Apple Keynote vorbei – iPhone 5S, iPhone 5C und iOS 7 präsentiert

apple-keynote-vorbei-iphone-5s-iphone-5c-und-ios-7-prasentiertNoch vor einigen Tagen erschien hier ein Artikel, der sich mit den wildesten Spekulationen um die nächste iPhone Generation beschäftigte – einige sehr wahrscheinlich, andere schlichtweg absurd. Heute, zwei Tage nach der typischen Keynote, sind alle Mysterien gelüftet: das iPhone 5S und das iPhone 5C erscheinen tatsächlich und werden einiges anders machen als ihre Vorgänger.

Das iPhone 5S:

Dass ein neues iPhone kommt und dass es den Namenszusatz S tragen wird, um zu kennzeichnen, dass es eine verbesserte Version des Vorgängers darstellt, war kein Geheimnis. Im Inneren arbeitet ein A7 Prozessor, der als erster Prozessor in einem Smartphone auf der 64 Bit Architektur aufbaut (bisher 32-Bit), wodurch sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten ergibt, die bislang nicht möglich gewesen wären; die GPU wurde ebenfalls grundlegend verbessert, sodass sich die Performance insgesamt verdoppeln soll. Obwohl man derartigen Benchmark Werten nicht vertrauen kann, zeigten die Macher der Infinity Blade Reihe live den dritten Teil des Spiels, der nicht nur unglaublich gut auf dem neuen Modell aussieht, sondern dessen Anpassung an den A7 Chip auch nur wenige Stunden in Anspruch genommen habe. Der ebenfalls verbaute M7 Prozessor verfolgt den Ansatz, den zum Beispiel auch Motorola bzw. Google mit dem Moto X geht: ein kleinerer und leistungsschwächerer Nebenprozessor, der dauerhaft die Werte von Sensoren überprüft; Nike hat bereits eine neue Fintness App in Petto, welche von den gesteigerten Möglichkeiten profitieren soll.

Äußerlich hat sich bis auf eine erneute Verkleinerung (das iPhone 5S ist noch dünner als seine Vorgänger) vergleichsweise wenig geändert, was angesichts der Tatsache, dass die Wertigkeit und die Ergonomie des Gerätes sehr gut sind, auch nicht nachvollziehbar gewesen wäre. Neu ist jedoch, dass es das Spitzenmodell in den Farbvariationen Gold, Silber und Grau gibt, wobei die erstgenannte ziemlich extravagant und dekadent aussieht und somit nicht jedermanns Sache sein wird.

Eine deutlich größere Überarbeitung hat die Kamera erfahren: eine neue f/2.2er Blende, soll, gepaart mit einer Vergrößerung von Pixeln (dies wird HTC, die ihre Ultrapixel Technologie aktiv bewerben, besonders freuen), bessere Fotos schießen können als jedes andere Modell.; abseits des um 15% vergrößerten Sensor bietet man den anspruchsvolleren Fotografen eine automatische Bildstabilisation, Autofokus, verbesserte Algorithmen für den automatischen Weißabgleich, die True Tone Technologie, die trotz LED Blitz für farbechte Bilder sorgen soll, Serienbildaufnahmen und einem Modus für Zeitlupenvideos mit 120 Bildern pro Sekunde (anders als normalerweise sind dann nur 1280 x 720 Pixel statt 1920 x 1080 Pixel möglich). Damit wird man die Konkurrenz vermutlich nicht entthronen können, aber die Änderungen sind auf jeden Fall sinnvoll.

Die wohl größte Neuerung auf Seiten der Hardware ist jedoch die Touch ID, ein Fingerabdrucksensor, der direkt im Homescreen eingelassen ist und von dem niemand so recht geglaubt hatte, dass er in dieser Form verbaut würde. Mit Touch ID kann man mehrere Abdrücke verwalten, die nicht an Apple oder einen anderen Anbieter gehen sollen, sein Smartphone entsperren und Einkäufe unter iTunes tätigen. Die Möglichkeiten zur Interaktion mit der Touch ID sind in der neuen Version iOS 7.0 implementiert worden. Abschließend unterstützt das iPhone 5S natürlich LTE und wirbt mit einer Stand-By Zeit von 250 Stunden, einem mehr Wert, der in der Realität wohl niemals erreicht werden kann.

Ab dem 20. September kann man das Gerät kaufen (Vorbestellungen scheinen diesmal nicht möglich), für 199, 299 oder 399 Dollar mit 16, 32 oder 64 GB Speicher und natürlich einem neuen Vertrag. Zu Preisen für ein iPhone 5S ohne Vertrag äußerte man sich auf der Präsentation wohl zurecht nicht.

Das iPhone 5C:

Nach so vielen Gerüchten ist es da: das iPhone 5C, ein billiges Plastikmodell mit eingeschränkter Hardware und in vielen buten Farben erblickt das licht der Welt, doch wird schnell klar, dass es sich bei dem billig iPhone gar nicht um ein billig iPhone handelt. Es ist lediglich billiger als das große iPhone 5S und scheint Teil einer neuen Strategie des großen Unternehmens zu sein.

Äußerlich ist das iPhone 5C so groß wie das iPhone 5 mit dem Unterschied, dass das Gehäuse aus Polycarbonat, also Plastik, gemacht worden ist und sich in verschiedensten, knalligen und bunten Farben zeigt (blau, weiß, pink, gelb und grün). Obwohl sich die Fans und die Firma lange gegen diesen Schritt sperrten, ist es an der  Zeit, dass man einen neuen Schritt wagt, insbesondere, da man auch an jüngeren Käufern und Quellenländern ein gesteigertes Interesse hat. Trotz des verbauten Materials kommt das billig iPhone aber relativ stilvoll und gut verarbeitet daher.

