Nanooq – Unternehmen zeigt angepasste Firefox OS Version mit Fokus auf Kundenwünschen

nanooq-deutsches-unternehmen-zeigt-angepasste-firefox-os-version-mit-fokus-auf-medienkonsumNeben Android, iOS und mittlerweile auch Windows Phone scheint es keinen Platz für ein weiteres mobiles Betriebssystem zu geben, zu groß sind Dominanz und Vorsprung der drei Platzhirsche, sowohl in Hinblick auf die verwendete Technologie, als auch auf das Marketing, das betrieben wird. Dennoch lassen sich kleinere Systeme nicht davon abhalten, ihren Anteil am Smartphone Markt zu fordern, dazu gehören neben prominenten Vertretern wie Blackberry 10 OS auch weniger bekannte Alternativen alla Sailfish OS bzw. Jolla oder Ubuntu for Phones. Firefox OS ist einer dieser Bewerber, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein komplett offenes, einfaches und besonders für Einsteiger und günstige Geräte geeignetes System anzubieten; Hersteller Mozilla hat durch den Browser Firefox bereits Erfahrung im Bereich Webentwicklung und Webanwendungen, während man andere Aspekte von Grund auf entwickeln musste. Aufgrund der Tatsache, dass der Quellcode von jedem einsehbar und modifizierbar ist, ist die Android Alternative sehr flexibel, wie Net Mobile zeigt: ihre Variante Nanooq basiert auf dem Grundgerüst von Firefox OS, passt die Oberfläche jedoch an und bietet zusätzliche Funktionen, die auf die Wünsche von Kunden fokussiert sind.

Nanooq ist schneller als das Original

Die ersten Bilder zur Alternative Nanooq gibt es bereits jetzt, obwohl Firefox OS für Tablets erst Anfang 2014 vorgestellt werden wird und man noch nicht genau weiß, welche Funktionen, welches App Angebot und welches Design die Finale Version anbieten wird. Das Betriebssystem von Net Mobile ist insbesondere für den Einsatz auf Tablets konzipiert und füllt damit eine Marktlücke, da bis auf Apple kein Hersteller eine (nahezu) perfekte Umsetzung des eigenen Systems auf den mobilen Computern vorzuweisen hat.

Obwohl sich Analysten und auch Entwickler einig sind, dass Firefox OS noch einen weiten Weg vor sich habe, ehe es Anklang beim Massenmarkt finden kann, sehen die Entwickler von Nanooq Potential in einem System, das ausschließlich auf Webanwendungen aufbaut und den  Aspekt der Quelltextoffenheit so stark priorisiert. Derzeit kämpft das Originalsystem damit, dass das in Deutschland erhältliche Firefox Phone, das Alcatel One Touch Fire, kaum günstiger ist als Android Einstiegsgeräte und somit keinen Mehrwert bietet, zumal elementar wichtige Anwendungen fehlen.

Net Mobile setzt auf Kompatibilität und Exklusivität

Die Idee hinter Nanooq ist laut Net Mobile, dass man ein System für Unternehmenskunden anbieten will, die für ihre Tablets ganz besondere Anforderungsbereiche abgedeckt wissen wollen und aus diesem Grund kann man die Software an die individuellen Wünsche von Kunden anpassen. Zudem ist die Kompatibilität gewährleistet, indem Firefox OS Anwendungen auch auf dem Konkurrenten mit gleichem Unterbau installiert und genutzt werden können. Darüber hinaus sind die Entwicklungskosten von Anwendungen durch die Web Technologien von Firefox OS, verglichen mit denen von nativen Anwendungen für Android, iOS  und Co, geringer, sodass am Ende auch bei kleineren Abnahmemengen und sehr individuellen Einsatzzwecken ein finanzieller Gewinn verzeichnet werden kann.

Denkbar wäre es laut der Entwickler, elektronische, touchbasierte Produktkataloge darzustellen, die auf Tablets aufgespielt werden, welche Kunden benutzen und gemütlich durchblättern, während sie im Geschäft einkaufen. Alle anderen Funktionen könnte das betreffende Kaufhaus gezielt deaktivieren, sodass das Risiko von Diebstahl und unsachgemäßer Nutzung minimiert wird.  Eigenen Angaben zufolge sehe man für derartige Geräte insbesondere in China und anderen Schwellenländern Einsatzgebiete, die erschlossen werden können.

Ein schlankes System mit Zusatzfunktionen

Eine erste Version des neuen Betriebssystems ist auf einem Nexus 7 vorgeführt worden, denn es muss ein Gerät genutzt werden, für das entsprechende Treiber bereitstehen und die Auswahl ist momentan vergleichsweise mau. In Zukunft können auch weniger leistungsfähige und infolgedessen sehr viel billigere Tablets für Nanooq herhalten, denn Firefox OS ist als Websystem darauf ausgelegt, auch auf sehr schwachen Geräten gute Ergebnisse zu erzielen. Das Alcatel Smartphone mit dem Mozilla System zeigte in ersten Tests zwar noch kleine Ruckler, läuft jedoch weitestgehend zufriedenstellend, was bei der Net Mobile Variante nicht anders sein dürfte.

Neben den Produktkatalogen könnte man ähnliche Modelle in Museen oder anderen öffentlichen Orten realisieren, Mitarbeiter einer Firma könnten Zugriff auf Firmendaten erhalten oder mit speziell angepasster Oberfläche bei bestemmten Aufgaben unterstützt werden, denkbar ist auch ein Tablet für Fernseh-Streaming, eine Funktion, die Net Mobile bereits jetzt zeigte. Das Signal wird an einen Server via Internet übermittelt, entschlüsselt und zurückgeschickt, sodass man, solange man Internet hat, von jedem Ort aus bequem das aktuelle Fernsehprogramm genießen kann. Weiterhin befände man sich derzeit in Verhandlungen mit einem Smartphone Hersteller, um Nanooq in einer speziellen Variante für Senioren verfügbar zu machen, die vor allem eine angepasste Oberfläche bieten soll (das Produktfoto stammt aus dieser Seniorenvariante).

Nanooq klingt interessant und könnte sich durch den hochspezialisierten Ansatz tatsächlich durchsetzen, wobei es für einen wirklichen Erfolg angesichts der Konkurrenz im Kleinen (Sailfish, Blackberry OS, Firefox OS, Ubutnu for Phones, Tizen, etc.) und auch im Großen (iOS, Android, Windows Phone) eher schlecht aussieht. Net Mobile will das System in den nächsten Wochen detaillierter vorstellen und Details zu Kosten und ersten Geräten herausgeben.

 

 

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