Yahoo und Google schließen Werbebündnis – Microsoft in Bedrängnis

Yahoo zählte zweifelsohne zu den Gewinnern des ersten Internetbooms um das Jahr 2000 herum, versank mit der zeit jedoch immer stärker in der Bedeutungslosigkeit. Erst seitdem die ehemalige Google Mitarbeiterin Marissa Meyer als CEO eingestellt wurde, was mittlerweile rund sechs Monate her ist, hat man erstmalig wieder eine Umsatzsteigerung um rund 6% zu verzeichnen. Eine neue Ankündigung, nämlich die, dass Yahoo in Zukunft AdSense Online Werbung anzeigen möchte, führt dazu, dass böse Stimmen bereits von Yahoogle sprechen.

Für beide Unternehmen scheint das Werbebündnis einen Gewinn darzustellen, denn Yahoo ist nicht mehr nur auf den eigenen, weniger erfolgreichen Werbedienst angewiesen und Googe kann durch die Positionierung auf einer der nach wie vor meistbesuchtesten Seiten des Internets sein Kapital vergrößern. Es handelt sich bei der Kooperation jedoch nicht um einen exklusiven Vertrag, sodass die Yahoo eigenen Anzeigen und auch die von anderen Kooperationspartnern nach wie vor zu sehen werden und AdSense nun zu den Partnernetzwerken zählt. Es handelt sich hierbei nicht um ein Gerücht, da die Werbekooperation mittlerweile offiziell bestätigt wurde; einzig über den Preis bewahrt man derzeit Stillschweigen.

Die Pressemitteilung von Yahoo lautete wie folgt:

„Every day, people turn to Yahoo! for their daily habits — like search, weather, news or more. At Yahoo!, we’re focused on doing everything we can to make the user experience inspiring and engaging. One way we do that is by providing relevant and well-targeted content — whether that be editorial or advertising content.
Say you’ve been shopping for boots. If you see an ad for boots, that’s instantly going to pique your attention more than an ad for, say, a car battery. That’s better for users. This is why contextual advertising is such a powerful tool.
Today, we’re excited to announce that we recently signed a global, non-exclusive agreement with Google to display ads on various Yahoo! properties and certain co-branded sites using Google’s AdSense for Content and Google’s AdMob services.
By adding Google to our list of world-class contextual ads partners, we’ll be able to expand our network, which means we can serve users with ads that are even more meaningful.
For our users, there won’t be a noticeable difference in how or where ads appear. More options simply mean greater flexibility. We look forward to working with all of our contextual ads partners to ensure we’re delivering the right ad to the right user at the right time.“

Kurz zusammengefasst heißt das also, dass die Nutzer die Umstellung gar nicht negativ bemerken werden, aber dass man dadurch in der Lage ist, die Präzision von kontextsensitiver Werbung weiter zu verbessern, was auch im Interesse des Nutzers sei. Typisches Marketingegwäsch.

Wesentlich interessanter ist in diesem Zusammenhang aber, was das für die Zusammenarbeit von Yahoo und Microsoft bedeutet, deren Suchmaschine Bing derzeit noch lizenziert ist, also für Suchanfragen auf der eigenen Website genutzt wird. Durch die erneute Annäherung der beiden Internetgiganten gerät auch dieses Abkommen ins Wanken und Microsoft wird seine verbesserten Marktanteile im Bereich Suchmaschinen, also Bing, und kontextsensitiver Werbung wieder verlieren.  Zuletzt sagte Marissa Meyer, dass sie mit der Entwicklung des Verhätlnisses zwischen den beiden Firmen ohnehin nicht mehr zufrieden sei.

Wir werden sehen, welche weiteren Überraschungen uns Yahoogle in den folgenden Jahren noch beschert, die Integration von AdSense für die Online Werbung ist jedenfalls ein Schritt in eine Richtung, die man bereits in der Vergangenheit einschlagen wollte, die aber durch das Kartellamt verhindert worden ist. Ob sich eine derartige, noch größere Einflussnahme Googles positiv auf das Internet auswirkt, sei dahingestellt.

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