RIM präsentiert BlackBerry 10 OS – Innovatives Betriebssystem, moderne Hardware und ein Hoffnungsschimmer

(Abbildung entspricht nicht den BlackBerry 10 Smartphones)

Der kanadische Smartphone und Tablet Hersteller RIM gehört zu den Pionieren in diesem Bereich und war lange Zeit einer der bedeutendsten Herstellern. In den letzten Jahren versank das Unternehmen mehr und mehr in der Bedeutungslosigkeit, da man sich nicht vom Business Image lösen konnte,  man wichtige Hardware Trends verpasste (Touchscreen, vernünftige Kameras, etc.), Geräte mit einem veralteten Betriebssystem auf den Markt brachte, das nicht für sie konzipiert worden war, das so wichtige Ökosystem bei BlackBerry OS nicht existierte und man nicht konkurrenzfähige Modelle zu überteuerten Preisen verkaufte. Mit der Vorstellung von BlackBerry 10 und den Smartphones Z10 und Q10 soll sich das Blatt wenden; der Hersteller hat in der Tat eine moderne Plattform geschaffen, die sich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz befindet.

Das Z10 präsentiert sich als das aktuelle Spitzenmodell der neuen Produktlinie und zielt auf hohe Ansprüche ab: ein hochwertiges 4,2 Zoll Touchdisplay mit HD Auflösung, ein wertig verarbeitetes Gehäuse, das nichts mehr mit dem gealterten, klobigen BlackBerry Design zu tun hat, ein schneller Prozessor und die Unterstützung von LTE scheinen eine gute Grundlage. Die Fachpresse zeigt sich von den ersten kurzen Tests angetan, obwohl es für eine umfassende Einschätzung noch nicht reicht. Das Flaggschiff soll Ende Februar bis Mitte März bei O2 und Vodafone erhältlich sein, wobei man sich zum Preis derzeit ausschweigt. Bekannt ist, dass das Smartphone sowohl in Schwarz, als auch in Weiß (allerdings etwas später) erhältlich sein wird.

Im Vergleich dazu erscheint das Q10 mit seiner vollwertigen QWERTZ-Tastatur, den abgerundeten Ecken und dem vergleichsweise kleinen 3,1 Zoll Display deutlich stärker an das ursprüngliche Design des Herstellers angelehnt zu sein. Die gute Verarbeitung lässt bereits vermuten, dass das Modell mehr in sich hat, als es auf den ersten Blick vermuten lässt: das Display ist mit moderner AMOLED Technologie ausgestattet, ein schneller Dualcore Prozessor und 2 GB RAM sorgen für ruckelfreie Bedienung und LTE wird ebenfalls unterstützt.  In puncto Verfügbarkeit gelten die gleichen Bedingungen wie bei dem Z10, das vermutlich deutlich teurer sein wird; im Test schlägt das Q10 ausnahmslos alle Konkurrenten mit QWERTZ-Tastatur, ein Alleinstellungsmerkmal, das RIM in Zukunft noch stärker ausbauen könnte.

Für beide Smartphones gilt, dass sie NFC zur bargeldlosen Bezahlung unterstützen, einen austauschbaren Akku und erweiterbaren Speicher über einen microSD Slot besitzen. Im Vergleich mit der Konkurrenz können sich also beide Geräte sehen lassen, obwohl, bis auf die exzellente Volltastatur, echte Innovationen und Alleinstellungsmerkmale fehlen. Was die Hardware anbelangt, so wird auch das PlayBook ein Update auf die neuste BlackBerry OS Version erhalten, was ein Indiz für die Aussage sein könnte, dass man derzeit kein neues Tablet plane.

Ohnehin ist die Hardware nicht viel wert, wenn das Betriebssystem keinen überzeugenden Eindruck macht: BlackBerry 10 wird also darüber entscheiden, ob RIM als Hersteller langfristig überleben können wird. Obwohl die beiden großen Plattformen, Android und iOS, kaum Platz für weitere Mitbewerber lassen, punktet BlackBerry 10 neben einem zeitgemäßen Design vor allem mit innovativen, neuartigen Funktionen, die man bei der Konkurrenz so nicht findet.

Bereits das Bedienkonzept des Systems ist beeindruckend, kommen die Handys doch ganz ohne mechanische Tasten aus und lassen sich vollends über Gesten bedienen, sodass der Nutzer das Gefühl bekommen soll, er „schwimme“ durch die Menüs, weil man von jedem Ort aus jeden anderen Systempunkt erreichen kann und es tatsächlich sehr flüssig und intuitiv wirkt. Weitere Pluspunkte sind der schnelle Browser, der alle modernen Technologien unterstützt, sowie das vollwertige Multitasking, das die Konkurrenz in einem solch umfassenden, und dennoch schlichten, Ausmaß nicht zu bieten hat. Mit BlackBerry Hub, dem zentralen Posteingang, über den sich neben altmodischen E-Mails und SMS auch sämtliche Nachrichten aus sozialen Netzwerken einsehen lassen, und BlackBerry Balance, einer Möglichkeit, komplett voneinander getrennte Benutzerkonten für das Berufliche und das Private anzulegen, wobei sich das Firmenkonto durch die Arbeitsstelle administrieren lässt, sind zwei interessante Funktionen umgesetzt worden, die neben normalen Benutzern auch Geschäftskunden ansprechen dürften.

Dass es neben dem Betriebssystem auch auf die Anwendungen ankommt, insbesondere dann, wenn ein Großteil der potentiellen BlackBerry 10 OS Nutzer von einem anderen System kommt und somit bereits favorisierte Anwendungen hat, ist RIM klar, weswegen man auf zahlreichen Entwicklerkonferenzen und mit großer Unterstützung viele Entwickler dazu bringen wollte, auf der neuen Plattform zu programmieren.  In der überarbeiteten BlackBerry World findet man derzeit deshalb Musik, Filme und eine kleine aber feine Anzahl von zeitlich begrenzt reduzierten Anwendungen.

Der Neuanfang scheint RIM auf den ersten Blick zurück: ein Unternehmen mit Know-How, ein aktuelles System mit vielen nützlichen Funktionen und moderne Smartphones. Problematisch ist derzeit, dass die Konkurrenz ein komplettes Ökosystem aus Diensten vorzuweisen hat, während BlackBerry 10 sich dieses erst zu erkämpfen hat; auch ist es fraglich, ob die Firma neben den Geschäfts- auch die Privatkunden erreicht, die sich durch den (zu unrecht) schlechten Ruf des Unternehmens in diesem Bereich abgeschreckt fühlen. Wir wünschen jedenfalls, das durch den Start des neuen Betriebssystems mehr Konkurrenzkampf entbrennt und RIM zu alter Größe zurückkehren kann.

 

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