Moto X enthüllt – Alle Informationen zum Super Smartphone von Motorola und Google

moto-x-enthullt-alle-informationen-zum-super-smartphone-von-motorola-und-googleMotorola war vor einigen Jahren noch ein wichtiger amerikanischer Smartphone Hersteller und hat mit Modellen wie dem Droid insbesondere in der Anfangsphase der Android Expansion den Markt geprägt. Schon bevor das Unternehmen durch Google übernommen wurde ging es mit Unternehmen und Innovation jedoch bergab und mittlerweile ist es fast still um den Hersteller geworden. Nun jedoch wurde (endlich) das Moto X enthüllt, ein bis vor kurzem noch zur Smartphone Revolution hochstilisiertes Gerät, welches Google und Motorola in Zusammenarbeit entworfen haben. Die Nutzer und auch die Fachpresse ist sich uneins: einerseits sind die Hardware Spezifikationen auf dem Niveau eines Mittelklasse Modells, andererseits sind Innovation, Marketing und Wertigkeit Anhaltspunkt dafür, dass es sich um das iPhone unter den Androiden handeln könnte.

Die technische Ausstattung – Zwischen langweiligem Mittelmaß und Innovation

Wenn man sich das Moto X ansieht, dann fällt zunächst der 4,7 Zoll große Touchscreen auf, ein AMOLED Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Obwohl die Größe und die verwendete Displaytechnologie zeitgemäß sind, ist es die Auflösung nicht, denn im High-End Bereich wird die Full-HD Auflösung derzeit zum Klassenstandard. Der Chef von Motorola begründet die geringere Auflösung damit,  dass man ohnehin kaum einen Unterschied sehe; weiterhin steigen bei einer höheren Auflösung die Anforderungen an den Grafikchip spürbar, sodass auch der Stromverbrauch zunimmt. Man kann diesen Schritt also durchaus verstehen. Dass Google und Motorola sich auch gegen eine Displaydiagonale jenseits der 5 Zoll Marke entschieden (5 Zoll sind bei der aktuellen High-End Generation ebenfalls üblich) begründen die Konzerne genauso, wie Apple die relativ geringe Displaygröße des iPhones seit der Markteinführung begründet: der Formfaktor ist so gewählt, dass die Bedienung mit einer Hand problemlos möglich ist, was gerade unterwegs ein Vorteil ist.

Intern sollen 2GB RAM, ein Adreno-320 Grafikchip und ein Snapdragon S4 Dual Core Prozessor mit 1,7 GHz für genügend Leistung sorgen. Bei diesen Werten handelt es sich um den Ausstattungspunkt, der für die größte Verwunderung sorgte, denn obwohl der S4 Prozessor nach wie vor ausreicht, um auch anspruchsvollere Anwendungen flüssig darzustellen, ist der Quadcore Prozessor in den Gefilden, in denen sich das Moto X bewegen will, schon lange Standard. Es schien geradezu absurd, dass  das Herzstück eines so innovativen Gerätes im Vergleich zur Konkurrenz so veraltet ist.

Die Entschädigung für diese Enttäuschung ist die Kamera, bzw. sind die beiden Kameras: hinten befindet sich eine 10 Megapixel Clear-Pixel-Kamera mit Blitz und der Möglichkeit zur Videoaufnahme in Full HD, vorne ein 2 Megapixel Sensor, der ebenfalls Full-HD Videos aufnehmen kann und Videochats so zu einer neuen Qualitätsstufe verhilft.  Die sogenannte Clear-Pixel Technologie basiert auf einem Chipsatz des Herstellers Omnivision und sorgt dafür, dass bei schlechten Lichtverhältnissen die Lichtempfindlichkeit erhöht wird, um Rauschen vorzubeugen und bessere Bilder zu erhalten, zusätzlich sorgt ein Bestandteil der komplexen Mikroarchitektur dafür, dass die Fotos im Rohformat bearbeitet werden und somit eine bessere, weil wirklichkeitsgetreuere Schärfe und einen verbesserten Kontrast erhalten. Die Theorie klingt hier außerordentlich gut, wie es in der Praxis aussieht, insbesondere gegen die Konkurrenz der, im Fotobereich exzellenten, Nokia Lumia Modelle, muss sich noch zeigen.

