle noch in diesem Jahr geben.

Großteil der Welt zu arm für High-End Modelle

Das Problem sei laut ARM, dass sich mit den teuren Spitzenmodellen kaum Geld machen lasse, weil der Großteil der Weltbevölkerung sich diese ohnehin nicht leisten könnte, beispielsweise die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Deswegen prognostiziert ARM, dass 2018 erstmals eine Milliarde Einsteigergeräte für unter 150 Dollar verkauft werden (was einer Steigerung um rund 100% entspricht). Die gesamte Entwicklung solle wohl insgesamt hin zu diesen Einsteigern gehen, auch wenn nicht klar ist, welche Auswirkungen das auf Software, Nutzungsverhalten und Marktdominanz der Hersteller haben wird.

20 Dollar Smartphone – Minimum mit iPhone Komponenten

Wie sich ARM das 20 Dollar Smartphone vorstellt, geht ebenfalls aus den Unterlagen hervor: der Arbeitsspeicher wird nicht mehr als 256 MB betragen (aktuelle Spitzenmodelle haben zum Teil das zehnfache), was gut angepasste Software voraussetzt, im Inneren könnte ein ARM Cortex-A5 Singlecore Prozessor verbaut sein, der sich 2007 auch im ersten iPhone befunden hatte und somit stark veraltet ist, 2.5G, was nicht zum schnellen Surfen, aber zumindest einfachere Aufgaben unterwegs geeignet ist, sowie WLAN, um zumindest zu Hause schnell zu surfen. Alle weiteren Daten sind noch unklar, die Leistungsfähigkeit ist damit allerdings umrissen und auf einem sehr niedrigen Niveau.

Noch günstigere Smartphones werde es den Prognosen zufolge nicht geben, da sich die Komponenten einfach nicht günstiger produzieren ließen (die Hersteller müssten andernfalls, ähnlich wie bei den Kindle Geräten, ihre Hardware massiv subventionieren), die Leistungsfähigkeit werde aber mit der Zeit zunehmen. ARM erstellt derartige Prognosen, weil es für den Prozessorenhersteller, seine Lizenznehmer und alle anderen Hardwareunternehmen im mobilen Sektor unheimlich wichtig ist, das Potential der Schwellenmärkte zu erkennen und schnellstmöglich zu nutzen, ehe sich regionale Anbieter durchsetzen.

Alles in allem sollte man die neue Studie von ARM als das ansehen, was sie ist: Theorie. Doch wenn man sich das 25 Dollar Smartphone von Mozilla ansieht, scheint diese bald Realität zu werden. Einerseits ist es gut, wenn auch sozialschwächere Schichten und Länder in den Genuss der technischen Errungenschaften unserer Zeit kommen, andererseits werden die immer günstigeren Preise nicht nur mit Niedriglöhnen für die Mitarbeiter der Fertiger, sondern auch mit immer kürzeren Nutzungszyklen und zu Lasten der Umwelt erzielt. Ob es das wert ist ?

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