Apple Oktober Event – iPad Air, iPad Mini zwei, neue Macs und Software vorgestellt

apple-oktober-event-ipad-air-ipad-mini-zwei-neue-macs-und-software-vorgestelltGestern berichteten wir bereits über die von Nokia gehaltene Keynote am 22. Oktober, das sogenannte Nokia World Event in Abu Dhabi. Doch zeitgleich hielt auch Apple eine Keynote ab, die zwar für den Konzern selbst weniger wichtig war, als es bei Nokia der Fall gewesen ist, für den Massenmarkt aber die weitaus schwerwiegendere sein dürfte. Apple CEO Tim Cook führte in der gewohnten Präsentationsweise durch eine Parade von Neuvorstellungen: das iPad 5 aka iPad Air, ein neues iPad Mini, neue Macs und Macbooks, sowie Ankündigungen neuer Software. Insgesamt also eine große Anzahl wichtiger Neuankündigungen, die in diesem Artikel behandelt werden sollen.

Das iPad Air – dünn, leicht und schnell

Das interessanteste Gerät ist sicherlich das neue iPad, denn kein Tablet hat es bislang geschafft, den Massenmarkt derartig zu prägen und die Vorteile dieser neuen Geräteklasse so stark hervorzuheben. Anders als vermutet heißt die neue Version nicht iPad 5, sondern iPad Air, passend zum Macbook Air, welches Apple letztes Jahr als eine besonders leichte und dennoch gut ausgestattete Ergänzung seines Notebook Angebotes vorstellte.

Und die Namensänderung kommt dabei nicht von ungefähr: obwohl sich rein äußerlich wenig getan hat, ist das iPad Air mit 450 Gramm rund 200 Gramm oder 20% leichter als sein Vorgänger; damit gehört das iPad Air übrigens zu den leichtesten 10 Zoll Geräten auf dem Markt. Weiterhin wurde es in der Dicke um 1,1 Millimeter auf schlanke 7,5 Millimeter reduziert. Dennoch hat es intern an Leistungsfähigkeit zugelegt. , denn das verbaute Gespann aus A7 Haupt- und M7 Nebenprozessor, das auf einer 64 Bit Architektur aufbaut, leistete schon im aktuellsten iPhone sehr gute Dienste. Dieser kann (vermutlich, da Apple sich nicht dazu äußerst) auf einen 2GB großen Arbeitsspeicher zugreifen.

Nach wie vor beeindruckend ist auch das Display, welches wie beim Vorgänger mit der Retina Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln protzt. Insgesamt ist davon auszugehen, dass man hier im Vergleich zum iPad 4 nichts verändert hat, doch mit Bestimmtheit lässt sich dies erst sagen, sobald die ersten Labortests durchgeführt wurden. Rein äußerlich hat  sich noch die Farbauswahl geändert, in der das iPad verfügbar ist: Silber, Weiß, Space Grey und Schwarz.

Die sonstige Ausstattung ist vergleichsweise langweilig und ließ sich vorausahnen: iOS 7, das perfekt an die Hardware angepasst ist, ist vorinstalliert,  das Gerät kann mit 16, 32, 64 und erstmalig auch mit 128 GB internem Speicher geordert werden und an Kommunikationsschnittstellen hat sich ebenfalls wenig verändert. Schade ist, dass weder die Touch ID, über die man sich per Fingerabdruck einloggen kann, noch die sehr gute Kamera des iPhone 5S verbaut worden sind und Tablet Nutzer so weiterhin mit 5 Megapixeln vorlieb nehmen müssen.

Das iPad Air stellt ein sehr kleines Update dar, denn bis auf den Prozessor und auf das reduzierte Gewicht bleibt alles beim Alten. Preislich gesehen ändert sich ebenfalls nichts im Vergleich zu dem Vorgänger, doch das muss es auch gar nicht. Wer bereits ein iPad 4 sein Eigen nennt, für den wird sich der Kauf nicht lohnen, alle anderen können aber bedenkenlos zuschlagen, denn es handelt sich auch bei dem iPad Air um ein gutes Gerät, welches seinem Namen gerecht wird. Erscheinen wird das Modell übrigens im Laufe des Novembers.

