Microsoft präsentiert die Xbox One – Kinect, neuer Controller und bombastische Grafik

Microsoft präsentiert die Xbox One - Kinect, neuer Controller und bombastische GrafikXbox 720, Xbox Infinity und andere Namen geisterten schon seit geraumer Zeit durch das Internet, als man bei Microsoft verkündete, man arbeite an einer neuen Konsolengeneration. Dienstag war es dann soweit und der Xbox 360 Nachfolger wurde der Fachpresse vorgestellt; der Name lautet überraschenderweise Xbox One, ein Name, mit dem vorher niemand gerechnet hatte. Die Bezeichnung ist eine Anspielung auf das All-in-One Prinzip der neuen Konsole – und die dürfte einige Nutzer für sich begeistern können.

Dienste, Hard- und Software der Xbox One

Äußerlich versucht Microsoft mit der neuen Generation seiner bisherigen Designlinie treu zu bleiben und im Vergleich zur Slim Version der Xbox 360 ändert sich recht weniger: Kinect, Controller und Konsole sind in schwarz gehalten, beinahe minimalistisch, außerdem wird die Optik insgesamt eckiger, was wohl der Metro Oberfläche geschuldet ist, die in der Vergangenheit unter Windows 8 und Windows Phone Verwendung fand. Das Stichwort Kinect sollte der Leser an dieser Stelle im Hinterkopf behalten, denn die interaktive Eingabemöglichkeit könnte in Zukunft eine noch größere Rolle spielen.

Was die technische Ausstattung der Xbox One angeht, so sind die Informationen seitens Microsoft relativ spärlich. Ähnlich wie bei dem großen Konkurrenten aus dem Hause Sony, der Playstation 4, werde man wohl einen Prozessor mit 8 Kernen aus dem Haus AMD verwenden, dem eine Architektur, die normalen Computer CPUs sehr ähnlich ist, um den Entwicklungsaufwand bzw. den Portierungsaufwand möglichst gering zu halten. Weiterhin wird die neue Konsole 8 GB Arbeitsspeicher und eine 500 GB große Festplatte ihr Eigen nennen, sodass man auch hier für die Zukunft gewappnet ist. Das optische Laufwerk wird in Zukunft ein Blue-Ray Laufwerk sein; Spiele, die man hierüber auf der Festplatte installiert, können nach der Installation aber auch ohne den Datenträger gespielt werden. Obwohl dies zunächst bequem klingt, wird die Blue-Ray mit dem Xbox One Gamertag verbunden, was einen entscheiden Nachteil mit sich bringt: die Verknüpfung lässt sich nur gegen eine noch unbekannte Gebühr löschen, sodass ein Weiterverkauf von Spielen erschwert wird. Erfreulicherweise wird der Stromverbrauch im Vergleich zum Vorgänger trotz der potenteren Hardware nicht weiter ansteigen.  Zur Hardware ist bisher noch nichts weiter bekannt, die gezeigten Spielszenen lassen jedoch vermuten, dass es sich um ein sehr leistungsstarkes Gerät handeln wird.

Was die Software angeht, so entscheidet man sich für eine äußerst ungewöhnliche Kombination: die GUI wird über Xbox OS geregelt, die Benutzeroberfläche bleibt also weiterhin an die Bedürfnisse der Konsolenbedienung angepasst, der Kernel, das Fundament des Systems, ist der gleiche wie in Windows 8, und schließlich werden die beiden Systeme noch darüber verbunden, dass eine zusätzliche Software das Multitasking und den Wechsel zwischen Anwendungen intelligent regelt. Die Oberfläche des Betriebssystems ist an den Kachellook von Windows 8 angelehnt, was angesichts der Tatsache, dass man auch Windows 8 Apps ausführen kann, konsequent wirkt. Apropos Hardware: die Dienste, die man bisher mit Xbox Live genutzt hatte, werden auf der Xbox One nahtlos weitergeführt: man kann Spiele bis zu einer beliebigen Stelle auf einer beliebigen Konsole spielen und von dort aus auf einer anderen Xbox weiterspielen, Medien und Spiele lassen sich in der Cloud speichern, die persönlichen Einstellungen können an jeder Xbox geladen werden und Spiele werden auf Wunsch automatisch mit Updates versorgt. In diesem Zusammenhang könnte mit Kinect die Möglichkeit Realität werden, sich über Stimme oder Gesicht an irgendeiner Xbox One anzumelden. Übrigens: Xbox Live hat mittlerweile rund 15.000 Server, wer sich ein Bild davon machen will, wie viel Rechenaufwand für die Xbox One nötig ist, es sollen zum Verkaufsstart 300.000 werden.

