Microsoft wagt den Vorstoß – In Zukunft können Nutzerdaten im eigenen Land gespeichert werden

microsoft-wagt-den-vorstoss-in-zukunft-koennen-nutzerdaten-im-eigenen-land-gespeichert-werdenMicrosoft zählt zu einem der größten IT-Konzerne auf der ganzen Welt und verfügt dank seiner vielfältigen Dienste wie Windows Phone, Windows, der gesamten Serverarchitektur des Konzerns, Bing mit allen zusätzlichen Diensten, MS Office,  die Xbox, Skype oder Visual Studio über eine schier unüberschaubare Menge an Nutzerdaten, die gleichauf mit den Sammlungen anderer Großkonzerne wie Apple oder Google liegt – und an denen auch die NSA interessiert ist. Das Unternehmen aus Redmond geriet in die Kritik, als die Fakten über das Überwachungsprogramm des US-Geheimdienstes von Whistleblower Edward Snowden enthüllt wurden, denn es beteiligt(e) sich angeblich aktiv daran, Zugänge bereitzustellen. Nun ist Microsoft zu einem Vorstoß bereit, den andere Unternehmen noch nicht gewagt haben und der die NSA empfindlich einschränken dürfte: man will allen Kunden die Möglichkeit geben, Nutzerdaten nur noch auf Servern im eigenen Land zu speichern.

Massiver Fortschritt in Sachen Datenschutz

Obwohl Datenschützer und auch Kunden diesen Schritt schon seit geraumer Zeit fordern, zierten sich die Unternehmen bislang, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, wohl auch, weil es sich um ein großes Vorhaben handelt, das einige Zeit in Anspruch nimmt, um realisiert werden zu können.  Die Vorteile sind dabei, dass Nutzerdaten eventuell nicht mehr über die Knotenpunkte übermittelt werden müssen, die von der NSA oder dem GCHQ kontrolliert werden, und dass die Daten den Gesetzen des jeweiligen Landes unterliegen, was einen Vorteil in eventuellen Verfahren bedeuten könnte.

Der Microsoft Berater Brad Smith äußerte sich in einem Interview wie folgt: „Die Menschen sollten die Möglichkeit haben zu wissen, ob ihre Daten den Gesetzen eines anderen Landes unterliegen und entscheiden können, wo ihre Daten tatsächlich liegen.“ Zudem ist er davon überzeugt, dass es sich um einen notwendigen Schritt handele, der angesichts der Geheimdienste nicht länger warten könne. Dass dabei im Hintergrund auch die Imagepflege eine Rolle spielt und dass es nach wie vor gewaltige Sicherheitsprobleme gibt, ist zwar wichtig, ändert jedoch nichts daran, dass die Umsetzung der regionalen Datenspeicherung einen Fortschritt bedeutet.

Die Industrie rebelliert

In diesem Zusammenhang ist interessant, dass andere Unternehmen bislang vor allem aus finanziellen Gründen von nationalen Datencentern absehen, eine Ausrede, die für kleinere Firmen durchaus berechtigt ist, bei Google, Apple und Co. aber keine Rolle spielt. Ein Datenschützer in den USA kommentierte den Schritt von Microsoft wie folgt: „Die Menschen sollten die Möglichkeit haben zu wissen, ob ihre Daten den Gesetzen eines anderen Landes unterliegen und entscheiden können, wo ihre Daten tatsächlich liegen.“ Wir hoffen, dass weitere Firmen dem mutigen Beispiel folgen und uns mehr Kontrolle über unsere Nutzerdaten geben.

Neben Microsoft engagiert sich vor allem Google gegen die NSA: sicherere Verschlüsselungsverfahren, bessere Sicherheitsmaßnahmen zur Kommunikation zwischen den Servern, Projekte die das Beheben sicherheitsrelevanter Schwachstellen in Open Source Software finanziell unterstützen und eine stärkere Gewichtung der Sicherheit im Bereich Android sind eine Zusammenfassung der bisher getroffenen Maßnahmen, um die NSA auszusperren.

Die Zukunft wird zeigen, ob Microsoft der einzige Anbieter ist, der in Zukunft auf Serverzentren im eigenen Land sitzt, ob die NSA sich von diesem Schritt beeindruckt zeigt und wie die Nutzer von ihren neuen Möglichkeiten Gebrauch machen, im Moment handelt es sich jedoch erst einmal um eine überfällige und gute Idee gegen den Überwachungswahn.

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