Das iPad Mini 2 – ein gelungenes Update

Das iPad Mini 2 ist eine gelungene Verbesserung des Vorgängers, mit dem Apple erstmalig ein Gerät mit kleinerem Formfaktor bauen wollte, das dennoch anspruchsvolle Nutzer befriedigen kann. Die Verkaufszahlen scheinen das Unternehmen darin bestärkt zu haben, dass dieses Unterfangen geglückt ist.

Das iPad Mini 2 unterscheidet sich zunächst darin, dass es mit 7,5 Millimetern und 341 Gramm etwas dicker und schwerer als das Vorjahresmodell geworden ist; betrachtet man jedoch, was sich für diese geringfügigen Rückschritte bei Größe und Gewicht für Fortschritte bei der Ausstattung ergeben, macht es diese locker wieder wett. Denn die Ausstattung im Inneren ist nun genauso wie die des großen Bruders, sprich die des iPad Air: eine Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln, eine 5 Megapixel Kamera, ein 64-Bit Prozessor mit Nebenprozessor, sowie die gleichen Schnittstellen.

Beeindruckend, dass man diese Hardware in ein immer noch so schlankes und leichtes Gerät zwängen konnte. Weitere Neuerungen, welche dem iPad Mini vorbehalten sind, sind eine verbesserte Frontkamera mit größeren Pixeln und ein verändertes Antennendesign.

Preislich liegt das iPad Mini 2 mit 389€ für die kleinste Version kaum unter dem Preisniveau des vollwertigen iPads, doch Apple will auch gar kein günstiges Gerät für die Massen anbieten, sondern steht weiter zu dem Grundsatz, dass man exzellente Hardware anbieten möchte – und das ist mit dem iPad Mini 2 in jedem Fall gelungen.

Neues Zubehör für die Tablets

Um die neuen Modelle standesgemäß zu kleiden präsentierte Apple auch neue Smartcover: diese sind in den Farben Rosa, Gelb, Hellblau, Schwarz und Grasgrün erhältlich, sind nur noch in drei statt vier Segmente unterteilt und werden wohl für rund 40€ in Deutschland erhältlich sein. Die iPad Smart Cases in den Farben Gelb, Grau, Hellblau, Schwarz und Orange werden hingegen rund 80€ kosten.

Damit zeigt Apple zwar keine wirklich innovativen neuen Extensions für die neuen Tablets, was aber auch nicht zu erwarten war. Immerhin die größere Farbauswahl könnte auch Zielgruppen ansprechen, denen der Look bislang zu bieder gewesen ist.

Mac OS X Mavericks als Kampfansage an Microsoft

Eine wichtige Ankündigung war noch das neue Mac OS X Mavericks, das die Versionsnummer 10.9 trägt und viele Detailverbesserungen mit sich bringt. Die Bedeutung wird dadurch größer, dass man das Update komplett kostenlos zur Verfügung stellt und sich so erneut in einen Konkurrenzkampf mit Microsoft und deren Windows 8.1 Update stürzt, wobei der Gigant aus Redmond seine Marktdominanz natürlich nicht verlieren wird, aber dennoch angekratzt sein dürfte.

Dies sind im Detail die wichtigsten Neuerungen:

