Die Gamescom 2013 – Highlights, Fakten und Trends

die-gamescom-2013-highlights-fakten-und-trends1Köln ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, die von den wenigsten Personen direkt mit der IT-Brache in Verbindung gebracht werden dürfte, doch einmal im Jahr findet dort mit der Gamescom eine der größten Videospielemessen weltweit statt, die jedes Jahr mehrere Hunderttausend Menschen in die sympathische Stadt lockt. Seit vergangenem Sonntag ist die Messe vorbei und wieder einmal gilt es, ein Resümee zu ziehen, denn was auf der Gamescom gezeigt wird, ist die Zukunft der Videospielbranche. Neben einigen Zahlen zur Gamescom 2013 soll dieser Artikel die wichtigsten Trends und die Highlights der nächsten Zeit zusammenfassen.

Die Fakten – Rekordzahlen

Die Gamescom 2012 ist von 275.000 Menschen besucht worden, am letzten Messetag wurden auch die Zahlen für 2013 bekannt gegeben: man konnte die Besucherzahlen um fast ein Viertel steigern, es kamen 340.000 Menschen aus unterschiedlichen Ländern, vor allem aber natürlich aus Deutschland. Unter den Besuchern waren auch ungefähr 30.000 Fachbesucher aus insgesamt 88 Ländern, was vor Augen führt, welchen internationalen Einfluss die Messe auf die gesamte Branche hat.

Gerald Böse von der Koelnmesse GmbH, die sich für die Gamescom 2013 verantwortlich zeigt, kommentierte die positive Bilanz wie folgt:  „Das war Games-Entertainment und -Business in einer neuen Dimension. Die gamescom 2013 in Köln hat ihre Stellung als größte Spielemesse mehr als deutlich ausgebaut. Als Veranstalter der Messe freuen wir uns über diesen Erfolg und danken dem ideellen Träger der gamescom, dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware ebenso wie den nationalen und internationalen Ausstellern und Partnern.“

Trotz all der positiven Meldungen beschwerten sich die Besucher jedoch, dass das 140.000 Quadratmeter große Gelände angesichts dieser Massen zu klein gewesen sei, denn mit 625 Ausstellern (übrigens aus mehr als 40 Ländern der Welt) wurde der vorhandene Platz restlos ausgeschöpft. Entwarnung gibt es jedoch für die Messe im nächsten Jahr, die vom 13. bis zum 17. August stattfinden soll, denn insgesamt ist das Gelände der Messehallen mehr als doppelt so groß, sodass ausreichend große Reserven vorhanden sind. Neben Besuchern haben sich auch einige Hersteller über das gewaltige Menschenaufkommen aufgeregt, da es neben Unannehmlichkeiten auch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bedeutet.

Die Spielehighlights

Allgemein: Angesichts der schieren Masse an Spielen, die man sich auf der Gamescom ansehen kann, ist es unmöglich, hier auf jedes Spiel einzugehen. Die Highlights sind eine persönliche Einschätzung und aufgrund dieser Subjektivität wird jeder Messebesucher ein anderes Spiel als seinen persönlichen Favoriten betrachten.

Titanfall: Titanfall ist ein Multiplayer Shooter von EA, von dem man zunächst denken könnte, dass er einfach nur bewährte Standardkost bietet und darüber hinaus kaum mehr als ein Battlefield oder Call of Duty Abklatsch ist (der Vergleich mit letzterem ist übrigens nicht an den Haaren herbeigezogen, denn in dem Entwicklerstudio von Titanfall befinden sich viele ehemalige CoD Mitarbeiter). Zunächst ist das Werk grafisch über jeden Zweifel erhaben, wuchtige Explosionen, eine tolle Soundkulisse und das Gefühl, das immer etwas um einen herum passiert, sorgen oberflächlich für hervorragende Unterhaltung, doch dieser Titel hat mehr zu bieten.

Was Titanfall so einzigartig macht, ist auf der einen Seite das Bewegungskonzept: leichtgängig und ohne, dass es den Spielfluss behindern würde, kann man sich mit Doppelsprüngen in ungeahnte Höhen begeben oder auf der Flucht vor dem feindlichen Feuer an Wänden entlanglaufen. Die andere Motivation kommt von den Mechs: schwere Kampfroboter mit einer Menge Feuerkraft, die sich jedoch nicht behäbig und gemütlich durch die Landschaft bewegen, wie man es etwa aus der alten Mech Warrior Serie kennt, nein, in Titanfall handelt es sich um agile Kampfmaschinen, die sich auf irrwitzige Geschwindigkeiten bringen lassen.

Seine Langzeitmotivation wird das Spiel vor allem durch die taktischen Möglichkeiten erhalten, die aus den verschiedenen Klassen und den Kombinationsmöglichkeiten erwachsen, denn neben der Klasse des Soldaten, wählt man auch für den Titanen eine Klasse, die über die mitgeführte Ausrüstung bestimmt. Eine weitere gute Idee der Entwickler ist zum Beispiel der sogenannte Epilog, eine kurze Mission am Ende eines Multiplayermatches, bei der die eine Seite ein Evakuierungs-Schiff erreichen muss und die andere sich anschickt, dies zu verhindern, was so simpel klingt steigert die Atmosphäre enorm.

