NSA Leak: USA unterhält mehrere soziale Netzwerke in Krisenregionen

nsa-leak-usa-unterhaelt-mehrere-soziale-netzwerke-in-krisenregionenDie Enthüllungen über das Handeln der NSA reißen nicht ab: erst kürzlich wurde bekannt, dass die USA kritische Sicherheitslücken (wie etwa den Heartbleed-Bug, der es ermöglichte, auf unzähligen Websites die bekannte SSL Verschlüsselung auszuhebeln und so an Daten zu kommen) zurückhält, obwohl sie der Regierung lange bekannt sind. Angeblich geschehe dies zum Schutz, im Lichte der Leaks von Edward Snowden muss man jedoch vermuten, dass sie auch aktiv ausgenutzt werden, um an noch mehr Daten zu kommen. Eine weitere Nachricht zeigt nun, dass die US-Geheimdienste auch abseits der reinen Überwachung interagieren und moderne Technologie nutzen, um die Meinungsbildung in Krisenregionen aktiv zu beeinflussen.

SMS-Netzwerk in Kuba

Aus neuen Veröffentlichungen der New York Times geht hervor, dass man nicht nur ein, wie im April berichtet, SMS-Netzwerk in Kuba unterhalten hat, wobei sie sich auf Mitarbeiter der US-Regierung beruft. Angeblich gibt es ähnliche Konzepte wie soziale Netzwerke in Afghanistan, Pakistan und Kenia, die allesamt von den vereinigten Staaten finanziert  werden. Man nutzt die Projekte angeblich, um entweder interne Konflikte beizulegen oder eine positive Meinung hinsichtlich der USA zu fördern. Obwohl die Netzwerke in Afghanistan und Pakistan angeblich schon abgeschaltet seien, laufe es in Kenia weiter und sei der Ausgangspunkt für weitere Unternehmungen in Nigeria und Simbabwe.

Das im April in den Fokus der Öffentlichkeit geratene ZunZuneo in Kuba war eine Art von Twitter-Klon, der sich über SMS organisierte, der kubanischen Regierung schaden sollte und von mehr als 40.000 Menschen genutzt wurde. Besonders ironisch ist dabei, dass die USAID die Operation betreute, eine Behörde für Entwicklungsarbeit.

Rechtfertigung Demokratiesierung

Die nun bekanntgewordenen Projekte werden angeblich von verschiedenen Behörden mit Geldern in Millionenhöhe unterstützt: das Außenministerium hat Humari Awaz oder Our Voices mit einer Millionen Nutzern und einer Millionen US-Dollar in Pakistan aufgebaut, wobei die Regierung hier offen ihre Mitarbeit bekundete, Projekte in Afghanistan liefen vollkommen geheim ab und das kenianische Yes Youth Can habe laut Aussagen von Behörden dazu geführt, dass es bei der Wahl 2013 keinerlei Ausschreitungen gab, wohingegen 2007 rund 1500 Menschen umkamen.

Bleibt die Frage, wie mit den Leaks umzugehen ist: die betroffenen Länder werden kaum etwas gegen diese perfide Form der Überwachung  und Beeinflussung tun und die USA sieht sich nach wie vor als Weltpolizei, die sich jeder Kontrollinstanz entzieht und beansprucht, richtig und im Sinne einer freien, demokratischen Welt zu handeln. Wir sehen die sozialen Netzwerke der US-Regierung zumindest kritisch und sind überzeugt, dass das Treiben der USA und NSA damit noch nicht vorbei ist.

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