Interesse an Navigationsanwendung Waze – Plant Facebook einen Google Maps Konkurrenten?

Interesse an Navigationsanwendung Waze - Plant Facebook einen Google Maps KonkurrentenFacebook hat in der Vergangenheit diverse Dienste übernommen und das Angebot an Funktionen stark ausgebaut. Zum Beispiel verfügt das Soziale Netzwerk mittlerweile mit Facebook Home über einen eigenen Launcher für Android (der nun übrigens mehr als eine Millionen Mal heruntergeladen worden ist), ein eigenes Smartphone Modell, das HTC First (den Verkaufszahlen nach eher ein Ladenhüter) oder auch Instagram, den berühmten Fotodienst, der von dem Netzwerk übernommen wurde. In Zukunft will Facebook angeblich auch in den Bereich Navigation vordringen und eine Alternative zu dem Primus Google Maps (oder auch zu dem weniger starken Konkurrenten Bing Maps) anbieten.

Laut Berichten von Bloomberg und des Wallstreet Journals seien die Verhandlungen mit dem israelischen Navigationsanbieter Waze bereits sehr weit fortgeschritten; der Preis beläuft sich dabei angeblich auf bis zu eine Milliarde Dollar. Angeblich hat die Firma um Mark Zuckerberg bereits vor einem halben Jahr ein Angebot für das Start-Up gemacht, das aber nur zwischen 130 und 200 Millionen Dollar lag.

Das System von Waze basiert darauf, dass die Nutzer permanent mit dem Dienst verbunden sind und aktuelle Daten übermitteln: fährt man also mit einem Waze-fähigen Gerät durch die Landschaft, werden Geschwindigkeit, Position und andere Daten erfasst, um die aktuelle Verkehrslage abzuschätzen. Nach eigenen Angaben wird Waze derzeit von 40 bis 50 Millionen Menschen regelmäßig genutzt; in Deutschland liegen derzeit durch Waze aber keine verwertbaren Ergebnisse vor.

Waze genießt in der Branche bereits ein gewisses Ansehen: auch der Apple CEO Tim Cook schwärmte für die Navigationslösung, als es zu Problemen mit dem eigenen Kartendienst kam. Ob Facebook die Anwendung integrieren will, um eine vollwertige Navigation zu bieten oder um standortbezogene Werbung anzubieten, ist derzeit (noch) nicht bekannt. In jedem Fall wird die Rivalität zwischen Google und Facebook, wenn es um das Sammeln von Nutzerdaten geht, durch diese Übernahme zunehmen.

Es ist äußerst interessant, dass sich Facebook genau jetzt auf den Navigationsmarkt stürzen will, denn hier sind die Verhältnisse bereits geklärt: Google Maps, die Dienste von Nokia und Bing Maps. Letzteres wurde bislang auch von dem sozialen Netzwerk genutzt, weswegen ein eigener Service die Beziehung zu Microsoft gefährden könnte. Aufgrund der Tatsache, dass es viele Facebook Nutzer gibt, die sowieso mit dem Smartphone online sind, könnte das stetig wachsende Ökosystem dennoch seinen Reiz bewahren; die Ausrichtung des sozialen Netzwerkes auf den mobilen Sektor bleibt interessant.

Tags: , , , , ,

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

*