Es ist sicher, dass Titanfall zu einem der besten Online Shooter auf dem Markt werden wird, es bleibt jedoch zu hoffen, dass man aus der Reihe keine EA Melkkuh macht, sondern sich nach wie vor um Innovationen bemüht. Denn Titanfall schafft etwas außergewöhnliches: obwohl eine tiefgründige Story oder ein Bezug zu Charakteren fehlt, fühlt man sich direkt mit der Welt verbunden und spürt eine ungemeine Befriedigung, wenn man eine Wand hochläuft, auf einen feindlichen Mech springt und kurzerhand den Piloten meuchelt.

Battlefield 4: Battlefield 4 tritt ein großes Erbe an, denn mit Teil 3 hat Electronic Arts einen der beliebtesten Online Shooter auf dem Markt erschaffen und befindet sich in stetiger Konkurrenz zu der Call of Duty Reihe, obwohl sie sich nur schwer miteinander vergleichen lassen. Der vierte Teil führt einige Veränderungen ein, um das Spielprinzip der Reihe zu bereichern, doch ob das reicht ist momentan fraglich. Die grundlegende Spielmechanik, also die Massenschlachten mit allen erdenklichen Flug- und Fahrzeugen bleibt erhalten und wird Fans dieses Prinzips einmal mehr Spaß machen.

Battlefield 4 ergänzt das Erfolgsrezept um die sogenannte Levolution (eine Mischung aus Revolution und Level) und führt den altbekannten Commander Modus in einer neuen Art und Weise wieder ein. Zunächst zu der Levelution: darunter verstehen die Entwickler eine neue Form der Interaktion zwischen Spieler und Umgebung, war die Map in Multiplayer Titel  bislang ein starres Konstrukt, dass sich bis auf einige Elemente kaum verändern ließ, verändert sich die Map in Battlefield 4 durch die Handlungen der Spieler dynamisch.  Ein kleines Beispiel hierfür wären Brücken, die man kurzerhand sprengt um den Nachschub des Feindes an schwerem Gerät abzuschneiden, das absolute Highlight ist allerdings ein gewaltiger Wolkenkratzer (begehbar, versteht sich), der durch Feindbeschuss unter ohrenbetäubendem Lärm in sich zusammenfällt und die gesamte Karte verändert. Der Commander Modus ist im Vergleich weniger beeindruckend: ein Spieler darf dauerhaft (er kann also nicht in die Rolle eines Frontsoldaten schlüpfen) als Commander agieren und Ziele vorgeben, für deren Erfüllung es Gruppenpunkte gibt; darüber hinaus darf er auch bestimmte taktische Maßnahmen, wie Luftangriffe anordnen, ob dies jedoch auf Dauer motiviert, ist äußerst fraglich.

Ohne Frage wird auch dieser Teil des Battlefield Franchise wieder ein Erfolg werden, doch bis auf einige Kleinigkeiten fehlen die echten Innovationen und das ist äußerst schade, denn schon im letzten Teil suchte man echte Neuerungen vergebens (die Wiedereinführung von Jets, die bereits Element der Reihe waren, kann wohl kaum dazugezählt werden). Das Genre der Online Shooter scheint dieser Tage tatsächlich etwas verbraucht zu sein und das merken Serienveteranen auch deutlich.

The Elder Scrolls Online: Spätestens seit Skyrim ist The Elder Scrolls Reihe auf dem Massenmarkt angekommen (obwohl sich auch die Vorgänger hervorragend gespielt haben); das Rollenspiel war noch in aller Munde, als man den Online Ableger der Serie ankündigte, der den Spieler in die gesamte Welt Tamriel entführt. Wenn man sich vor Augen hält, dass man allein in Skyrim gut und gerne 80 Stunden verbringen konnte und dies nur einen Bruchteil der Welt ausmacht, werden die Dimensionen ersichtlich.

Man muss jedoch nicht fürchten, dass die erfolgreiche Serie dadurch die Dinge verleugnet, für die sie seit jeher steht, wie es mancher Genrevertreter getan hat. Denn obwohl das Bezahlmodell ein klassisches Abo ist (das bei voraussichtlich 13€ im Monat liegt), spielt sich The Elder Scrolls Online nicht wie ein klassisches MMORPG und das ist verdammt gut so. Es ist vielmehr, als würde man die Welt von Tamriel in einem Soloabenteuer erkunden, nur dass man auf andere Helden trifft, die ebenfalls dort sind, um gemeinsam oder alleine epische Abenteuer zu erleben.

