Amazon CEO Jeff Bezos kauft Washington Post für 250 Millionen US-Dollar – Steht die Tageszeitung vor der Digitalisierung ?

amazon-ceo-jeff-bezos-kauft-washington-post-fur-250-millionen-us-dollar-steht-die-tageszeitung-vor-der-digitalisierungAmazon ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen, dessen Kerngeschäft zwar nach wie vor der Versandhandel ist, die jedoch mit ihren Kindle Ebook Readern und Kindle Fire Tablets, dem App Store und dem Angebot an digitalen Inhalten in den Mobilfunk bzw. IT-Sektor vorgestoßen sind. Da die Konkurrenz groß ist, verwundert es wenig, dass man nach immer neuen Methoden sucht, die eigene Stärke zu vergrößern bzw. zu erhalten. Der Amazon CEO Jeff Bezos hat, wenn auch als Privatperson, für 250 Millionen US-Dollar die Washington Post, eine der bekanntesten und größten englischsprachrigen Tageszeitungen, übernommen. Obgleich Jeff Bezos diesen Schritt nicht als Unternehmen Amazon sondern als Privatperson gegangen ist, wird es gleichermaßen Auswirkungen auf die Zeitung und auf den Konzern haben.

Ein Grund, warum sich Jeff Bezos möglicherweise für die Washington Post interessiert, die übrigens die Watergate-Skandale aufgedeckt hat und in der man erstmals die Informationen des Whistleblowers Edward Snowden veröffentlichte, ist, dass auch diese große Zeitung unter der Schwächung des Marktes zu leiden hat. Tageszeitungen (und Printmedien generell) sind durch das Internet empfindlich geschwächt worden, da es im Internet eine größere Anzahl an Neuigkeiten komplett gratis gibt (wenn man von der geschalteten Werbung und den erhobenen Nutzerdaten einmal absieht); der Käufer ist ein bekennender Vertreter der Digitalisierung und gerade deshalb ist es spannend, dass er die Washington Post übernommen hat, denn es ist damit zu rechnen, dass er umwälzende Veränderungen vornehmen wird, die möglicherweise dem ganzen Zeitungsmarkt zu einer digitalen Revolution verhelfen.

In einem Kommentar von Donald E. Graham, CEO der Washington Post, heißt es, dass man Bezos für seinen Drang nach Innovation, für seinen Anstand und seine bedächtige, langfristige Herangehensweise lobe. Der neue Eigentümer der Tageszeitung ließ in einer eigenen Stellungnahme verlauten, dass er um die Bedeutung wisse, die die WP für die Hauptstadt und das Land habe, dass die Leser nach wie vor im Vordergrund der Arbeit stünden und dass sich an den vermittelten Werten und Prinzipien auch nach der Übernahme nichts verändern werde. Letztlich hat auch ein offizieller Brief an die Angestellten der Zeitung im Namen von Jeff Bezos verkündet, dass die Leitung des Unternehmens weiterhin bei den derzeitigen Führungsmitgliedern liegt und er sich lieber auf seinen Job bei Amazon konzentrieren möchte.

Was die Zukunft der Washington Post angeht, lässt Bezos neben seiner Erfahrung im Umgang mit der Aggregation und dem Verkauf digitaler Medien auch sein Anzeigennetzwerk und die vielen Kundendaten, die er durch Amazon besitzt, einfließen. Die Zeitung wird davon langfristig definitiv profitieren, ob dies auch für die Stammleser gilt ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Des weiteren wäre eine Zusammenarbeit zwischen Washington Post und Amazon Kindle Geräten möglich, da die Ebook Reader dazu prädestiniert sind, digitale Zeitungen anzuzeigen.

Alles in allem handelt es sich um einen gewagten und mutigen Schritt, denn auch für einen Mann wie Jeff Bezos dürfte eine Summe von 250 Millionen US-Dollar keine Kleinigkeit sein. Es beruhigt, dass er die Führung so beibehalten will, wie sie auch bisher gestaltet war; für den deutschen Markt dürfte vor allem interessant werden, welche Innovationen sich der neue Eigentümer für den Zeitungsmarkt ausdenkt und ob diese global Anklang finden.

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