NSA Muscular – Neues Ausspähprogramm griff auf Yahoo und Google Daten zu

Close up of man's armMit den Veröffentlichungen um die NSA im Rahmen des sogenannten PRISM Skandals, der von Edward Snowden aufgedeckt wurde und eine Überwachung der gesamten globalen Internetlandschaft offenbarte,  geht es auch dieser Tage weiter: nachdem erst kürzlich die Meldung für Furore sorgte, dass man die Telekommunikation von Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen Staatschefs abgehört hat, geht es bei den neuerlichen Bekanntmachungen um das sogenannte Muscular (zu deutsch: muskulös) Programm von NSA und dem britischen Geheimdienst GCHQ.

Google und Yahoo ebenfalls Opfer

Neben den Daten, auf denen die großen Firmen der NSA ohnehin Zugriff gewährt haben, sollen Google und Yahoo von dem sehr ergiebigen Ergänzungsprogramm betroffen sein. Das Werkzeug Muscular ist eine Technologie, die den Umstand ausnutzt, dass Nutzerdaten der großen beiden Anbieter dezentral auf vielen Servern gespeichert werden, die über den gesamten Globus verteilt sind.  Auf einer veröffentlichten NSA Skizze wird erläutert, dass der Abgleich dieser Rechenzentren untereinander unverschlüsselt erfolgt und die SSL Verschlüsselung von Yahoo und Google erst den öffentlichen Abruf durch Nutzer sicher gestaltet; somit ist diese Verbindung ein sehr leichtes Angriffsziel, entsprechende Technik und entsprechendes Know-How vorausgesetzt.

Die einzige Schwierigkeit für NSA und GCHQ bestand darin, dass man Zugriff auf die Rechenzentren erlangen muss, die meistens sehr gut abgesichert sind. Besteht der Zugriff jedoch einmal und wird nicht zufällig entdeckt, so kann Muscular den Zugriff auf alle möglichen Daten garantieren. Ob der Zugriff auf die Rechenzentren durch Mitarbeiter der Konzerne, in beiderseitigem Einvernehmen oder andersartig geschah, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden.

Muscular ausgesprochen effektiv

Dabei erlaubt Muscular einen noch größeren Zugriff auf die Daten der Nutzer als es bei PRISM der Fall war, insbesondere da man offensichtlich auch in der Lage ist, Datenleitungen außerhalb der USA anzuzapfen. Wenn etwas auf einem europäischen Server gespeichert worden ist, der sich mit einem amerikanischen Server abgleicht, so kann Muscular diese Verbindung nutzen, um an die Daten zu kommen. Die Kritik an der NSA wächst durch diese neuen Bekanntmachungen abermals, was wohl der einzig positive Nebeneffekt sein dürfte.

Aus weiteren internen Notizen des Geheimdienstes geht zudem hervor, dass die Menge an Nutzerdaten, die man durch die diversen Überwachungsprogramme in Erfahrung bringt, die Analysemöglichkeiten bei weitem übersteigt. Dass man sich deshalb in trügerischer Sicherheit wiegt, ist jedoch falsch, denn es bedeutet nur, dass NSA und Co. dabei sind, ihre Ressourcen weiter auszubauen, bis man in der Lage ist, alle Daten, sei es nun von Yahoo, Google oder anderen Unternehmen, zu interpretieren.

Konsequenzen werden bereits getroffen

Was die Konzerne anbelangt, so dementierten beide, von dem neuen Muscular Projekt etwas gewusst zu haben, was durchaus im Bereich des möglichen liegt. Insbesondere Google bemühte sich in der Vergangenheit darum, die eigene Infrastruktur zu verbessern: einerseits beschloss man schon vor einem Jahr die Leitungen zum Abgleich der Rechenzentren zu verschlüsseln, andererseits fördert man durch Projekte wie das neue Bug Bounty Programm (hier erhält man Geld, wenn man Schwachstellen an Software findet, die zum Teil maßgeblich mit der Infrastruktur des Internets zu tun hat) die gesamte Sicherheit des Webs.

Neben Google haben auch Facebook und Apple im Rahmen der NSA Skandale erklärt, ihre eigene Sicherheit weiter zu erhöhen, um die Sicherheit für die Kunden zu erhöhen. Von den vorwiegend betroffenen Firmen hat sich einzig Yahoo bislang am wenigsten dazu zu Wort gemeldet, wie man auf die neue Situation reagieren will.  Dass neben den Nutzern auch die Weltpolitik und die Situation zwischen Politik und Wirtschaft unter der jetzigen Situation leiden, ist deutlich ersichtlich.

Es bleibt zu hoffen, dass die Menschheit aus den aktuellen Geschehnissen ihre Lehre zieht.

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