Google Calico gegründet – Firma außerhalb des Kerngeschäfts will sich mit dem Altern beschäftigen und Leben verbessern

google-calico-gegrundet-firma-auserhalb-des-kerngeschafts-will-sich-mit-dem-altern-beschaftigen-und-leben-verbessern1Google hat sich ein hübsches Ökosystem aufgebaut, das längst nicht mehr nur aus Software besteht: Merchandising, eigene Hardware, Kooperationen mit Hersteller wie KitKat und andere Beispiele zählen für die Bereiche des Alltags, in die der Hersteller bereits vorgedrungen ist. Dass die Expansion noch lange kein Ende hat beweist der CEO Larry Page immer wieder, wenn neue Übernahme- oder Gründungsmeldungen durch die Fachpresse gehen, die auf eine Erweiterung des gewaltigen Konzerns abzielen. Der Weg, der mit der Gründung von Google Calico gegangen wird, ist jedoch ein vollkommen anderer als bisher, denn bei dem Unternehmen liegt der Fokus auf Gesundheit, einem Bereich weit abseits der Kernkompetenzen.

Aus den Pressemeldungen und Mitteilungen via Google+ geht nicht hervor, womit genau sich Calico beschäftigen will, doch die Pläne klingen zu groß, als dass man sie derzeit ernst nehmen könnte (selbst dann, wenn es sich um Google handelt): es geht um das Älterwerden und man will das Leben von Millionen Menschen mit den dort erforschten Technologien verbessern. Larry Page rechtfertigt die Investition außerhalb des Hauptgeschäfts damit, dass Technologie großes Potential bürge, um das Leben zu verbessern und dass gegen die Ziele, die er mit Calico verfolgt, selbst ein Heilmittel für Krebs nur ein geringer Fortschritt wäre (Zitat aus einem Interview mit dem Time Magazine: „We think of solving cancer as this huge thing that’ll totally change the world. But when you really take a step back and look at it, yeah, there are many, many tragic cases of cancer, and it’s very, very sad, but in the aggregate, it’s not as big an advance as you might think“).

Arthur D. Levinson als Experte engagiert

Die Führung über dieses gewichtige Projekt übernimmt der Wissenschaftler Arthur D. Levinson, der nicht nur im Aufsichtsrat von Apple sitzt, sondern auch Geschäftsführer der Firma Genetech war, das 1976 gegründet wurde. Zu den Kernkompetenzen von Genetech gehörte die Pharmazeutik; so entwickelte man nicht nur Wachstumshormone für Störungen bei Kindern, sondern auch Medikamente zu einer möglichen Krebsbehandlung, was zu der Aussage von Larry Page passt. Arthur D. Levinson ist mittlerweile im Aufsichtsrat von Genetech und ausgehend von den Dingen, an denen man dort geforscht hat, dürfte Google Calico in guten Händen sein.

Laut dem Time Magazine gibt es im ganzen Silicon Valley kein anderes Unternehmen, das solch ein Unterfangen starten kann und dabei Aussichten auf Erfolg hat, doch Google hat schon oft gezeigt, dass man dort derartige „Moonshot“-Projekte (sehr spekulative und unsichere Investitionen in Visionen außerhalb des Kernbereichs) beherrscht. Als Zeithorizont bis zu handfesten Resultaten sind übrigens bis zu 20 Jahre veranschlagt worden, sodass wir uns vorerst nicht darauf versteifen sollten, etwas von dem Gesundheitsunternehmen mitzubekommen.

Niemand weiß im Moment genau, was sich hinter Calico verbirgt: die Heilung von Krebs, neuartige Medikamente, fortschrittlichere Prothesen oder sogar die Unsterblichkeit ? Bis man etwas über die genauen Forschungsziele und die Ergebnisse des neuen Unternehmens hört, dürfte noch einige Zeit vergehen, aber das, wovon Larry Page dort spricht, klingt, je nach betrachtungsweise selbstsicher und idealistisch oder aber naiv und realitätsfremd. Auf ersteres ist zu hoffen.

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