In puncto neuer Softwaremöglichkeiten hat Microsoft auf der Präsentation noch zwei besonders interessante Funktionen vorgestellt, zum einen die Integration des hauseigenen VoIP Dienstes Skype und zum anderen das intelligente Fernsehen. Über die Xbox One kann man nun nicht nur normal fernsehen, sondern zum Beispiel während eines Fußballspiels Statistiken aufrufen (über Windows 8 Apps), sofern der Sender dies unterstützt. Darüber hinaus soll es eine Programmvorschau genauso geben, wie die Möglichkeit über Sprachsteuerung zwischen den Sendern zu wechseln. Über eine kleine Leiste, die Kontaktpersonen anzeigt und verschiedene Optionen bietet, erfolgt die Integration von Skype, das sich ebenfalls über die Sprache steuern lassen soll; es ist erfreulich zu sehen, wie Microsoft das Potential seiner Dienste hier voll auszuschöpfen versucht.

Neuer Controller und Kinect Sensor

Der Kinect Sensor wird von Microsoft mit einem Update bedacht: die Sensoren erfassen Bilder nun in Full-HD und die Mikrofone wurden ebenfalls verbessert, was langfristig zu besseren Erkennungen und dem Erfassen komplexerer Aktionen führen soll.  Jede Xbox wird nun mit der Gestensteuerung ausgeliefert, deren Befehlsrepertoire erweitert wurde: sowohl über die Sprache als auch über Gesten kann man nun beinahe ohne Verzögerung zwischen geöffneten Applikationen wechseln und, besonders cool, über den Befehl „Xbox on“ wird die Konsole nicht nur gestartet, sondern erkennt auch, wer sie startet und lädt automatisch die Daten der letzten Sitzung (Spiele, zuletzt gehörte Musik, etc.). Hardwaretechnisch kann Kinect jetzt auch Bewegungen von Gruppen in Größe von bis zu 6 Personen erfassen und ist durch eine zusätzliche Infrarotkamera auch bei äußerst schlechten Lichtverhältnissen präzise. Es ist eine beeindruckende Leistung, was der Konzern aus Redmond hier schafft; eine wirklich ausgereifte und komplexe Gesten- und Sprachsteuerung scheint greifbar und Kinect ist eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale, das die Xbox One derzeit von der Playstation 4 unterscheidet.

Die Änderungen am Controller sind vor allem kosmetischer Natur und weniger entscheidend. So hat man die Position einiger Buttons verändert, das Batteriefach ist deutlich kleiner geworden und die sogenannten Thumb-Sticks haben nun eine kleine Einbuchtung und sind insgesamt kürzer, um die Präzision zusätzlich zu verbessern. Die größte Neuerung ist da wohl die Tatsache, dass die beiden Trigger Tasten nun Force-Feedback haben, also auf bestimmte Eingaben mit Vibration reagieren, was laut Microsoft insbesondere in Rennspielen für mehr Realismus und Spielvergnügen sorgen soll.

Das wichtigste: Gaming

Das, was die Xbox One am meisten auszeichnet und was der Grund ist, weswegen sie von den meisten überhaupt gekauft wird, ist natürlich das Gaming und trotz des neuen All-In-One Konzepts wird dieses Thema in Zukunft nicht vernachlässigt. Neben den neuen Funktionen von Xbox Live will man die Konsole auch für Entwickler attraktiver machen, was nicht nur dadurch geschieht, dass die Prozessorarchitektur der des Computers ähnlicher wird, sondern auch dadurch, dass diese selbst entscheiden können, welche Funktionen nur mit Internetzugang möglich sind (die Always On Diskussion ist damit auch erledigt: bis auf gewisse Einschränkungen funktioniert das ganze System auch offline problemlos).

Ein starkes Kaufargument für den Kunden ist zunächst wohl der grafische Generationssprung: mit einem neuen Teil von Call of Duty hat man bereits gezeigt, welch detaillierte Spielwelten die Xbox One erlaubt. Zum Start sollen 15 Titel zur Verfügung stehen, die Konsolenexklusiv sind; davon sollen immerhin 8 Stück komplette Neuschöpfungen sein und bekannte Lizenzen zum Beispiel von Comics (ein Zitat aus der Präsentation) nutzen. Natürlich werden auch neue Teile von bekannten Titeln erscheinen, darunter zum Beispiel Halo, Fifa, das schon angesprochene Call of Duty oder auch Forza Motor Sports. Bewegte Bilder und weitere Titel wird es voraussichtlich auf der E3 vom 11. bis zum 13. Juni zu sehen geben, auf der Microsoft das Feld wohl kaum der Konkurrenz überlassen wird.

Fazit

Vieles ist noch nicht bekannt zur neuen Xbox One (so zum Beispiel der Preis, der wohl zwischen 600 und 400€ liegen wird oder das Erscheinungsdatum irgendwann im Laufe des Jahres), doch schon jetzt zeigt sich, wohin der Trend geht: die Xbox wird immer mehr zu einem vollwertigen Computer, der sich über die angepasste Bedienung und die bequemen Gaming Funktionen auf eine bestimmte Zielgruppe spezialisiert. Insbesondere mit Kinect hat Microsoft ein Feature in der Hinterhand, das richtig eingesetzt zu einem bahnbrechenden Erfolg werden und das Gaming Erlebnis grundlegend verändern könnte. Wir sind jedenfalls gespannt auf die finale Xbox One, aber genauso zuversichtlich, dass sie gut werden wird.

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