  • Mehr Kontrolle über den Stromverbrauch (eines der wichtigsten Themen war die verbesserte Energieeffizenz, denn die Akkutechnologie kann sich derzeit kaum weiterentwickeln, solange neue Technologien noch nicht bereit sind. Mavericks liefert eine Liste mit besonders stromhungrigen Programmen, kann den Stromverbrauch von Apps über einen bestimmten Zeitraum visualisieren und zeigt detaillierte Informationen zum Ladestand an)
  • Timer Coalescing (eine Technologie, die es erlaubt, sogenannte CPU-Wakes effizienter zu gestalten, denn diese sind immerdann ein großer Stromfresser, wenn die CPU aus dem Ruhezustand einen Auftrag erhält. Mavericks ordnet Prozesse so an, dass möglichst viele Anfragen mit einem Wake gebündelt werden und will dabei bis zu 72% weniger Energieverbrauch bei gleichbleibender Leistung gewährleisten)
  • App Nap (hiermit sollen Anwendungen, die wenn sie im Hintergrund sind nicht die volle Leistung benötigen (eine App, die etwa im Hintergrund Musik abspielt, wäre hiervon nicht betroffen) in eine Art Ruhezustand versetzt werden, was einen Gewinn von 23% bei der Energieeffizienz ermöglichen soll)
  • Der neue Finder (der Dateiexplorer Finder kommt in Mavericks mit einigen grundlegenden Verbesserungen daher: er unterstützt nun Tabs, um vielen geöffneten Fenstern entgegenzuwirken und durch Tags kann man Dokumente und Dateien mit Schlagworten und Farben versehen, um sie besser wiederzufinden)
  • Der neue App Store (der App Store macht weitere Zugeständnisse an die Bedürfnisse der Nutzer und erlaubt es nun, Updates automatisch im Hintergrund durchzuführen, wobei man hier noch einige Einstellungen zur Verfügung hat, etwa zwischen sicherheitsrelevanten und optionalen Updates zu unterscheiden)
  • Notification Center (schon mit der Vorgängerversion Mountain Lion kam die Mitteilungszentrale von iPhone und iPad auf den Mac, wobei dies bislang in einer recht passiven Art und Weise geschah. Nun ist man in der Lage, direkt mit den Benachrichtigungen zu interagieren; man erhält etwa die Benachrichtigung, dass Max Mustermann einem im Chat geschrieben hat und kann nun direkt antworten, ohne dass ein Programmwechsel nötig wäre. Zudem gibt es noch eine Möglichkeit, Benachrichtigungen auch auf dem Sperrbildschirm eines Macs darstellen zu lassen und über sogenannte Webmitteilungen können Websites über eine Schnittstelle mit der Mitteilungszentrale kommunizieren und so ebenfalls Nachrichten an den Mac senden)
  • Multi-Display-Support (ein bislang zum Unmut vieler Nutzer stiefmütterlich behandeltes Thema war der Multi-Display Support, der nun grundlegend verbessert wurde: die Menüleiste, auch Dock genannt, lässt sich auf jedem Monitor anzeigen, Mavericks erlaubt es außerdem, dass jeder Monitor seine eigenen Spaces hat, die synchronisiert werden und dass die Arbeit mit Fenstern so deutlich benutzerfreundlicher und ohne Komplikationen vonstatten geht)
  • Offline Sprachsteuerung (die Diktierfunktion wird dadurch verbessert, dass man fortan keine Internetverbindung mehr braucht, wenn man gewillt ist, einen rund 800 MB großen Download auszuführen. Zudem zeigt die Diktierfunktion nun in Echtzeit an, was verstanden wurde, sodass man während des Sprechens Anpassungen vornehmen kann und Fehler so nicht erst nachher beheben muss.)
  • Bessere HD Wiedergabe (die Wiedergabe von hochauflösenden Medien über iTunes soll deutlich weniger Festplattenzugriffe benötigen, weil ein Teil auf den Arbeitsspeicher ausgelagert wird. Dies schont den Stromverbrauch und die Festplatte)
  • Komprimierter Arbeitsspeicher (durch dieses Feature kann Mavericks den Arbeitsspeicher, wenn er durch aktive Anwendungen einmal eng werden sollte, der für inaktive Apps zur Verfügung steht, komprimieren und verhindert so Auslagerungen auf die Festplatte, der Effekt soll angeblich eine 40% höhere Arbeitsspeichernutzung zur Folge haben)
  • Neue Entwicklerwerkzeuge (für Entwickler hat Apple einiges an neuen Möglichkeiten in Petto: es gibt mit Map Kit eine einfache Schnittstelel für die Kartenanwendung, das Spritek Kit eignet sich insbesondere für 2D Spieleentwicklung und erlaubt anspruchsvolle physikalische Effekte, LinkedIn lässt sich ab sofort deutlich einfacher in Anwendungen einbinden und das AV Kit erlaubt es, einfacher Medienanwendungen zu programmieren, indem es dafür nötige Funktionen bereitstellt)

Zu diesen Neuerungen kommen noch zahllose weitere, denn man hat in Mavericks über 200 Überarbeitungen vorgenommen, doch es zeigt sich, dass man zwar kein neues „Killerfeature“ anbietet, aber sich unter der Haube und in Hinblick auf die Bedienung vieles verbessert, sodass man von einer gelungenen Weiterentwicklung sprechen kann.

