Samsung Galaxy S4 vorgestellt – High-End Hardware und smarte Software

samsung-galaxy-s4-vorgestellt-high-end-hardware-und-smarte-softwareIn der Radio City Music Hall auf dem Time Square, mitten im Herzen von New York, stellte Samsung vergangene Nacht das lang erwartete Galaxy S4 vor. Mit mehr als 3000 Journalisten und einer Vielzahl von Fans feierte man an dem Ort, an dem für gewöhnlich die MTV Music Awards an Weltstars vergeben werden.  Schon Wochen zuvor kündigten Leuchtwerbungen und riesige Leinwände, auf denen man das Unpack Event im Livestream verfolgen konnte, die Vorstellung der nächsten Galaxy Generation an. Die ersten Eindrücke lassen durchaus darauf schließen, dass Samsung mit dem S4 erneut ein gewaltiger Schritt gelungen ist und dass man sich auch 2013 gegen die Konkurrenz behaupten können wird.

Äußerlich hat sich an dem Design mit den abgerundeten Ecken und dem (wahlweise weißen oder schwarzen) Polycarbonat Gehäuse wenig geändert; viele potentielle Kunden hatten gehofft, beim Unpack Event ein Galaxy S4 mit schicker Metall- oder Glasoptik präsentiert zu bekommen und tatsächlich wirk die Galaxy Produktlinie mittlerweile wenig edel und fast langweilig.  Bemerkenswert ist nur, dass das Gerät trotz der gestiegenen Displaydiagonale, die nun 5,0 Zoll misst, schmaler und genauso leicht wie das Vorgängermodell ist; Samsung hat also trotz der Größe ein überraschend handliches und bedienfreundliches Gerät geschaffen. Neben einer reinen Größenveränderung löst das Display nun mit 1920 mal 1080 Pixeln auf; dank der verwendeten AMOLED Technologie ist der Bildschirm sehr leuchtstark und gibt Medien brillant wieder. Weiterhin wird das AMOLED Display nun durch besonders widerstandsfähiges Gorilla Glas der 3. Generation geschützt. Abgesehen davon ist eines der Highlights, dass das Galaxy S4 auch mit Handschuhen bedient werden können soll.

Zum verwendeten Prozessor des Samsung Galaxy S4 ließ der koreanische Hersteller ausgesprochen wenig verlauten, wobei man von einem Octacore Prozessor ausgehen darf, der aus zwei Prozessoren mit jeweils vier Kernen besteht, was notwendig ist, um effizientes Energiemangement zu gewährleisten. Man hat nämlich nicht dauerhaft alle Kerne des Octacores in Betrieb; sie werden je nach Belastung aktiviert, sodass der Nutzer auch nur die Energie verbraucht, die er benötigt. Im Inneren befinden sich weiterhin ein 2600 mAh starker Akku (der hätte tatsächlich größer ausfallen können),  der auch weiterhin austauschbar ist, alle Kommunikationsschnittstellen (NFC, GPS, Wifi, Bluetooth, Infrarot, GLONASS, LTE weltweit), ein interner Speicher zwischen 16 und 64 GB, der ebenfalls erweiterbar ist, und eine 13 Megapixel-Rück-, sowie eine 2 Megapixel-Frontkamera. Zu der Kamera liegen derzeit noch nicht viele verlässliche Berichte vor, doch Samsung erklärte im Vorfeld natürlich, dass sie exzellente Bilder mache. Abgerundet wird die Ausstattung durch die üblichen Sensoren (Licht, Beschleunigung, Luftfeuchtigkeit, etc.), die sich für verschiene Arten interessanter Anwendungen nutzen lassen.

Wesentlich interessanter ist jedoch, in welchem Maße Samsung die Software des neuen Galaxy Flaggschifs modifiziert hat; die Android Version ist dabei 4.2.2, man hat dem ganzen jedoch mit der gewohnten TouchWiz Oberfläche (mittlerweile in einer neuen Version) einen frischen Anstrich verpasst, der aber Geschmackssache ist.

