Mangelnde Resonanz – Soll Twitter Music in Kürze eingestellt werden ?

mangelnde-resonanz-soll-twitter-music-in-kurze-eingestellt-werdenTwitter ist ein sehr erfolgreicher Kurznachrichtendienst und aus der weltweiten Social Media Landschaft kaum noch wegzudenken. Viele Menschen nutzen das Netzwerk, um den neusten Klatsch und Tratsch zu erfahren, um einen aktuellen Nachrichtenüberblick zu erhalten oder, dies ist besonders gut an den Frühjahrsrevolutionen in den arabischen Staaten erkennbar, um sich für ein gemeinsames Ziel zu organisieren. Der Erfolg führt dazu, dass Twitter auch andere Bereiche für sich gewinnen möchte, so etwas mit dem Dienst Twitter Music, der noch gar nicht besonders lange existiert, der nun aber dem bevorstehenden Börsengang des Konzerns zum Opfer fallen soll.  Es sollte möglich sein, anhand des eigenen Geschmacks und dem, was Freunde hören, neue Interpreten, Stücke und sogar Genres für sich zu entdecken; die Idee war durchaus reizvoll, fand jedoch offensichtlich zu wenige Anhänger.

Idee vom multimedialen Netzwerk gescheitert

Die Idee zu Twitter Music kam nach der Übernahme des Musikerkennungsdienstes We Are Hunted; das 2007 in Australien gegründete Start-Up war von einem der Twitter Begründer entdeckt und zu einer nicht näher genannten Summe aufgekauft worden. Die Technologie hinter dem eigenen Service passiert maßgeblich auf We Are Hunted, wobei man nicht nur im Musiksegment Expansionspotential sah.

Twitter wollte nach eigenen Aussagen zu einem Netzwerk für besonders medienaffine Nutzer werden und damit Bedürfnisse stillen, denen Konkurrenten wie Facebook oder Google+ bislang nicht gerecht werden konnten. Neben dem musikalischen Bereich scheint auch das Fernsehen für das soziale Netzwerk finanzielle Möglichkeiten zu bieten: BBC America ist der erste Videopartner für In-Tweet-Videos geworden, man ist an weiteren Partnerschaften dieser Art interessiert und hat mit Trendrr im August 2013 ein Social Media Analyseunternehmen aufgekauft, das sich auf Fernsehen und Film spezialisiert hat.

Aufgrund der Tatsache, dass Twitter Music nun laut einem Bericht von All Things D abgeschaltet werden soll, ist es wahrscheinlich, dass man auch andere Pläne in dem multimedialen Bereich vorerst nicht näher verfolgen wird, was Schade ist, denn ohne Alleinstellungsmerkmal ist die Gefahr groß, dass der Kurznachrichten Service in die Bedeutungslosigkeit abrutscht und den Kampf gegen die Konkurrenz schneller verliert, als es zu diesem Zeitpunkt vorstellbar ist.

Twitters Börsengang hat höchste Priorität

Interessanterweise soll der Grund für die Aufgabe des Services nicht in erster Linie sein, dass der Zuspruch der Nutzer zu gering war (obwohl dies zweifellos einer der Gründe war, denn Unternehmen wie Spotify und Co. erlauben es, Musik direkt anzuhören, wohingegen man sie bei Twitter nur finden konnte), sondern der bevorstehende Börsengang, für den man die bestmöglichste Ausgangssituation schaffen möchte.

Wie Facebook und andere Technologieunternehmen will nun auch Twitter den nächsten Schritt wagen, der langfristig für finanziellen und wirtschaftlichen Erfolg des Dienstes sorgen und Technologie Start-Ups im Allgemeinen als ernstzunehmenden Bestandteil der Weltwirtschaft etablieren soll. Der Börsengang soll am 15. November vollzogen werden, wobei man, anders als viele andere Unternehmen im IT-Bereich nicht auf NASDAQ, sondern auf den NYSE (New York Stock Exchange) setzen will.

Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich der Börsengang auf den Kurznachrichtendienst auswirken wird und was an den Gerüchten dran ist, denn neben den Spekulationen um die komplette Aufgabe dieses Segments gibt es im Hintergrund personelle Umstrukturierungen, die zu einem anderen Ergebnis führen könnten.  Es wäre jedenfalls schön zu sehen, dass Twitter die dritte Größe im Social Network Bereich bleibt und dass man es in Zukunft schafft, sein großes Vorhaben, ein Netzwerk für multimedial interessierte Nutzer zu werden, umzusetzen.

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