PC Verkäufe dieses Jahr stark rückläufig – Windows 8 soll die Nutzer verwirren

PC Verkäufe dieses Jahr stark rückläufig - Windows 8 soll die Nutzer verwirrenDass die PC Verkäufe in den vergangenen Jahren aufgrund des Erfolgs von Smartphones und Tablets stark zurückgegangen sind, ist hinlänglich bekannt und jedes Jahr wieder beschäftigen sich Marktforschungsunternehmen wie IDC oder Gartner mit den genauen Zahlen und Prognosen für die Zukunft.  Da die Zahlen dieses Jahr besonders alarmierend sind, tun die Analysten das, was auch schon diverse Hardwarehersteller getan haben: sie geben Microsoft Windows 8 die Schuld an dem Dilemma. Eine Strategie, die langfristig nur dazu führen kann, dass die gesamte Branche untergeht.

Die Zahlen betreffend unterscheiden sich die beiden Studien geringfügig: man spricht von einer Gerätemenge, die zwischen 11 und 14% unter der des Vorjahres liegt.  Bei IDC handelt es sich dabei nach eigenen Angaben um den größten Rückstand seit Beginn der Datenerhebung ab 1994; bei Gartner spricht man indes von dem niedrigsten Verkaufsstand seit 2009. Die Prognose für die PC Verkäufe der kommenden Jahre sieht dementsprechend düster aus: angeblich werde es auch in Zukunft kein Wachstum geben, selbst in Schwellen- oder Entwicklungsländern habe man das Maximum erreicht und auch hier lagere man immer mehr Tätigkeiten auf mobile Begleiter wie Smartphones oder Tablet PCs aus.

Bob O’Donnell ist der IDC-Analyst, der darauf aufmerksam gemacht hat, dass man bei Microsoft nicht nur daran gescheitert sei, der Branche neues Wachstum zu bescheren, sondern die Situation mit Windows 8 auch weiter verschlimmert habe. Die Rechtfertigung sei nach Meinung des Experten darin zu sehen, dass auch der Konzern aus Redmond Einbußen hinnehmen musste und dass sich die Wirtschaft in der letzten Zeit wieder verbessert hatte, wovon die Verkaufszahlen jedoch nichts zu spüren bekommen hätten.  Die Problematik ist besonders bei den Herstellern fertiger Computer gravierend: Unternehmen wie HP, Acer und Dell haben mit Gewinneinbußen von bis zu 30% zu kämpfen, wobei mit Lenovo ein größerer Hersteller sein (zugegeben recht geringes) Gewinn Niveau halten konnte.

Die Hauptkritik an dem neuen Betriebssystem drückt Bob O’Donnel durch die folgende Aussage aus: „Die radikalen Änderungen an der Benutzerschnittstelle, das Entfernen des populären Startknopfs und die Kosten für Touch-Funktionen in der Hardware machten den PC zu einer weniger attraktiven Alternative zum Tablet und anderen konkurrierenden Geräten. Microsoft wird um einige sehr schwierige Entscheidungen nicht herumkommen, wenn es den PC-Markt beleben will.“  

Dabei wird jedoch schnell vergessen, dass Windows 8 in die Richtung geht, in die es auch nach Meinung der Analysten gehen sollte: man vereinheitlicht die mobile und die stationäre Computererfahrung unter einer Oberfläche und beweist Innovation. Trotz der Unterschiede bringt Windows 8 viele Neuerungen mit, die zu überzeugen wissen und viele der bekannten Elemente sind nach wie vor vorhanden. Eine andere Erklärung könnte viel mehr in dem Innovationsmangel der Hersteller liegen, die nichts anderes zu tun scheinen, als sich über die neue Software aufzuregen. Wenn man die Computer durch einen echten Mehrwert wieder attraktiver machen würde, so hätte dies mit Sicherheit auch einen Anstieg der PC Verkäufe zur Folge.

In Zukunft wird sich jedenfalls zeigen, ob die „alten“ Geräte noch eine Chance haben, um gegen Tablet und Co. anzukommen. Vergessen sollte man jedoch auch nicht, dass Marktforschung nicht gerade exakt ist und das praktische Geschehen anders aussehen kann, als die Theorie. Neben Microsoft sind nun vor allem die Hardwarepartner in der Pflicht, mit interessanten Geräten und neuen Technologien aufzuwarten und den Markt wiederzubeleben.

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