Google I/O 2013 – Google+ mit neuem Design, Gaming Service für Android und viele Detailverbesserungen

google-io-2013-google-mit-neuem-design-gaming-service-fur-android-und-viele-detailverbesserungen1Googles Hausmesse, die I/O, wird jedes Jahr von einer Vielzahl an Journalisten besucht und ist eine der wichtigsten Messen innerhalb der gesamten Branche. Die Google I/O 2013 bildet hier keine Ausnahme und obwohl man nichts Revolutionäres vorstellte (weder ein beeindruckendes neues Gerät, noch einen gänzlich neuen Service oder umwälzende Verbesserungen), gibt es viele Detailverbesserungen für nahezu jeden bekannten Dienst des Konzerns. Ein Highlight war auch der Auftritt von Google CEO Larry Page, der sich tapfer den Fragen der Fachbesucher stellte.

Zu Beginn der I/O gab es beeindruckende Zahlen zum mobilen Betriebssystem Android: mit 900 Millionen aktivierten Geräten und 48 Milliarden App Downloads, konnte man die Zahlen des Vorjahres nicht nur deutlich verbessern (zum Vergleich: 400 Millionen Aktivierungen), sondern schließt auch zum Konkurrenten Apple immer weiter auf, dessen Betriebssystem iOS mit 50 Milliarden App Downloads nur noch knapp in Führung ist. Weiterhin hat sich auch der Umsatz, der mit den Anwendungen erzielt werden konnte, verbessert. Man ist hier offensichtlich also auf einem guten Kurs und angesichts der vielen Hersteller und Geräte, die Android unterstützen, ist dies wenig verwunderlich.

An Neuerungen zum mobilen Betriebssystem wurde Google Play Games gezeigt, der Gaming Service, der schon kurz vor der Messe geleakt worden ist. Der neue Gaming Service unterstützt das Speichern von Spielständen in der Cloud, erlaubt Mulitplayerpartien in Echtzeit, bietet zahlreiche Achievements, die es freizuschalten gilt und setzt als besonderes Highlight auf Cross-Plattform Gaming zwischen Android, iOS und Webspielen (besonders wird hier natürlich der eigene Browser Chrome bevorzugt). Damit baut Google eine Funktion ein, die nicht nur seit langer Zeit erwartet wurde, sondern von der Konkurrenz bereits seit längerer Zeit unterstützt wird. Ein durchaus interessantes Konzept, wobei Google Play Games durchaus um größere Plattformen wie Windows Phone oder Blackberry OS erweitert werden dürfte.

Zu Android stellte man überraschenderweise noch ein Samsung Galaxy S4 mit 16 GB Speicher vor, das komplett ohne irgendwelche Herstellermodifikationen auf den Markt kommt und davon profitiert, dass es direkt Updates erhält. Das Galaxy S4 von Google, welches baugleich zum normalen ist, wird bei T-Mobile und AT&T für 649 US-Dollar erhältlich sein und kommt in den Genuss einer Vorzugsbehandlung, die sonst nur Geräten der hauseigenen Nexus Reihe zu Teil wird.

Vor geraumer Zeit wurde von Google eine Sprachsteuerung für Android vorgestellt, die auf der Google Suche aufbaut. Hiermit kann man sehr natürliche Sätze (z.B. „Wie weit ist es von hier zum Kino“) benutzen, um Antworten zu erhalten und diese auch vorgelesen zu bekommen. Die Neuerung ist, dass dies in Zukunft auch in den Chrome Browser integriert wird, also auch Desktopnutzern zur Verfügung steht. Ein „Ok, Google“ soll hier das Mikrofon aktivieren; die Neuerung ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass mit Windows 8 auch mobile Geräte in den Fokus klassischer Betriebssysteme fallen.

Weitere Verbesserungen gibt es für das hauseigene soziale Netzwerk Google+, dass sich vor seiner Konkurrenz mittlerweile nicht mehr zu verstecken braucht: ein neues Layout, das Beiträge unabhängig von der Bildschirmgröße in bis zu 3 Spalten anordnet, soll für mehr Übersicht sorgen und die Funktion namens Related Hashtags verknüpft Beiträge mit passenden Schlagwörtern, nach denen gesucht werden kann. Die Google+ Accounts werden nach und nach auf das neue Design umgestellt, das sich den Vorwurf gefallen lassen muss, an Pinterest zu erinnern. Wie ausgereift die Related Hashtags sind, kann man ebenfalls noch nicht absehen. Weiterhin steht Nutzern für das Hochladen von Bildern nun 15 GB Speicher zur Verfügung und Google+ bietet für Hobbyfotografen nun automatische Bildverbesserungen an. Deren Ergebnisse sind sehr beeindruckend, da sie Fotos zwar sichtlich verbessern, die Ergebnisse aber dennoch nicht künstlich wirken.

Die Google+ Hangouts, bislang ein wichtiger Bestandteil des sozialen Netzwerkes, werden nun massiv erweitert. Dies beginnt damit, dass die Videotelefonie nun auch unterwegs mit eigenen Apps für Android und iOS, sowie Chrome zur Verfügung steht und geht damit weiter, dass man nun auch auf Emoticons und das Versenden von Bildern Zugriff hat. Hangouts wird dadurch zu einem vollwertigen Messenger, der über das Genannte hinaus auch in der Lage ist, Kontakte direkt vom Handy zu importieren und einzelne Unterhaltungen nun in Gesprächen organisiert. Einige Tablets werden von dem neuen Hangouts nicht unterstützt, so auch das Nexus 7. Die neue Messaging Software ist ein wichtiger Baustein in Googles Strategie, denn Dienste wie WhatsApp sind nicht mehr aus der mobilen Landschaft wegzudenken, weshalb ein so großer Konzern es sich nicht leisten kann, hier keine Konkurrenz zu etablieren.

Google Maps ist vielleicht der Service, der die meisten Neuerungen erfahren hat. Zunächst wartet die Navigationslösung nicht nur mit einem neuen Design auf, sondern bietet auch eine Ansicht, die speziell an Tablets angepasst wurde.  Zusätzlich bietet man nun personalisierte Maps, die auf Analysen der bisherigen Routen und Empfehlungen von Freunden basieren und Vorschläge für Ausflugsziele oder Restaurants anbieten. Neu sind außerdem die Integration von Google Earth, eine andere Darstellung der Suchfunktion, eine bessere Integration von Fotos und ein einheitliches Bewertungssystems für Restaurants und Co.  Die neue Version von Google Maps steht bereits zur Verfügung.

Mit Google Play Music All Access stellte man abschließend einen eigenen Streaming Dienst vor, der Spotify und Co. in Zukunft Paroli bieten soll. Im Mittelpunkt steht die sogenannte Explore Funktion, die Nutzern Musik zeigt, die sie interessieren könnte;  Google Play Music soll ab 9,99 Dollar im Monat verfügbar sein und bietet Zugriff auf das gesamte Angebot von Googles Musikstore, also auf mehrere Millionen Songs. Der Dienst wird zunächst jedoch nur in den USA eingeführt; von einem Start in Europa war bislang noch nicht die Rede.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Google auf der diesjährigen I/O den hohen Erwartungen der Benutzern nicht gerecht werden konnte, da man keine neue Hardware in petto hatte. Die gezeigten Veränderungen sind größtenteils Detailverbesserungen; einzig das neue Google Maps, Google Play Games und Google Music All Access sind hier besonder erwähnenswert. Gleichzeitig kann man dem Konzern jedoch nicht vorwerfen, dass man bestehende Dienste nicht kontinuierlich verbessern würde.

 

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