Im Inneren wurde die Hardware des iPhone 5 fast ungesehen übernommen: ein A6 Prozessor, eine 8 Megapixel Kamera mit BSI und fünf Objektiven, Bluetooth, LTE, Wifi und 4-Zoll Retina Display. Dies erklärt auf der anderen Seite allerdings, wieso man das iPhone 5C bereits zu einem Preis von 99 bzw. 199 US-dollar verkauft (mit Vertrag versteht sich, entweder für die 16 oder die 32 GB Frau).  Die Meinungen über das Modell sind durchaus zwiespältig, denn der Neupreis wird maximal 200€ unter dem des 5S liegen, sodass man für ein Mittelklasse-Smartphone einen High-End Preis zahlen muss. Eine Alternative gibt es mit dem iPhone 5 nicht mehr, denn dieses wird aus dem Sortiment genommen, während das iPhone 4S weiterverkauft werden könne.

iOS 7:

Über iOS 7 gibt es aus dem Grund nicht soviel zu sagen, als dass Apple die neue Version des Systems bereits vor geraumer Zeit an Entwickler und Betatester verteilt hat, weswegen die meisten Funktionen uns bekannt sind. Unter anderem bringt das neue System auch eine komplett neue GUI mit sich, das ist das erste Mal in der iPhone Geschichte, dass Apple das Design von iOS derartig radikal umgestaltet.

Dies sind die Änderungen im Detail:

  • Der Homescreen wirkt nun deutlich edler und vor allem aufgeräumter
  • Man setzt in Zukunft auf neue runde Icons für alle Anwendungen, die für Systemanwendungen wurden intensiv überarbeitet
  • Das gesamte Design ist nun sehr flach und orientiert sich nicht mehr an organischen Dingen (wenn man die Notizen etwa öffnet, sieht die App nicht mehr aus wie eine Pinnwand, sondern präsentiert sich schick-minimalistisch)
  • Das Notification Center bündelt interessante Informationen, etwa zum Wetter der auch zur Liste mit anstehenden/verpassten Terminkalender
  • Multitasking wird nun nicht mehr nur von einer kleinen Gruppe an Anwendungen unterstützt, sondern von allen und der App Switcher für iOS 7 zeigt neben den Anwendungsicons auch einen Screenshot
  • Das neue Control Center erfüllt eine Funktion, die man unter Android lange kennt: eine Leistung oben bündelt die wichtigsten Systemeinstellungen und einige Direktzugriffe, unter anderem auf Musik
  • Safari soll nicht nur schneller sein, sondern blendet beim Surfen das gesamte Interface aus, um den gesamten Displayplatz optimal auszunutzen
  • AirDrop unterstützt neben Mac OS X nun auch iOS 7 und kann Dateien über verschiedene Geräte hinweg direkt teilen
  • Die Kamera unterteilt sich nun in die Bereiche „Foto“, „Video“, „quadratisches Foto“ und Panoramafoto und bietet einige Filter
  • Nicht nur, dass die Ordner anders aussehen, da sie nun auch Seiten haben, können iOS 7 Ordner fast beliebig mit Dateien versorgt werden
  • Die Musikanwendung wurde nicht nur einem Facelifting überzogen, Nutzer aus den USA können über iTunes Radio auch kostenlos Musik aber das Internet  streamen
  • Weiterhin wurden optisch überarbeitet: Taschenrechner, Gamecenter, Anrufdialog, Wetter und Erinnerungen
  • Neben einem Design Update besitzt der Kompass nun auch eine Wasserwaage
  • Unter iOS 7 können Kontakte direkt gesperrt werden, sodass die Kontaktaufnahme per SMS, Anruf oder Facetime nicht mehr möglich ist
  • Flickr und Vimeo sind neben Twitter und Facebook tiefer in das System integriert worden
  • Fotos werden in der Galerie nun intelligent nach Kriterien sortiert
  • Der Appstore bietet nun auch App Empfehlungen, die auf dem Standort basieren und unterstützt Wunschlisten
  • Es gibt Funktionen, mit denen man das iPhone besser wiederfinden kann, sobald man es verloren hat

Fazit: 

Für iOS gilt in Version 7 Evolution statt Revolution, das iPhone 5S kann echte Neuerungen verzeichnen und das iPhone 5C ist nach dem aktuellen Stand eher enttäuschend. iOS 7 bietet ein Design, das vielen nicht gefällt, trifft an den richtigen Stellen aber die richtigen Entscheidungen und obwohl ein Killer-Feature wie Siri fehlt,  fühlt sich das neue System noch komfortabler an als zuvor. Das iPhone 5S kann vor allem damit überzeugen, dass man die Touch ID integriert hat, obwohl angesichts von PRISM und Co. ein mulmiges Gefühl bleiben wird, ist die Anwendung insgesamt sehr sinnvoll. Was letztlich noch das iPhone 5C angeht, so hat es die gleiche Hardware wie ein iPhone 5 gepaart mit einem Plastikgehäuse und ist kaum günstiger als das Spitzenmodell, was ein wenig enttäuscht. Wir werden sehen, in welche Richtung Apple sich entwickelt und was die nächste Keynote wohl bringen wird.

 

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