Die erste große Innovation von ESO (und meiner Meinung nach auch die wichtigste, die es jedem anderen MMORPG überlegen macht) ist das Kampfsystem: wie von der Reihe bekannt kann man entweder in der Ego- oder in der Schulterperspektive spielen und darf seine Gegner völlig in Echtzeit bezwingen. Titel wie World of Warcraft oder andere Onlinerollenspiele büßen in den Augen vieler Spieler eine unheimliche Menge an Dynamik dadurch ein, dass man einfach stumpf zusieht, wie der Avatar einen Autoattack nach dem anderen aneinanderreiht, doch in ESO wird das nicht der Fall sein. Interessante Auswirkungen hat dies auch auf das Balancing, denn schlechtere Ausrüstung kann unter Umständen durch bessere Reflexe kompensiert werden.

Die zweite Veränderung ist das Angesicht der Welt: man sieht keine NPCs, die ein Frage- oder Ausrufezeichen auf dem Kopf haben, man spricht nicht mit den Bewohnern einer Stadt, um eine Quest zu suchen, man lässt sich einfach in die Welt entführen und wird dynamisch mit Aufgaben versorgt. Es ist viel befriedigender, auf einer Reise in eine spannende Geschichte verwickelt zu werden, als einen Auftrag von einer Person zu erhalten, die offensichtlich nur zu diesem Zweck in die Welt gesetzt wurde.

Es besteht kein Zweifel daran, dass The Elder Scrolls Online ein wichtiges Onlinerollenspiel wird, das schon jetzt viele Anhänger gefunden hat, die den Start der Beta sehnsüchtig erwarten. Der Grund ist, dass es sich einfach moderner spielt, als all seine Konkurrenten, dass es einen die Geschichte erleben lässt. die man erleben möchte, und trotzdem ein Universum voll von anderen Spielern bietet, mit denen man interagieren kann.

Project Spark: Project Spark dürfte auch den Spielenaturen wenig sagen, denn es wurde allgemein nicht zu den Titeln gezählt, denen ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit zu Teil wurde, vordergründig, weil es sich dabei gar nicht um ein wirkliches Spiel handelt. Denn Project Spark ist ein Spieleeditor für Windows 8 und die Xbox One, der unglaubliche Möglichkeiten besitzt, diese jedoch durch ein simples Interface so geschickt kaschiert, dass das Kreieren von neuen Welten unheimlichen Spaß macht.

Zunächst bietet Project Spark die Möglichkeit, eine Welt mit 25 Quadratkilometern Fläche und 600 Metern Höhe nach den eigenen Vorstellungen zu formen (dabei lassen sich Level aneinander „kleben“, um beliebig große Welten zu erschaffen); über einfache Werkzeuge können Landschaften gestaltet, Pflanzen und Tiere in die Welt gesetzt und die gesamte Atmosphäre der Welt bestimmt werden. Ist man mit den Äußerlichkeiten fertig, dann nutzt man entweder ein vorgefertigtes Brain oder erschafft sein eigenes, ein Brain ist eine Ansammlung von Quellcode, die der Spieler über einfache Wenn-Dann-Bedingungen kontrollieren kann. Über die verschiedenen Gehirne bestimmt man etwa die Perspektive und die Art des Spiels. Was in der Theore ein wenig verworren klingt, macht in der Praxis viel Spaß und erlaubt es, vom Shooter bis zum Jump & Run Spiel alles umzusetzen, was man sich vorstellen kann.

Ein nettes, exklusiv auf der Gamescom 2013 präsentiertes Feature ist die Möglichkeit, einem Lebewesen aus der Welt über Kinect Animationen und Sprache beizubringen, der Producer des Spiels zeigte dies anhand eines Trolls, der nach einer kurzen Aufnahme beängstigende Geräusche von sich geben und sich stilecht durch die Welt begeben konnte.

Microsoft will Project Spark zu einem Aushängeschild der Kreativität für Windows 8 und die Xbox One machen, doch damit das gelingt, bedarf es noch zwei verschiedenen Dingen: erstens einer Sammlung einfacher Tutorials, damit auch unerfahrene Spieler ihre eigenen Visionen verwirklichen können und der Möglichkeit für Profis, auch umfangreiche und komplexe Dinge einzubauen. Dann könnte dieser Editor in der Tat ein Erfolg, vielleicht sogar eine Revolution, darstellen.

Sims 4: Nach einer langen Pause und vielen mehr oder weniger guten Addons und DLCs kehrt die Sims Reihe mit einem ganz neuen Teil zurück und in Sims 4 haben sich einige Veränderungen ergeben, die die Komplexität abermals erhöhen und die Simulation noch realistischer machen. Zunächst fällt jedoch auf, dass sich die Serie grafisch weiterentwickelt hat und man die Emotion eines Sim nun direkt von den wohlanimierten Gesichtern ablesen kann.

Emotionen sind in Bezug auf Sims 4 ein gutes Stichwort, denn diese bilden eine der entscheidenden Neuerungen: es soll insgesamt 15 verschiedene Gefühlslagen geben (darunter etwa zornig oder deprimiert), die sich auf den Alltag des Sims auswirken. Auf der einen Seite können sie durch verschiedene Ereignisse bedingt werden (ein Sim, der plötzlich ohne Einrichtung dasteht, könnte etwa zornig werden), auf der anderen Seite haben sich unübersehbare Effekte (wer zornig ist, kann nicht so gut neue Dinge lernen, sich jedoch beim Sport ausgezeichnet abreagieren). Durch die Emotionen hat man nicht nur einen weiteren Indikator für den Zustand des eigenen Sim, er wird dadurch auch eine ganze Ecke „menschlicher“.

