Amazon WorkSpaces – Desktop aus der Cloud streamen

amazon-workspaces-desktop-aus-der-cloud-streamenDie Cloud ist in aller Munde: Unternehmen betreiben Server, durch die sich, aufgrund der Zunahme von Rechenleistung, der sinkenden Preise und des schnellen Internets, vollkommen neue Möglichkeiten ergeben: Dienste wie DropBox oder SkyDrive erlauben es, Daten in der Cloud zu speichern und an jedem Gerät darauf zuzugreifen, sofern man Internet hat, mit Anbietern wie Google Music kann man von jedem Gerät aus bequem Musik streamen und in den Bereichen Wirtschaft und Forschung profitiert man davon, dass enorme Rechenleistung für aufwändige Tests oder Simulationen genutzt werden kann. Amazon, einer der größten Cloudanbieter überhaupt, will nun eine weitere Möglichkeit Realität werden lassen; der neue Dienst WorkSpaces soll es ermöglichen, auf jedes Gerät ein komplettes Betriebssystem ruckelfrei zu streamen, sofern man eine schnelle Internetverbindung hat, sodass, unabhängig von der Hardware, jeder das System das er bevorzugt  mit der Hardware nutzen kann, die er für die beste hält.

WorkSpaces soll günstig und flexibel sein

Auf der eigenen Messe des Konzerns, der AWS Re:invent hat man den neuen Service vorgestellt, der eine Lücke schließt, denn die bislang verfügbare Software für virtuelle Desktops ist entweder zu teuer, zu komplex oder zu unausgereift, um zufriedenstellend und flächendeckend genutzt zu werden. WorkSpaces soll hingegen unter iOS, auf Android Tablets und Smartphones, auf den hauseigenen Kindle Geräten, sowie Notebooks laufen und erlaubt es auch auf leistungsschwächeren Geräten ein modernes System zum Laufen zu bringen, denn die Berechnungen werden auf Servern des Unternehmens durchgeführt, nur die Anzeige erfolgt über den Client.

Eine derartige Lösung könnte viele Probleme beheben, beispielsweise die Fragmentierung, also den Umstand, das viele verschiedene Versionen im Umlauf sind, mit dem Android zu kämpfen hat, doch gleichzeitig werden durch virtuelle Desktops neue Probleme ins Leben gerufen, denn wer konsequent darauf setzt, der hat ohne Internetverbindung ein quasi nutzloses Gerät und zudem ist es ein Sicherheitsproblem, denn die wenigsten werden dieser Tage persönliche oder sensible Daten auf irgendeinem Server speichern wollen, auf den sie selbst keinen vollen Zugriff haben.

Individualisierbare Pakete

WorkSpaces kann derzeit lediglich Windows Server 2008 R2 streamen, was jedoch einerseits wie Windows 7 aussieht und auch auf der gleichen Infrastruktur basiert und andererseits in Zukunft um andere Betriebssysteme erweitert werden soll. Auf der AWS Re:invent erklärte Amazon, dass man zwei verschiedene Pakete anbieten wolle: die Standard Variante für 35 US-Dollar monatlich bietet 37,5 GB Speicher, 3,75 GB Arbeitsspeicher und einen virtuellen Prozessor, wohingegen die Performance Variante 100 GB Sepicher, zwei virtuelle Prozessoren und 7,5 GB Arbeitsspeicher enthält.

Neben den vorinstallierten Programmen (unter anderem Adobe Reader, Internet Explorer 9, Firefox, 7-Zip, Adobe Flashplayer und Java) kann man seinen virtuellen Desktop natürlich individuell gestalten und jede Software dazu installieren. Des weiteren gibt es für einen Aufpreis von 15 Dollar pro Monat die Möglichkeit, Microsoft Office Pro 2010 und die Antiviren-Software Trend Micro hinzuzufügen.   Der Austausch zwischen Client und Server geschieht komplett verschlüsselt, zudem sollen sich über die WorkSpaces Software Daten auch synchronisieren und in eine bereits vorher bestehende Active Directory einbinden lassen, sodass der Konfigurationsaufwand möglichst niedrig gehalten wird.

Derzeit ist WorkSpaces noch Zukunftsmusik: mehr als eine eingeschränkte Vorschauversion können potentielle Kunden und Interessierte bislang nicht bestaunen, doch man wird das Angebot in Zukunft freischalten und regelmäßig erweitern. Wenn sich ein solches System flächendeckend durchsetzen soll, werden die Preise jedoch weiter sinken und die Auswahl an Software wird steigen müssen, wobei ohnehin nicht klar ist, ob die Amazon Cloud darauf abzielt, alle Nutzer anzusprechen oder lediglich für einen exklusiven Käuferkreis von Interesse bleiben soll. So oder so – wir sind gespannt.

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