Macs und Macbooks mit Detailverbesserungen

Wie jedes Jahr betreibt Apple auch bei seinen iMacs und Macbooks eine grundlegende Systempflege und überarbeitet diese geringfügig, um sie der neusten Technik anzugleichen. Wer sich in nächster Zeit ein Gerät kauft, sollte zum aktuellsten greifen, eine Notwendigkeit des Wechsels besteht nach einem Jahr aber auf gar keinen Fall.

Neben der Tatsache, dass Mac OS X in der neuen Mavericks Version vorinstalliert ist,  sind die iLife Apps für den Mac, die jetzt über iCloud mit den mobilen Pendants nahtlos zusammenarbeiten, in einer neuen Version verfügbar: iPhoto hat ein schlichteres Design, iMovie ebenfalls, zudem gibt es mit iMovie Theater eine bessere Möglichkeit zur Filmverwaltung und Garageand beherrscht nun 32 Spuren, sowie einige neue Instrumente. Desweiteren sind die iLife Anwendungen allesamt an 64-Bit Architekturen angepasst, was die Leistung wohl erhöhen dürfte. Weiterhin wurde iWork, die Apple Office Suite, komplett überarbeitet und hat viele Funktionen, die es dynamischer und intelligenter erscheinen lassen, etwa ein komplett kontextbasiertes Menü, das nur die Möglichkeiten anzeigt, die gerade passen.

Ein neuer Mac Pro wird ab Dezember für einen Preis von mindestens 3000 US-Dollar erscheinen und soll je nach Konfiguration 4 bis 12 Kerne, einen PCIe-Flash-Speicher, der Festplatten mit seiner Geschwindigkeit deplatziert, sechs Thunderbolt-2-Steckplätze für Erweiterungen, sowie andere erlesene Bauteile beinhalten. Die kleinste Variante kommt einem Quadcore-Xeon von Intel, 256 GB Flashspeicher, 12 GB Arbeitsspeicher und 4 GB VRAM.

Das neue Macbook Pro hingegen bekommt sowohl in der 13- als auch in der 15-Zoll Variante ein Upgrade spendiert. Die 13 Zoll Version nutzt neben dem Haswell i5 Prozessor von Intel auch die Grafik Iris des Prozessorherstellers, wodurch die Akkulaufzeit auf 10 Stunden ansteigen soll. Zudem beherrscht der Wifi-Chip den 802.11ac Standard und das Retina Macbook ist das erste mit Thunderbolt-2 Port. Überraschenderweise senkt Apple den Preis für alle Macbook Pro Modelle mit Retina Display um 200€.

Zusammenfassend sind die iLife und iWork Apps wohl die größte Überraschung, denn bis auf die Preissenkung hat sich bei den Macbooks und dem Mac Pro kaum etwas zum Vorgänger getan, aber das ist eben die klassische Produktpflege, die große Sprünge zugunsten kurzer Release-Zyklen aufgibt.

Fazit

Die Apple Keynote hat einiges an interessanten Neuankündigungen offenbart und bei der schieren Menge an Informationen braucht man wohl einige Zeit, um diese verarbeiten zu können. Das iPad Air präsentiert sich als schlankes Tablet mit viel Power, das iPad Mini 2 ist überhaupt kein Mini mehr, Mavericks bringt einschneidende Veränderungen und auch sonst gab es einiges zu bestaunen.

Es wird sich zeigen, wie der Markt auf die Produkte reagiert und wie diese abseits der Keynote Bühne in ersten Praxistests und im Alltag zu bewerten sind.

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