Neben Detailverbesserungen wie dem Astronatuen als neuen Beruf oder neuen Events und Belohnungen, sollen sich mehrere Sims nun sehr viel besser verwalten lassen. Auf der einen Seite bedeutet dies, dass sich die Sims ihrer Umwelt besser bewusst sind und nun auch gemeinsam durch Türen gehen können, auf der anderen Seite sorgt es dafür, dass Interaktion zwischen verschiedenen Sims nun in einem sehr viel umfangreicheren Maßstab möglich ist, sowohl was die räumliche, als auch was die spielerische Dimension angeht (eine ganze Gruppe von Sims kann sich über einen Raum hinweg an dem gleichen Gespräch beteiligen). Die kleinen Männer und Frauen werden endlich klüger und insbesondere der bewusstere Umgang mit der Spielwelt wird viele nervige Momente in Zukunft der Vergangenheit angehören lassen.

Für Serienfans eine schlechte Nachricht ist jedoch, dass Sims 4 benutzerfreundlicher werden soll, wodurch viele wichtige Features in Zukunft weniger umfangreich genutzt werden können. Räume lassen sich von nun an etwa nur noch in Blöcken platzieren und ein neuer Sim kann nicht mehr bis ins kleinste Detail über Dutzende Schieberegler individualisiert werden; hier könnte es EA durchaus schwer fallen, den richtigen Grad zwischen Komplexität und Einsteigerfreundlichkeit zu finden.

Alles in allem ist derzeit jedoch noch viel zu wenig über den Seriennachfolger bekannt, als dass man bereits ein Urteil über den Erfolg oder Misserfolg von Sims 4 treffen könnte, einige Änderungen wirken jedoch gut durchdacht, andere auf den ersten Blick eher weniger.

Destiny: Destiny ist das neue Vorzeigeprojekt des Entwicklerstudios Bungie, welches sich mit dem Halo Franchise einen Namen gemacht hat, doch mit Destiny will man ganz neue Wege gehen. Insofern passt es auch, dass sich in diesem Artikel in einem früheren Absatz über die Antiquiertheit von Multiplayer Shootern beschwert wurde, denn Destiny könnte für viele, die das auch so sehen, die Erlösung bedeuten. Wer jedoch erwartet, dass die Halo Schöpfer auch mit ihrem neuen Franchise eine ähnliche Vorgehensweise beabsichtigen, wird bitter enttäuscht sein und sollte besser weiter lesen.

Es ist zu beachten, dass man noch nicht sagen kann, wie sich Destiny spielt, denn auf der Messe wurde lediglich eine umfangreiche Live Demo gezeigt, die zwar reale Spielszenen enthält, aber nichts davon verrät, wie es sich „anfühlt“. Zunächst zum Szenario: Desinty spielt in einer Art von postapokalyptischer Welt in der fernen Zukunft, in der es drei Rassen, die Menschen, die Awoken und die Exos gibt, die sich erstmals in die raue Welt außerhalb ihrer relativ sicheren Städte vorwagen, so weit so vage ist die ganze Handlung noch. Man soll mit anderen Spielern (oder auch alleine) auf Missionen gehen können und wird so seine eigene Geschichte schreiben, an der man andere teilhaben lassen kann.

Gezeigt wurden eine Szene, in der man mit einem Scharfschützen eine Lagerhalle erkundet und ein sogenanntes Public Event, bei dem plötzlich Raumschiffe den Himmel zerreißen, Aliens abgesetzt werden und man verzweifelt versucht, seine Basis zu verteidigen. Der Abschnitt war derart gut inszeniert, dass er Lust auf mehr macht, es ist jedoch abzuwarten, ob die Auswahl an Public Events groß genug ist, um abwechslungsreich zu bleiben. Was die Klassen in Destiny angeht, so gibt es den Hunter, den Warlock und den Titan, erster ist ein Schütze durch und durch, der Warlock bedient sich modernster Technologie, weswegen er wie ein Magier wirkt, und der Titan ist eine Art Tank, der sich für den Nahkampf eignet. Wo die Klassen sehr unterschiedlich ausfallen, soll die Wahl der Rasse sich lediglich optisch auswirken.