Am interessantesten ist vermutlich die Floating Touch Technologie, die dazu führt, dass man das Display nicht mehr direkt berühren muss, sondern seinen Finger mit einigem über das Galaxy S4 bewegen kann, um Aktionen auszuführen. Neben dem hygienischen Aspekt sieht es nicht nur sehr gut aus, sondern soll auch für eine noch schnellere Bedienung sorgen. Unterstützend werden die Augen des Anwenders über die Frontkamera erfasst, um die Benutzung des neuen Samsung Flaggschiffs noch bequemer zu gestalten: sieht man sich zum Beispiel ein Video an und die Kamera erkennt, dass man die Augen wegbewegt, wird es automatisch pausiert.

Die diversen „S-Dienste“ werden um S Translator ergänzt; mit S Translator kann man Übersetzungen tätigen oder sich Text vorlesen lassen  und das in derzeit 9 Sprachen, wobei ein umfassendes Wörterbuch vorinstalliert sein soll. In Richtung Spielerei zielen auch die vereinfachten Möglichkeiten ab, Medien mit anderen Nutzern zu teilen oder wichtige Multimediadaten in die Cloud zu verschieben von der man sie, dann, entsprechende Mobilfunktarife vorausgesetzt, jederzeit via Streaming abspielen kann. Die neuen Kamerafunktionen sollen auch eine nette Spielerei werden, die vor allem jüngere Nutzer anspricht: mit „Dual Camera“ kann man ein Bild erstellen, das gleichzeitig auf Front- und Rückkamera zugreift, „Sound & Shot“ erlaubt es, zu einem Bild kurze Audiodateien aufzunehmen, wobei sich hier die Frage stellt, wie diese Dateien außerhalb des Galaxy S4 geöffnet werden sollen, „Drama Shot“ will aus mehreren Bildern automatisch ein Gesamtkunstwerk arrangieren und „Story Album“ erlaubt es, die eigenen Fotos in Alben zu sortieren, die sich mit verschiedenen Layouts und Designs personalisieren oder einem Anlass zuordnen lassen.

Für Geschäftsnutzer ist insbesondere die, mit der NSA entwickelte, Samsung Knox Technologie des Galaxy S4  von Interesse, da man dadurch (ähnlich wie dem BlackBerry 10 Feature BlackBerry Balance) geschäftliche und private Daten auf einem Smartphone in zwei getrennten Bereichen verwalten kann.  S Voice Drive zielt auch eher in die Richtung ab, da man hier das Smartphone mit dem Auto synchronisieren kann und während der Fahrt zum Beispiel eingehende SMS oder E-Mails vorgelesen bekommt.

Zusätzlich zu diesen Funktionen wird mit Adapt Display eine Möglichkeit geliefert, neben der Helligkeit auch Kontrast und Farbsättigung automatisch an das anpassen zu lassen, was auf dem Display zu sehen ist.  Der Short Message Dienst ChatOn wurde zudem um einen Videochat für bis zu 3 Teilnehmer gleichzeitig erweitert. Schließlich wird man noch einiges an interessantem Zubehör anbieten (zum Beispiel zum drahtlosen Aufladen des Samsung Galaxy S4) und mit der Health S genannten Software einen eingebauten Schrittzähler, der Kalorienverbrauch und zurückgelegte Strecke mitteilt, ausliefern; das Samsung S Band soll diese Daten nutzbar machen, ohne dass man immer das gewaltige 5 Zoll Gerät herausholen muss. Obwohl dies noch immer nicht alles ist, vermittelt es einen Eindruck davon, wie viel interessante Möglichkeiten Samsung in das S4 gesteckt hat.

Alles in allem lässt sich auch das Galaxy S4 als ein sehr interessantes Gerät zusammenfassen, wobei einige Dinge noch nicht ganz klar sind und die Software zeigen muss, wie sinnvoll sie im Einsatz ist, ohne unnötig zu werden. Die Hardware sorgte für wenige Überraschungen und insbesondere beim Design wäre etwas mehr mut wünschenswert gewesen; hier hätte man ruhig experimentieren dürfen und zum Beispiel bei Akku oder Gehäuse neue Wege gehen können. Gewaltige Kauferzählen und gute Testergebnisse dürften dem Samsung Galaxy S4 aber nach dem Unpack Event und den ersten Reaktionen der Fachpresse sicher sein. Ein Verkaufspreis und -datum sind derzeit noch nicht bekannt.

 

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