Nokia erhält eine Milliarde Euro EU-Gelder für Forschung – Graphen soll technologische Revolution einläuten

Aktuell ist in Silizium das wichtigste Element in der Chipherstellung, aus dem sämtliche Prozessoren und viele verschiedene Bauteile gefertigt werden; problematisch an Silizium ist jedoch, dass die geringen Vorräte mehr und mehr erschöpft werden. Graphen, einschichtiger Kohlenstoff, weist zahlreiche Eigenschaften auf, die es für zahlreiche Industriezweige interessant ist: es ist unglaublich belastbar, mit einer hohen Leitfähigkeit und Flexibilität. Derzeit gibt es in der Industrie einen regelrechten Wettstreit darum, wer das Graphen, dessen Entdeckung mit dem Nobelpreis 2010 honoriert wurde, zuerst für alltägliche Anwendungsgebiete nutzen kann. In der EU konnte Nokia diesen Wettstreit für sich entscheiden und erhält innerhalb des nächstens Jahrzehnts insgesamt eine Milliarde Euro EU-Gelderüber das Future and Emerging Technologies Programm, das vom Graphene Flagship Consortium geleitet wird. Diesem Konsortium gehören in der EU mehr als 70 Partner an, die sich aus akademischen Bereichen (z.B. Universitäten) und der Industrie zusammensetzen.  Nokia vertritt bei der Subventionierung den Bereich Elektronik und Mobil.

Der Nokia CTO Henry Tirri äußerte sich wie folgt zu den Geldern:  “Nokia ist stolz darauf, mit diesem Projekt verbunden zu sein, und wir sind tief verwurzelt in diesem Bereich – wir begannen schon 2006 mit Graphen zu arbeiten” Das Know-How wird Nokia sicherlich zu Gute kommen und die Erkenntnisse, die dabei gesammelt werden können für die gesamte informationstechnische Industrie von großer Bedeutung sein. Weiterhin erklärte der Leiter des Forschungszentrums, dass Graphen nach dem Eisen, das die industrielle Revolution auslöste, und dem Silizium, das die technologische Revolution auslöste, eine ähnlich hohe Rolle einnehmen wird.

Denkbar sind mit Graphen Prozessoren mit Taktraten im dreistelligen Bereich (aktuelle Mikroprozessoren haben selten mehr als 3 Gigahertz), sehr viel leichtere mobile Geräte,  ein ultradünnes Akku der Zukunft, dass sich innerhalb von 30 Sekunden aufladen lässt, dadurch bedingte Revolutionen im Bereich von Elektroautos und sehr günstige Geräte, die besonders die multimediale Versorgung von Schwellen- und Entwicklungsländern vorantreiben könnten. Dass es weltweit schon mehr als 5000 graphen-bezogene Patente gibt (die meisten in China, gefolgt von den USA und Nordkorea), von denen Samsung rund 400 besitzt, verdeutlicht, welche Möglichkeiten man in dem zweidimensionalen Kohlenstoff sieht.

Durch die Erfahrungen die Nokia schon gesammelt hat und die gute Infrastruktur des Unternehmens, das mehrere Forschungszentren hat, sind die eine Milliarde Euro EU-Gelder gut investiert. Es ist zu hoffen, dass Graphen in Zukunft viele Probleme aktueller Geräte lösen kann, neue Gerätegruppen schafft und durch effiziente Verfahren zur Massenherstellung dazu führt, dass man statt Silizium einen Stoff verwendet, der weit häufiger vorkommt, sodass die Umwelt nicht so stark belastet wird.

 

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