Motivieren sollen langfristig vor allem die vielen verschiedenen Waffen, die man entweder findet oder als Beute von besonders mächtigen Gegnern erhält, die Auswahl soll dabei laut den Entwicklern groß sein, aber nicht so unüberschaubar wie in der Borderlands Reihe werden, denn sonst hat man das Problem, dass einzelne Schießprügel austauschbar werden und schnell ihren Reiz verlieren. Die gezeigten Waffen waren noch nichts besonderes, jedoch konnte man sehen, wie sie sich verteilen lassen, denn es gibt drei Slots: den Primär-Slot für ein vielseitiges Sturm Gewehr, den Special-Slot ßfür eine Waffe, die sich in bestimmten Situationen besser eignet, etwa ein Scharfschützengewehr für große Distanzen oder eine Schrotflinte für den Nahkampf, sowie den Heavy-Slot, indem schwere Waffen (etwa Raketenwerfer) geführt werden. Abgerundet wird das Kampfsystem durch Spezialattacken, etwa besonders mächtige Tritte und Schläge oder Fähigkeiten, die an Magie erinnern, aber technisch motiviert sind.

Destiny hat definitiv das Potential, zu einem besonderen Shooter zu werden, wenn die Story lange Zeit motiviert, wenn die Interaktion zwischen den Spielern gut gestaltet wird und wenn das Balancing richtig durchdacht wird. Ja, es gibt noch viele Wenns, aber immerhin arbeitet mit Bungie ein motiviertes und hochangesehenes Team an dem Spiel, sodass man sich wenig Gedanken machen muss, dass etwas schief geht. Zu hoffen bleibt indes, dass das Spiel auch auf Computern erscheint, denn bislang hat man Destiny nur für die derzeitige und die nächste Konsolengeneration gezeigt, doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt

Thief: Mit Thief (oder Dark Project) verbinden insbesondere ältere Spieler eine Reihe, die lange vor Splinter Cell und Konsorten für ausgezeichnete Spannung beim Schleichen und Meucheln gesorgt hat. Das Universum ist in insgesamt drei Teilen auf eine beträchtliche Größe und Hintergrundgeschichte angewachsen, obwohl der durchwachsene dritte Teil bei den Fans der Serie auf wenig Gegenliebe stieß. Mit dem neuen Titel, der einfach nur Thief heißt, will man diese Scharte wieder auswetzen, wagt einen kompletten Neustart und nicht etwa ein Pre- oder Sequel.

Der Hauptcharakter Garret ist dabei nach wie vor der alte geblieben und in den politischen Auseinandersetzungen, in denen es in der Geschichte geht, wird er in Robin Hood Manier stehlen, um den Reichen das wegzunehmen, was den Armen zusteht. Von der Story ist bekannt, dass es einen Konflikt zwischen dem Adeligen Herrscher, der das Militär nutzt, um seine Macht zu erhalten, und einem revolutionären Führer aus der Arbeiterklasse geben wird, der die einfachen Menschen aus ihrem Elend herausführen möchte; ob der Spieler hierbei von den politischen Intrigen losgelöst handelt oder sich für eine Seite entscheiden muss, ist noch nicht abzusehen.

Technisch sieht Thief relativ gut aus, wird jedoch keine neuen Maßstäbe setzen, aber darum geht es auch gar nicht. Vielmehr geht es darum, dass Spielgefühl der alten Dark Project Teile mit einer moderneren Technik und Spielmechanik zurückzubringen. Die auf der Gamescom 2013 gezeigte Präsentation hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck: auf der einen Seite ist all das Equipment da, mit dem man sich auch damals gänzlich unbemerkt durch die Level bewegen durfte, auf der anderen Seite wurde (trotz vollmundiger Versprechen, Thief auch durchspielen zu können, ohne jemanden zu töten) eine sehr actionreiche Spielweise gezeigt, die dennoch erfolgreich war.

Eine der größten Neuerungen innerhalb des Spiels ist der Fokus, eine Fähigkeit, bei der man seine Reflexe enorm steigert,  so deutlich mehr Zeit hat, um Angriffe auszuführen, und der ganzen Schleicherei einen äußerst actionreichen, schnellen Touch versetzt. In einer Mail an die Community sprach ein Mitglied des Publishers jedoch auch davon, dass die Fähigkeit optional sein werde, die Fans der ersten Stunde also auch „klassisch“ durch die Spielwelt schleichen könnten. Es bleibt abzuwarten, ob das neue Thief auch eine ganz neue Serie begründet oder ob es das Spielgefühl zurückbringt, dass die erstklassigen Anfänge der Serie damals hervorgerufen haben.

Mobiles Gaming

Nvidia Shield: Nein, bei Nvidia Shield handelt es sich nicht um ein Spiel, sondern um eine mobile Konsole, die sich jedoch nur schwer mit dem Vergleichen lässt, was man in Bezug auf normale Konsolen gewöhnt ist und so verwundert es wenig, dass der Herstelle die Konsole in Köln mit Stolz präsentiert. Intern werkelt ein Nvidia Tegra 4 mit Quadcore Prozessor und leistungsfähigem Grafikchip, gepaart mit 2 GB Arbeitsspeicher im Shield, was schon im Vorfeld für erstklassige Benchmark Resultate sorgte. Das direkt an der Konsole befestigte, aufklappbare 5 Zoll Display hat eine 720p HD Auflösung und lädt nicht nur zum zocken, sondern auch zum Filmegucken ein. Der Akku soll angeblich 20 Stunden ausreichen, was ein sehr guter Wert wäre, auf den man sich aber meistens nicht verlassen kann (auch bei Smartphones sind die Herstellerangaben in Bezug auf den Akku meistens mehr als ungenau).