Bei der restlichen Ausstattung verlässt man sich auf bewährtes: 16 oder 32 GB interner Speicher gepaart mit 50 GB Google Drive Speicher (für 2 Jahre kostenlos) sollen für alle privaten Daten ausreichen,  Bluetooth 4.0 zum Datenaustausch, LTE in der aktuellsten Spezifikation, sowie die Unterstützung alle gängigen WLAN Standards. Ein Highlight ist noch das zusätzlich Prozessorensystem, dass sich darum kümmert, dass Sensoren dauerhaft eingabebereit sind, denn die Sprachsteuerung von Google soll elementarer Bestandteil des Moto X werden.

Abschließend sollte noch der 2.200 mAh große Akku erwähnt werden, ein eher durchschnittlicher Wert, der laut Hersteller für 13 Stunden Sprechzeit ausreichen soll. Die Akkulaufzeit könnte beim Moto X durch die Verwendung von Mittelklasse-Hardware tatsächlich besser sein als bei der Konkurrenz, da diese in vielen Szenarien weniger Strom verbraucht. Bedauerlich ist, dass es keine der neuartigen, revolutionären Akkutechnologien in das Produkt geschafft hat, um die sich im Vorfeld ebenfalls viele Gerüchte rankten.

Das Äußere – Wertig und wandelbar

Im Vergleich zu anderen Android Flaggschiffen (das Spektrum ist hier breit gefächert, vom Plastikbomber Galaxy S4, über den edlen Aluminium Unibody des HTC One bis hin zu den aktuellen Sony Modellen, die mit puristischer Eleganz bestechen) wirkt das Moto X sehr wertig, was eine weitere Parallele zum iPhone darstellt, welchem man zwar einiges vorwerfen kann, aber nicht, dass Design und Verarbeitung vernachlässigt würden.

Das Gehäuse umschließt das Display zunächst eng, sodass unnötige Platzverschwendung und ein hässlicher Rand ausbleiben;  mit einer Dicke von 5,6 bis 10,4 Millimetern und einem Gewicht von 130 Gramm kann sich das schicke Smartphone ebenfalls sehen lassen. Die Rückseite des Moto X besteht nicht etwa aus Plastik, sondern aus einer sanft texturierten Soft Touch Oberfläche, die sich nicht nur gut und hochwertig anfühlt, sondern auch nicht so rutschig ist, wie es Plastik oder Aluminium sein können.

Ein Highlight ist jedoch das, was Motorola mit dem Tool Moto Maker ermöglicht: man kann sein Smartphone in über 2000 optischen Variationen gestalten und so sein individuelles Design erschaffen.  Für die Vorderseite des Gerätes entscheidet man sich noch zwischen langweiligem weiß oder schwarz, bei der Rückseite stehen schon 18 Farbtöne zur Verfügung (etwa: schwarz, rot, grün, blau und viele weitere). Ein weiteres Highlight ist, dass sich in naher Zukunft auch das Material bestimmen soll, sodass man die Rückseite beispielsweise aus edlem Bambus fertigen lassen kann.  Darüber hinaus lassen sich die Farben der Tasten (Lautstärkeregler, Power Knopf) und des Kamerarings individuell festlegen, man kann eine persönliche Gravur wählen und sogar einen eigenen Text und ein Bild, die beim Bootvorgang angezeigt werden.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass der Moto Maker derzeit nur funktioniert, wenn man das Smartphone beim amerikanischen Provider AT&T kauft, wie es in Europa aussieht oder ob diese Restriktion später aufgehoben wird, steht noch nicht fest. Der Provider will übrigens in seinen Filialen Kiosksysteme anbieten, mit denen man sich sofort sein spezielles Smartphone zusammenstellen kann. Das Video vermittelt einen guten Eindruck von der Wandelbarkeit des Gerätes:

Die Software – Interessant

Was die Software angeht, profitiert das Moto X von der sehr engen Kooperation mit Google, wodurch es vermutlich sehr schnell die neusten Updates erhält, ähnlich wie es bei den Geräten der hauseigenen Nexus Produktlinie der Fall ist (obwohl das Gerät vermutlich mit Android 4.2.2 und nicht mit der aktuellen Version 4.3 auf den Markt kommen wird). Der Sprachassistent Google Now wurde bereits erwähnt und wird in das neue High-End Modell tief integriert werden, sodass er sich jederzeit und für eine Vielzahl von Funktionen Nutzen lässt. Im Vergleich zu Apples Siri macht Google Now bereits jetzt einen guten Job, die beiden Sprachsteuerungen sind auf Augenhöhe; es wäre gut möglich, dass das Moto X diese Art der Bedienung unter Android auf ein neues Niveau bringt.

Weiterhin werden auf dem Lockscreen trotz Stand-By Modus aktuelle Benachrichtigungen angezeigt: wenn etwa eine neue E-Mail eintrifft, wird auf dem Lockscreen das Icon der zugehörigen Anwendung dargestellt und der Nutzer kann mittels eines Fingertipps zu dieser wechseln. In diesem Zusammenhang will Motorola auch einige weitere Gesten in das System integrieren, die bestimmte Funktionen erlauben (auch dies kennt man schon von der Konkurrenz, wenn man die Lumia Modelle mit Windows Phone etwa während eines eingehenden Anrufs umdreht, wird der Anrufer abgewürgt).

Obwohl dies derzeit alle bekannten Features sind, ist davon auszugehen, dass Motorola und Google einige weitere Veränderungen vorgenommen und zusätzliche Spielereien integriert haben, von denen einige vermutlich weniger sinnvoll sind, als andere. In der heutigen Zeit kann es sich ein Hersteller einfach nicht leisten, die Software im Vergleich zur Hardware zu vernachlässigen, Hersteller wie HTC  (Sense, Beats Audio, etc.) oder Samsung (TouchWiz, Smartscroll und und und) zeigen dies bereits seit geraumer Zeit.

Die wichtigsten Infos – Preis, Release Datum und Verfügbarkeit

Was die wichtigsten Informationen angeht, so wird das Moto X in den USA, Kanada und in Lateinamerika Ende diesen oder Anfang nächsten Monats verfügbar sein und kann zu einem Preis von 199 bzw. 249 US Dollar bei einem 2 Jahres Vertrag erworben werden (dies sind die gängigen Kosten für aktuelle High-End Modelle). Bezüglich der mehr als 2000 Kombinationsmöglichkeiten werden einige Extras wie die Rückseite aus echtem Holz erst im Laufe des Jahres verfügbar sein.

Was den europäischen Markt angeht, so hat Motorola das Smartphone zunächst nur in den USA und Nachbarländern vorgestellt, weil dieser Markt eine gewisse Symbolik verkörpert, soll das Moto X doch hier produziert werden und stammt der Hersteller auch aus dieser Region. Man hat jedoch Pläne für den europäischen Markt und es ist damit zu rechnen, dass das Moto X oder eine leicht abgewandelte Variante bis zum Weihnachtsgeschäft weltweit verfügbar ist.

Fazit

Den Unmut der Smartphone Gemeinde kann man teilweise nachvollziehen: der Preis des Motorola Moto X ist der eines High-End Modells, die Austattung wird dem jedoch nicht gerecht. Auf der anderen Seite lesen sich die Spezifikationen der Kamera, die Software Funktionen (insbesondere die Sprachsteuerung) und die Individualisierbarkeit toll und sind deutlich innovativer, als dass, was manch ein Hersteller mit seinem Flaggschiff anzubieten hat. Wenn das Gerät zeitnah in anderen Märken erscheint und Google das Marketing offensiv genug gestaltet, hat das Moto X meiner Meinung nach gute Chancen,  das iPhone unter den Android Modellen zu werden.

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