Google muss sich erneut verantworten – EU-Kommission wirft Machtmissbrauch vor

google-muss-sich-erneut-verantworten-eu-kommission-wirft-machtmissbrauch-vorGoogle steht als eines der größten Unternehmen im informationstechnischen Bereich oftmals in Konflikt mit dem Gesetz: die Vorwürfe, dass der Konzern unlautere Praktiken anwende oder zu viel Macht besäße, werden regelmäßig laut und viele Punkte der Google Gegner lassen sich nur schwerlich be- oder abstreiten. Die Kartellwächter in Brüssel verhandeln nun einen neuen Fall, in dem es darum geht, dass Google seine Hardwarepartner angeblich (direkt oder indirekt) dazu drängt,  Geräte für andere Betriebssystem fertigzustellen; sogar Berichte darüber, dass man Hardwarehersteller massiv unter Druck setzte, sind bekanntgeworden.

Konkret wurde zunächst nicht rechtlich vorgegangen, sondern eine Aufforderung gestellt, einige Dinge offen zu legen. Der, mit Windows Phone in diesem Bereich ebenfalls vertretene, Konzern Microsoft ließ konkret verlauten, dass Android zu einem zu geringen Preis lizenziert würde und dass andere Hersteller in ihrer Entscheidung beeinflusst wurden, ein Gerät zu einem bestimmten Zeitpunkt oder gar nicht herauszubringen. Zunächst handelt es sich zwar um ein freies System, doch durch die vorinstallierten Dienste und durch Werbung ist Android nicht nur sehr umsatzstark geworden, sondern dominiert mit mehr als 70% die weltweite Smartphone Landschaft. Die First zur Änderung bzw. Offenlegung bestimmter widriger Umstände, ist eine Woche, somit ein schmales Zeitfenster.

Das Gericht in Brüssel hat einen 23-seitigen Fragebogen an die Hardwarehersteller und Mobilfunkprovider verschickt, mit dem nun bestätigt werden soll, wie die Geschäftspraktiken in Bezug auf Android aussähen.  Gegebenenfalls wolle man in letzter Konsequenz ein formales Verfahren durchführen, das mitunter starke Konsequenzen für das  Einkommen des Konzerns haben könnte. Rund 10% des Jahreseinkommens würde die Android Affäre dann nach sich ziehen; die Härte der Richter in Brüssel musste bereits Microsoft spüren und rund 1,7 Milliarden Dollar wegen der Tatsache, dass man sich mit dem Internet Explorer als vorinstallierter Browser eine ungerechtfertigte Machtposition im Browserkrieg darstelle. Neben Android  werden auch noch Forderungen gegen die Suchmaschinen erhoben, die Konkurrenten bewusst in ihrer Entwicklung behindere.

Alles in allem wird sich bald zeigen, wie die EU-Kommission im Falle Android entscheidet; es ist zu hoffen, dass sich diese negative Situation nicht zu lange hält und man eine gerechte Lösung für alle Parteien findet. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint Android tatsächlich als eine Art Verlockung für die Hersteller, die anderen Systeme sind weniger etabliert und kosten die Hersteller nämlich mehr.

Tags: , , , , ,

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

*