Das Angebot an Spielen reicht von den bekannten Android Spielen (Jelly Bean läuft auf der Konsole), von denen man ab Werk „Expendable: Rearmed“ und „Sonic 4 Episode II THD“ erhält, bis hin zu aufwändigen Titeln wie Skyrim oder Borderlands 2, vorausgesetzt man hat einen Computer. Wer seinen PC für die Nvidia Shield zur Verfügung stellt (die Funktion befindet sich noch im Beta Stadium), kann unterstützte Spiele ruckelfrei über WLAN auf die kleine Konsole streamen, was jetzt schon beeindruckend ist und sich sehr angenehm spielt. Unterstützt werden derzeit die folgenden Titel:

  • Batman: Arham City
  • Borderlands 2
  • Dishonored
  • Metro: Last Light
  • Resident Evil 6
  • Skyrim
  • Bioshock: Infinite
  • Call of Duty: Black Ops 2
  • Call of Juarez: Gunslinger
  • Crysis 3
  • Dead Island: Riptide
  • Devil May Cry (DMC 5)
  • DIRT 3
  • Dirt Showdown
  • F1 2012
  • F1 Race Stars
  • FIFA 13
  • Grand Theft Auto 4
  • GRID 2
  • GTA IV: Episodes From Liberty City
  • Half-life 2
  • Just Cause 2
  • Left 4 Dead 2
  • Metro 2033
  • Mortal Kombat Komplete Edition
  • Pressure
  • Resident Evil: Revelations
  • Sniper: Ghost Warrior 2
  • Star Trek
  • The Witcher 2: Assassins Of Kings
  • Tomb Raider 2013

Der Grund, warum sich die Spiele auf der Nvidia Shield äußerst gut steuern lassen, sind die Steuerlemente: normale Knöpfe, ein D-Pad, Schultertasten, zwei Analog-Sticks und das alles äußerst gut verarbeitet. Abgerundet wird die Austattung durch microUSB, Klinkenanschluss, HDMI, 16 GB internen Speicher, Stereo Lautsprecher, Bewegungssensoren und natürlich ein Touchscreen. Der Nachteil dieser Technik ist, dass die Nvidia Shield 579 Gramm wiegt, was auf Dauer ermüdend sein dürfte, weil die Konkurrenz nur maximal 300 Gramm wiegt (etwa die PSP Vita).

Bei der Shield handelt es sich derzeit um eine echte High-End Konsole, der nur die Sperrigkeit, das Angebot an Spielen und der hohe Preis von rund 300 US-Dollar im Weg stehen könnte, denn andere Android Konsolen, der Nintendo 3DS XL und auch die PSP Vita sind deutlich günstiger zu haben. Nichtsdestoweniger beeindrucken die Möglichkeiten (insbesondere das Streaming) und die Austattung der Shield, weswegen hier durchaus ein Durchbruch für Android im Gaming Segment bevorstehen könnte.

Die Companion App: Ein ganz neues Konzept von hochkarätigen PC- und Konsolenspielen ist es, das Tablet als ein eigenes Spielelement einzubinden, über das man am Geschehen teilnehmen kann. Der positive Nebeneffekt ist zunächst, dass die Vernetzung unter den System immer besser wird und man auch unterwegs an seinen Lieblingstiteln teilnehmen will, selbst wenn man nur sein Android Gerät dabei hat. Besonders beeindruckend gelöst hat Publisher Ubisoft dies bei dem Actiontitel Watch Dogs, indem man in einer frei begehbaren Welt die Rolle eines Hackers übernimmt, der sich zum Beispiel in die öffentlichen Überwachungssysteme reinmogelt, um die Polizei außer Gefecht zu setzen.

Über die Companion App kann sich ein anderer Spieler in Echtzeit in das eigene Spielgeschehen einklinken und darf über eine stilisierte 2D Nachbildung der Stadt, die einiges an Charme versprüht, die Bewegungen der Polizisten nachvollziehen und sich einiger Kniffe bedienen, um Zeit zu schinden oder die Cops komplett außer Gefecht zu setzen. Neben der Unterstützung eines Freundes, sieht die Watch Dogs App auch vor, dass man am Tablet einen Polizeihubschrauber steuert und den Spieler an der Konsole oder am Computer jagt. Nette Möglichkeiten bietet der Titel so auch für Gelegenheitsspieler, die sich auf den mobilen Geräten wohler fühlen, aber dennoch die Geselligkeit eines Spieleabends nicht verpassen wollen.

Das Konzept der Companion Apps könnte in den nächsten Jahren interessante Spiele hervorbringen, die derzeitigen Mittel werden neben Watch Dogs etwa von Battlefield 4 ausgenutzt, wo der oben angesprochene Commander Modus über ein Tablet (oder theoretisch auch ein Smartphone) abgewickelt wird. Es bleibt zu hoffen, dass die guten Ideen nicht im Sande verlaufen und die Spieleentwickler weiterhin gute Einfälle haben, was die Einbeziehung von mobilen Geräten angeht.

