Apple patentiert Lichtfeldkamera – Neue Technologie bald in Smartphones nutzbar ?

objectiveEine Lichtfeldkamera, auch plenoptische Kamera genannt, ist ein Gerät, mit dem man neben den grundsätzlichen Informationen, die eine konventionelle Kamera beim Auslösen aufnimmt (Position und Intensität des Lichts) auch die Richtung der Lichtstrahlen aufnehmen kann, was unter anderem dazu führt, dass man den Fokus auf einen bestimmten Bildbereich nachträglich einstellen kann. Obwohl das Konzept der Lichtfeldfotografie bereits seit 1908 bekannt ist, hat es bis zum 21. Jahrhundert gedauert, ehe sich jemand um die Realisation gekümmert hat, nämlich die Firma Lytro, die mit ihrem, technisch beeindruckenden, aber unpraktischen und wenig leistungsfähigen Modell die Fachpresse spaltete und die Gunst der Kunden nicht erringen konnte. Nun möchte sich, neben anderen Anbietern wie Nokia oder Toshiba, Apple mit der Aufgabe befassen, die Technik der Zukunft in Smartphones, Tablets und anderen mobilen Geräten nutzbar zu machen. Ein entsprechendes Patent liegt bereits sei 2001 vor, bislang hat man nur noch keine Anstalten gemacht, es umzusetzen (zumindest ist davon weder Presse noch Nutzern etwas bekannt).

Austauschbares Kamera Modul

Obwohl Lytro in dem Patent genannt wird, funktioniert die Technik von Apple anders, was angesichts von Patentstreitigkeiten anders auch gar nicht möglich wäre. So soll ein Modul mit mehreren Mikrolinsen verbaut sein, die sich austauschen lassen und unterschiedliche Fotos schießen können: es können besonders hochauflösende, normalauflösende oder niedrigauflösende, dafür aber mit der neuen Technik aufgenommene, Bilder erstellt werden. Anders als man es von den geschlossenen Apple Ingenieuren und Bossen kennt, soll das Lichtfeldmodul dabei austauschabr sein und extern angebracht werden, also zunächst als Zubehör auf den Markt kommen.

Das große Ziel sei es letztlich aber dennoch, die Lichtfeldfotografie auf eine Größe zu bringen, die es ermöglicht, diese auch mobil nutzbar zu machen, denn die Zeiten, in denen einfache Kameras den Massenmarkt erobern könnten sind mit dem Siegeszug von Smartphones, Tablets und Co. endgültig vorbei, sodass wir damit rechnen, dass die Apple Technik erst in einigen Generationen Einzug in die iGeräte des Konzerns erhält. Möglich wäre auch, dass man derzeit gar nicht an einer Umsetzung arbeitet, denn oftmals sind die Patente wertvoller, als ein tatsächliches Produkt mit der beschriebenen Technik.

Lichtfeldkamera und Lytro faszinierten Steve Jobs

Den veröffentlichten Informationen zu Folge habe sich Steve Jobs vor seinem Tod mit dem Gründer des Unternehmens getroffen, welches für die Lytro verantwortlich ist. Die beiden sollen sich in Jobs‘ Haus getroffen haben, damit man ihm die Technik vorführen konnte und der ehemalige Apple CEO habe sich begeistert davon gezeigt, wie weit die Lichtfeldfotografie bereits zum damaligen Zeipunkt fortgeschritten gewesen sei. Jobs habe bereits mit den Lytro Machern geliebäugelt, doch offenbar entschied die derzeitige Führungsebene des Unternehmens zugunsten einer Eigenentwicklung.

Es bleibt abzuwarten, ob und wann wir eine Lichtfeldkamera in einem iPhone oder einem anderen mobilen Gerät sehen können, denn die Technik hat zwar viel Potential, ist derzeit aber noch nicht ausgereift und nicht auf die Größe zu bringen, die sie bräuchte. Verwunderlich wäre es nicht, wenn Apple intensiv an einem Gerät mit Lichtfeldtechnologie arbeiten würde, denn der Hersteller mit dem größten Augenmerk auf Kameratechnik, Nokia, kündigte schon vor geraumer Zeit an, dass man sich intensiv mit dem Thema befasse.

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