ZTE Open für nur 69€ – Das erste Smartphone mit dem neuen Firefox OS

zte-open-fur-nur-69e-das-erste-smartphone-mit-dem-neuen-firefox-osFirefox ist vielen Menschen ein Begriff, denn der Browser kann mittlerweile beachtliche Marktanteile zu verzeichnen, sowohl mobil, als auch im Desktop Bereich. Der Entwickler Mozilla setzt sich außerdem aktiv für ein freies Internet und Open Source Software ein und betreut noch andere vielversprechende Projekte. Seit geraumer Zeit schon gibt es erste Konzepte und Bilder von Firefox OS, einem mobilen Betriebssystem, das Android, iOS und Co. Paroli bieten soll, komplett offen ist und sich besonders an Nutzer richten will, die zugunsten eines neuartigen und interessanten Systems in Kombination mit einem günstigen Preis auf High-End Hardware verzichten. Mit dem ZTE Open ist nun das erste Smartphone in Serie gegangen und was man für einen Preis von nur 69€ geboten bekommt, klingt außerordentlich vielversprechend.

Das besondere am neuen Einstiegsmodell von ZTE ist der Preis; das Smartphone wird in Spanien von Telefonica vertrieben, sodass Prepaid Kunden sogar noch eine Gutschrift in Höhe von 30€ erhalten. Der einzige Konkurrent scheint derzeit das von Vodafone beworbene Smart Mini für nur 49€ und mit Android OS. Es wird sich im Langzeitgebrauch zeigen, welches Modell die Käufer eher anspricht, morgen wird das Open jedenfalls erhältlich sein. An diesem untersten Preisende sind derzeit nur sehr wenige Smartphone vertreten, wenn man einmal von der sehr erfolgreichen Nokia Asha Serie absieht.

Was die Hardware angeht, so folgt ZTE dem Vorschlag von Mozilla, einfache Geräte zu produzieren, die auch den Massen und weniger kaufstarken Schichten einen Zugang zu mobiler Kommunikation ermöglichen.  Das Gerät ist in verschiedenen Farben erhältlich und besteht aus Plastik, was angesichts des Preises zu erwarten war. Die Spezifikationen sind nicht zu verachten:  ein 3,5 Zoll Touchscreen mit einer 480 x 320 Pixel messenden Auflösung, ein einfacher Singlecore Prozessor, 256 MB Arbeitsspeicher WLAN, Bluetooth und ein Akku mit immerhin 1200 mAh (aktuelle High-End Geräte haben oft das doppelte).  Erfreulicherweise kann der interne Speicher von 512 MB über eine MicroSD Karte vergrößert werden; eine 3,2 Megapixel Kamera ist selbstverständlich ebenfalls integriert.

Im Laufe des Jahres will Telefonica neben Spanien auch in Kolumbien, Venezuela und Brasilien Geräte mit Firefox OS auf den Markt bringen und avanciert sich gewissermaßen zu einem Hersteller für Randsysteme, wie auch die kürzliche Übereinkunft mit Microsoft hinsichtlich Windows Phone zeigt.  In Deutschland plane O2 erst Ende 2014 die Einführung von derart günstigen Geräten mit dem alternativen System, heißt es, die Erwartungen des westlichen Marktes sind allerdings auch nicht allzu leicht zufriedenzustellen. Die Telekom hat mit dem Alcatel Open Touch Fire ebenfalls ein Smartphone mit dem Mozilla Betriebssystem in der Mache, welches bald in Polen auf den Markt kommen soll. Konkrete Pläne zu einem Deutschlandstart konnte kein Mobilfunkanbieter vorweisen. Wer das System dennoch testen will, findet einen Emulator und Prototypen von Smartphones für die Entwickler.

Firefox OS setzt auf einen entschlackten Linux Kernel, der sich mittlerweile für viele mobile Systeme bewähren konnte, auf HTML5 Web Applikationen statt nativer Apps (die Geschwindigkeit und der Komfort werden hier zugunsten der einfacheren Portierung geopfert) und verfügt über die gleichen Standard Applikationen, wie die anderen Systeme auch (z.B. Medienplayer, Browser oder Wecker). Die Gaia Oberfläche ist nichts beeindruckendes oder neues, aber macht mit ihrer schlichten Eleganz und den gewohnten Steuerelementen auch nichts falsch. Besonderheiten des Mozilla System sind die geringen Hardwareanforderungen und die engagierte Entwicklergemeinde, die bereits einige Apps zum Marketplace beigesteuert hat, obwohl wirklich komplexe und aufwändige Anwendungen derzeit noch fehlen.

Alles in allem scheint Firefox OS Chancen zu haben, im Einsteigersegment Fuß zu fassen, die Märkte scheinen die richtigen, ein Smartphone für 69€ ist mit dieser Hardware ein Schnäppchen und das System kann von sich behaupten, bislang ohne gravierende Fehler zu funktionieren. Wenn weitere Partner einsteigen, man die Auswahl der Länder (auch auf Deutschland, bitte) ausweitet und die Entwickler zahlreicher werden, könnte das neue Betriebssystem Bewegung in den Kampf um den dritten Platz (um den derzeit Blackberry OS 10, Windows Phone und einige andere Systeme ringen) bringen.

 

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