Mobile Spiele Highlights: Obwohl es, wie jedes Jahr, nur ein Thema am Rande ist, muss im Bereich des mobilen Gamings auch mal von den Titeln für Android, iOS, Windows Phone und Co. gesprochen werden, die die Hersteller gezeigt haben. Aufgrund der Tatsache, dass es sich für die kleinen Indie Entwickler kaum lohnt herzukommen und dass der Hype um mobile Titel nicht so groß ist, gab es allerdings kaum nennenswerte Überraschungen in Augenschein zu nehmen. Dass es nicht an Kunden mangelt zeigen jedoch jüngst veröffentlichte Studien: allein in Deutschland spielen über 10 Millionen Menschen regelmäßig auf ihrem mobilen Gerät.

Beeindruckend und erwähnenswert waren im mobilen Segment die folgenden Titel:

  • Asphalt 8 Airborne (der nunmehr achte Teil der bekannten Rennserie bringt mehr Verbesserungen, als man erwarten könnte: zum einen wäre da die beeindruckende Grafik, die aktuelle Smartphones voll ausschöpft, auf der anderen Seite werkelt eine neue Physik Engine, was sich stark bemerkbar macht. Die neue Physik Engine führt auch dazu, dass mit den sogenannten Luftstunts ein neues Element hinzugekommen ist, was angesichts der 47 lizenzierten Autos, 9 Strecken und insgesamt 180 Rennen nicht nötig gewesen wäre. Im Multiplayer Bereich wird es in Asphalt 8 eine Weltrangliste und Rennen mit nunmehr bis zu 8 Teilnehmern geben. Der Titel wird für 89 Cent für Android, iOS und, wenn auch mit Verspätung, Windows Phone erscheinen)
  • Riptide GP2 (mit Riptide GP2 gehört ein weiteres Rennspiel zu den Highlights, die im mobilen Bereich gezeigt worden sind; jedoch gehts hier nicht mit konventionellen Autos auf die Strecke, sondern mit sogenannten Hydro-Jets, die mit ihren Düsentriebwerken ein irrwitziges Gefühl von Geschwindigkeit vermitteln. Auf den verschiedenen Rennstrecken kann man zwar auch gegen den Computer spielen, der Fokus liegt aber eindeutig im Multiplayerbereich. Seinen ganzen Spaß bezieht Riptide GP2 aus dem Geschwindigkeitsrausch, der durch die schicke Grafik anschaulich illustriert wird, erscheinen soll das Rennspiel für 2,99€ unter Android und 2,69€ unter iOS)
  • Rymdkapsel (das Spiel mit dem schönen Titel Rymdkapsel ist ein echter Exot unter den vorgestellten Spielen: man hat die Aufgabe eine Raumstation zu erschaffen, wobei die Grafik ausgesprochen minimalistisch ist, jedoch nicht so hässlich, dass ein gewisser nostalgischer Charme verloren ginge.  Man reiht verschiedenfarbige Räume aneinander, die alle eine bestimmte Funktion erfüllen und in so einem Verhältnis zueinander gebaut werden müssen, dass sich ein funktionierendes Ökosystem ergibt. Ziel ist es, möglichst viele Angriffswellen der Feinde zu überleben, die Anfangs noch sehr langsam, später aber immer schneller ihre Attacken starten. Für 3,59€ kann man seine eigene Raumkapsel unter iOS und Android entstehen lassen)
  • Halo: Spartan Assault (Zugegeben, es ist ein bisschen traurig zu sehen, dass ein vergleichsweiser lieblicher Tablet Ableger alles ist, was von der Halo Reihe bleibt, und zugegebenermaßen ist es auch nur der Fan Bonus, der Halo: Spartan Aussault zu etwas besonderem macht, was jedoch nicht bedeutet, dass das Spiel keinen Spaß machen würde, für Menschen, die nichts mit Halo anfangen können, wird es jedoch nur guter Durchschnitt sein. Es handelt sich um einen grafisch ansprechenden Top-Down Shooter der zwischen Halo 3 und 4 angesiedelt ist und spielt sich äußerst actionreich. Seit kurzem unterstützt das Spiel neben Touchscreen und Tastatur auch den Xbox 360 Controller, denn Halo: Spartan Aussalt ist neben Windows Phone 8 auch für Windows 8 PCs und Tablets erhältlich, es wird weniger als 10€ kosten).

Xbox One vs Playstation 4

Natürlich dürfen weder die Xbox One, noch die Playstation 4 auf der Gamescom 2013 fehlen und beide Hersteller ließen sich mit ihren opulenten Ständen und den vielen Werbegeschenken nicht lumpen, aber trotz alledem war es irgendwie ziemlich ruhig. Kein Vergleich zu dem Konsolenkrieg bei der Einführung von Xbox 360 und Playstation 4, dieses Mal wirkt alles weniger mystisch und es scheint, als hätten die meisten Gamer im Stillen bereits die Playstation 4 zu ihrem Sieger auserkoren.

