Google Ingress – Augmented Reality Spiel lässt Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen

Augmented Reality (erweiterte Realität) ist schon seit geraumer Zeit ein Thema, um das sich verschiedene Spiele und Anwendungen drehen. Begonnen hat die Entwicklung bereits vor einigen Jahren mit der EyeToy Technologie für die Playstation 2, bei der eine Webcam den Spieler erfasste und ihn in der Spielwelt darstellte; mittlerweile gibt es auch Anwendungen, die, über die Kamera des Smartphones, interessante Orte oder Informationen zu bestimmten Einrichtungen in das Bild der Kamera projizieren.

Google hat vor einiger Zeit das Augmented Reality Spiel Ingress einem kleinen Kreis von  Nutzern zukommen lassen, die dieses während der Beta Phase exklusiv auf ihren Android Smartphones testen können. Wann auch die breite Masse in den Genuss von Ingress kommt ist noch nicht bekannt. In der virtuellen Welt geht es um die beiden verfeindeten Parteien The Enlightened (die Erleuchteten) und The Resistance (der Widerstand), die gegeneinander Krieg führen und denen sich der Spieler anschließen kann. Der Grund für den Konflikt ist eine neuartige Energieform, für deren Nutzung die Erleuchteten eintreten, während sie die Widerständler unterbinden wollen.

Wesentlich interessanter als die (bislang) dünne Story ist jedoch das Spielerlebnis. Statt seinen Charakter passiv durch die Welt zu steuern, bewegt man sich in Ingress aktiv durch die reale Welt und erledigt Aufgaben, die auf dem Smartphone dargestellt werden. In der Umgebung sind Portale (dieses sind wichtige Punkte, die es einzunehmen gilt, indem man sich in deren Nähe aufhält), Resonatoren (die der Verteidigung von Portalen dienen) und Mind Units (diese erhält man zum Beispiel für die erfolgreiche Einnahme eines Portals) verstreut.

Mittlerweile hat sich eine richtige Szene für Google Ingress gebildet; Einladungscodes für die Beta Phase können online beantragt werden und werden auf Auktionsplattformen wie Ebay für knapp 20€ gehandelt. Laut Erfahrungsberichten sei eine Kommunikation zwischen den Spielern bei Treffen aber kaum zustande gekommen,  da  man zu sehr mit seinem Handy beschäftigt gewesen sei. Das Nutzungsverhalten ändere sich, Spaziergänge machten nun mehr Spaß, erklärte ein teilnehmender Android Nutzer.

Neben der Tatsache die Möglichkeiten von Augmented Reality Anwendungen auszuloten verfolgt Google mit Ingress vorrangig das Ziel, Nutzerdaten zu sammeln (die GPS Position wird während des Spielens permanent an einen Server übermittelt), die sich entweder für die Verbesserung der Navigationssoftware oder auch für standortbezogene Werbung nutzen lassen. Der gläserne Kunde ist damit noch leichter zu realisieren, Google kann aktiv in das Kaufverhalten des Kunden eingreifen (wenn zum Beispiel wichtige Punkte in die Nähe von Geschäften verlegt werden) und gleichzeitig könnten die mit Ingress gemachten Erfahrungen auch für die AR Brille Project Glasses interessant sein, das bald zur Marktreife gelangen soll.

Unabhängig davon, dass es sich bei Ingress um eine sehr gut funktionierende Methode zum Sammeln von Kundendaten handelt, ist es beeindruckt, wie schnell ein Hype um das Spiel entstanden ist und was für Möglichkeiten Augmented Reality bereits zu diesem Zeitpunkt hat. Wenn die Beta Phase endet und Google den Inhalt weiter ausbaut (zum Beispiel mit einer erweiterten Story um The Enlightened und The Resistance, mit weiteren einnehmbaren Punkten oder Ähnlichem) könnte Ingress zu einem wirklich guten Spiel werden, das auch entsprechend hohe Nutzerzahlen vorweisen kann.

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