Qualcomm Snapdragon S800 – Alles über den neuen Krait Chip

qualcomm-snapdragon-s800-alles-uber-den-neuen-krait-chipQualcomm ist einer der wichtigen Hersteller für Mikroprozessoren und hat mit seinen Snapdragon Prozessoren den Mobilfunkmarkt immer wieder geprägt und neue Maßstäbe gesetzt. Der jüngst vorgestellte S800 Chip macht dort keine Ausnahme und die Details zur Plattform mit dem Codenamen Krait machen Lust auf mehr. Der neue Prozessor ist vor allem als eine Reaktion auf die enorm steigenden Auflösungen im Smartphone und Tablet Bereich, auf die Wünsche nach fotorealistischer 3D Grafik und auf die immer komplexer werdenden Anwendungen.

Zunächst stellt der Qualcomm S800 nur eine geringe Verbesserung im Vergleich zum kleinen Bruder, dem Snapdragon 600 da, denn die Mehrleistung bezieht man in erster Linie aus der Taktrate, die von 1,7 auf 2,3 GHz angestiegen ist. Somit ändert sich an der Leistung insgesamt zwar etwas, ein anderer Indikator für die Fähigkeiten eines Prozessors, die Leistung-pro-Takt, ändert sich aufgrund von mangelnden Innovationen jedoch nicht.

Dass diese vagen Vermutungen der Realität entsprechen zeigen auch die MSM8974 Testgeräte mit der neuen CPU, die der Hersteller zu Benchmark und Testzwecken an Entwickler und bestimmte Pressevertreter herausgegeben hat. Allerdings gelingt es aufgrund der nach wie vor modernen Architektur, die dem Krait zugrunde liegt, mit dem S800 auch der Konkurrenz in Form von ARM-A15-Cortex Chips ausreichend paroli zu bieten.

Größere Veränderungen gibt es bei dem verwendeten Grafikchip (dieses Bauteil ist derzeit auch wichtiger, da die Anforderungen an die CPU nicht so schnell wachsen, wie die an die GPU); der neue Adreno 330 soll dem Adreno 320 des S600 und auch der Konkurrenz um ganze 50% voraus sein. Auf der einen Seite erreicht man dies, indem man neuere und leistungsfähigere Grafikstandards wie OpenGL 3.0 ES einhält, auf der anderen Seite auf eine Technologie namens Unified Shader, bei dem ein Shader nicht mehr nur einen bestimmten Aufgabenbereich erledigt, sondern alle Shader die in etwa gleichen Fähigkeiten haben, wodurch anfallende Aufgaben im Idealfall schneller abgearbeitet werden können. Neben den positiven Seiten der Adreno 330 sind ein Problem jedoch die berechenbaren Polygone (Dreieckige Flächen, aus denen sich 3D Modelle zusammensetzen), denn bei der maximalen Anzahl ist die Technik der Konkurrenz derzeit fortschrittlicher. Noch spielt dies aufgrund der Tatsache, dass sich die Spiele für mobile Plattformen selbstständig an die Hardware des Gerätes anpassen, und nicht wie beim Computer selbst angepasst werden können, eine untergeordnete Rolle; dies kann sich jedoch jederzeit ändern, denn mobiles Gaming rückt stärker in den Fokus von Nutzern und Entwicklern.
Die ersten Geräte, die mit dem neuen Snapdragon S800 auf den Markt kommen werden, sind das Sony Xperia Z Ultra (von dessen unheimlichen Leistungsreserven sich einige Journalisten bereits einen Eindruck verschaffen durften), in einigen Ländern vermutlich das Galaxy Note 3, das Galaxy S4 LTE-A, das HTC One Max das Sony Xperia Honami und das Honami Mini, sowie das noch unbestätigte LTE G-Pad. Darüber hinaus soll die starke Quadcore CPU ihre Dienste auch in der nächsten Kindle Fire Generation und in der Neuauflage des Sony Xperia Tablet Z verrichten dürfen.
Alles in allem wird der Qualcomm Snapdragon S800 für die nächsten 1 – 2 Jahre genügend Leistung besitzen und somit auch einer der letzten Prozessoren des Herstellers sein, der noch auf dem derzeitigen Prinzip basiert. Andere Hersteller setzen seit einiger Zeit auf die BIG.little Architektur, bei der einige Prozessoren dauerhaft für Hintergrundaufgaben zur Verfügung stehen und leistungsfähigere Recheneinheiten bei Bedarf hinzugeschaltet werden. Das soll nicht nur den Akku schonen, sondern durch die Parallelisierung auch für eine bessere Nutzererfahrung sorgen.

 

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