Schon die Pressekonferenz von Sony wirkte spektakulärer und strukturierter, als die von Microsoft: Vorbesteller der Xbox One erhalten bei einem Preis von 499€ Fifa 14 gratis, was keine besonders gute Wahl ist, denn das Spiel erscheint für viele Systeme und ist kein Kaufargument, während die PS4 in Europa ab dem 29. November für 399€ erscheinen wird. Was die Spiele angeht, haben beide Plattformen interessante Titel, doch einmal mehr machte Microsoft den Fehler, nichts neues mehr anzukündigen und nur bekanntes in Erinnerung zu rufen, während Sony mit exklusiven Titeln geprahlt hat, von denen der 25 Jahre alte Amiga Klassiker Shadow of the Beast bei mir persönlich den größten Eindruck hinterließ.

Ein kurzer Einschub zu Shadow of the Beast: es wird von einem Indie Entwickler, die Sony derzeit ohnehin in besonderem Maße fördert, exklusiv für die Playstation 4 entwickelt und belebt einen uralten Klassiker wieder, der damals ein besonderes Universum zum Leben erweckt hatte. Für die damaligen Verhältnisse war das Universum unverbraucht und skurril, die Soundkulisse brillant und die Grafik beeindruckend. Das Besondere ist jedoch Aarbron, der Hauptcharakter, der in drei Akten die Verwandlung vom sogenannten Beast in einen Mensch durchfährt, wobei das Spiel neben Kampfsequenzen auch tiefgründige, zum Nachdenken anregende Momente bot.

Sony schafft es, seine exklusiven Titel besser in Szene  zu setzen, als Microsoft, man kann konkrete Termine und Preise nennen, was den Konzern aus Redmond weiter in Bedrängnis bringt und man schafft es einfach, den Zeitgeist der nächsten Generation besser aufzufangen, denn die Spielebranche ist derzeit im Wandel und das Wort Next-Gen oder Next-Generation Gaming hat man wohl bei keinem Konsolenwechsel so häufig gehört, wie diesmal. Es bleibt abzusehen, ob Microsoft noch einen Trumpf in der Hinterhand hat, wirkt derzeit aber nicht so.

Der Gamer von heute

Etwas, das in jedem Fall lobend erwähnt werden sollte und dass sich insbesondere nicht an die Gaming-Gemeinde, sondern an Außesntehende richtet, ist der soziale Umgang der Gamer untereinander. Man hatte beinahe das Gefühl, als seien Auseinandersetzungen den Messebesuchern völlig fremd, denn der Ton gegenüber anderen Spielern war im allgemeinen sehr respektvoll, sodass es auch nicht zu ernsthaften Auseinandersetzungen oder Handgreiflichkeiten kam, was angesichts der Menschenmassen eine kleine Sensation ist.

Immer mehr zeigt sich auch, dass das Image des kleinen Nerds, der in seinem Keller sitzt, alleine spielt und als sozialer Außenseiter zum Amokläufer wird, nur ein Ergebnis des Schubladendenkens ist und mit der Realität kein bisschen gemeinsam hat: man sieht Familien, Männer aller sozialen Schichten und auch eine ganze Menge Frauen, die auf der Straße wohl niemand mit dem (bei einigen Teilen der Gesellschaft) nach wie vor verpönten Hobby assoziieren würde. Viele Fans tragen prachtvolle, bunte Kostüme, feiern sich selbst und zeigen, dass sie stolz auf ihre Leidenschaft sind, dass sie das aber noch lange nicht zu sozialen Außenseitern macht.

Ob nun jemand das Hobby teilt oder nicht, ist natürlich jedem selbst überlassen, aber Spiele werden immer mehr zur Populärkultur und als solche auch zu einer Kunstform, die einen anderen Anspruch hat, als es in der Malerei oder der Musik der Fall ist, einfach weil das Medium Spiel eine ganz andere Interaktivität besitzt. Die Spieler sollten von Menschen, die mit dieser Szene nichts zu tun haben, deshalb nicht mit Argwohn und Vorurteilen betrachtet werden, sondern als eine Gruppe respektiert werden, die ihr Medium mit Eifer verehrt und die einfach nur Spaß an einer ganz neuen Form von Kunst gefunden hat, für die manche Menschen einfach noch nicht bereit zu sein scheinen.

Fazit

Obwohl der Konsolenkrieg erstaunlich wenig hervortrat, war es wieder eine interessante Gamescom 2013, die jedoch das gleiche Problem hat, unter dem jede Gamescom litt: man verlässt nach dem fünften Tag das Gelände mit gemischten Gefühlen, weil der Vorfreude über einen neuen Titel und die Gewissheit, ihn fürs erste nicht spielen zu können miteinander ringen. Trotz der Tatsache, dass es kein revolutionäres, neues Spiel zu sehen gab, haben sich Publisher und Entwickler Mühe gegeben, die Massen beeindruckt und zumindest Weiterentwicklungen der bestehenden Standards gezeigt. Die Gamescom 2014 kann kommen.

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