PRISM: Die US Regierung hat direkten Zugriff auf Nutzerdaten von Google, Apple, Microsoft und Co.

PRISM - Die US Regierung hat direkten Zugriff auf Nutzerdaten von Google Apple Microsoft und CoDass viele Regierungen Nutzerdaten sammeln um diese, zumindest in der Theorie, zur Terrorbekämpfung einzusetzen, sollte jedem Internetnutzer bekannt sein. Immer wieder werden neue Gesetzesvorschläge eingereicht und bestehende verändert, um hier möglichst effektiv arbeiten zu können. Die US-Amerikanischen Regierungsbehörden, das NSA und das FBI, sind kürzlich über ein internes Dokument von April in die Schlagzeilen gekommen, das von der Washington Post und anderen großen Zeitungen publiziert worden ist. Dort wird eine Software namens PRISM (zu deutsch: Prisma) angesprochen; das Siegel der Regierung scheint die Echtheit zu bestätigen. Zahlreiche Firmen haben offenbar ihr Einverständnis gegeben, darunter Größen wie Google, Microsoft (mit Skype), Apple, Facebook oder Yahoo!, also nahezu alle Firmen, die das Internet beherrschen.

Wie aus den Berichten hervorgeht, habe die US Regierung schon seit Jahren Zugriff auf E-Mails, Verbindungsnachweise, Instant Messaging Dienste, Cloudspeicher und Kundendaten. Diese Form der Komplettüberwachung ist ein regelgerechter Datenskandal. Obwohl die Firmen in Stellungnahmen derzeit die Existenz von PRISM und ihre Kooperation leugnen (Google und Facebook teilten mit, man gebe Daten nur in Einzelfällen und nach geltendem Recht frei), scheint das Gerücht nicht von der Hand zu weisen sein, da James Clapper, unter Obama Nationaler Geheimdienstdirektor, die Existenz angeblich zugegeben hat und sie mit dem üblichen Argument, dem Kampf gegen Terror rechtfertigt. Durch die Beschlüsse des Gesetzes Foreign Intelligence Surveillance Act (kurz: Fisa) ist es den Behörden erlaubt, auf Dienste von Firmen wie Apple oder Microsoft zuzugreifen, um sich Zugang zu Daten von nicht US-Bürgern zu verschaffen.

Bereits vor PRISM gerieten Behörden in die Kritik, da sie von dem Mobilfunkanbieter Verizon tägliche Daten über in- und ausländischen Telefonverkehr beziehen. Diese Maßnahme wurde auf Grundlage des Patriot Acts beschlossen und es wird spekuliert, dass man die Kooperation mit Verizon bald auch auf andere Netzanbieter in den USA ausweiten wird, bis der Kunde kaum noch an der Totalüberwachung vorbei kommt.

Sollte sich PRISM bewahrheiten, so ist das nicht nur schockierend, sondern wird auch in Europa hohe Wellen schlagen; die Beziehungen zu Amerika will man aber dennoch nicht verlieren. Es ist nicht klar, ob die betroffenen Dienstleister ihre Daten freiwillig preisgeben, ob es sich um Zwangsmaßnahmen handelt oder ob man sogar auf illegalem Wege Agenten eingeschleust hat, um Backdoors in die Softwares zu integrieren.

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