Pinterest will als soziales Netzwerk durchstarten – Online Pinnwand wird mit 2.5 Milliarden Dollar bewertet

Egal ob Goolge+ oder Facebook, im Kern ist ein soziales Netzwerk immer gleich aufgebaut: es beruht vor allem auf Textnachrichten, dem symbolisieren und Verfolgen der eigenen Interessen und der Interaktion von Nutzern untereinander. Pinterest verfolgt eine andere Strategie: wie bei jeder Online Pinnwand stehen Bilder im Vordergrund:  als Inspiration für neue Werke, zum Anpreisen von Waren, die man direkt kaufen kann oder einfach, weil man auch andere daran teilhaben lassen möchte, was einen im Moment bewegt oder interessant erscheint. Das von CEO Ben Silberman als „menschliche Indexier-Maschine“ bezeichnete Netzwerk will in Zukunft noch größeren Einfluss auf die Social Media Landschaft ausüben.

Erst kürzlich konnte das Unternehmen zur Weiterentwicklung weitere 200 Millionen Dollar Investorengeld einstreichen; es investierten besonders Anleger, die schon in der Vergangenheit in Pinterest investiert hatten, was zeigt, dass man offenbar an das soziale Netzwerk glaubt. Dies wird weiterhin dadurch belegt, dass die Firma mit einem Wert von 2.5 Milliarden US-Dollar betitelt wird und sich die Nutzerzahlen von 2011 zu 2012 von 9 Millionen auf 48 Millionen Nutzer verfünffachen konnten. Dass die Firma mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen kann ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Dienst seine Benutzer anspricht und die Online Pinnwand einer rosigen Zukunft entgegen geht.

In einem Interview der Technology Review bezeichnete Ben Silbermann sein Pinterest deshalb als „menschliche Indexier-Maschine“, weil die Nutzer genau das tun, was Crawler von Suchmaschinen tun: sie durchstreifen die Inhalte des Netzwerkes nach interessanten Inhalten und entdecken am Ende Dinge, die ihnen gefallen. Es geht weniger darum, gezielt nach Pins zu suchen, sondern vielmehr darum, sich darauf einzulassen, sie zu entdecken.

Innovationskraft soll ebenfalls weiterhin vorhanden sein; so gebe es Probleme mit dem Design des sozialen Netzwerkes, die man noch nicht zufriedenstellend gelöst habe (insbesondere die Bedienung auf kleinen Displays). Auf der anderen Seite steht die Monetarisierung des Netzwerkes, da die Betreiber mit der Online Pinnwand langfristig Geld verdienen wollen. Pinterest kann in Zukunft von den vielen Contentanbietern profitieren, die ihren Nutzern direkte Kaufmöglichkeiten anbieten.

Letztlich zeigt sich zusehends, dass der Trend auch in Deutschland immer stärker um sich greift: nicht nur, dass ein Pinterest Nutzer einer Studie zur Folge das Doppelte dessen für den Online Einkauf ausgibt, was ein Facebook Nutzer zu zahlen bereit ist, die Anzahl der Links, die deutsche Unternehmen (beispielsweise H&M, Zalando oder die Community Dawanda.com) über Pinterest generieren können, ist beachtlich und die Verkaufszahlen sind es ebenfalls.

Alles in allem könnte sich die Online Pinnwand trotz (oder gerade wegen) ihres unkonventionellen Ansatzes gegen die großen Netzwerke durchsetzen. Die Art und Weise, wie man auf Pinterest mit den Pins in Berührung kommt, ist ausschlaggebend für den Erfolg. Was deutsche Firmen angeht, die Ware oder Dienstleistungen online zum Verkauf anbieten, so sollten diese im Bereich Online Präsenz und Suchmaschinenoptimierung ebenfalls verstärkt auf Pinterest setzen.

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