Twitter veröffentlicht Vine – Kurznachrichtendienst ab sofort mit Video App

Der Kurznachrichtendienst Twitter zählt nach Facebook und Google+ zu den wichtigsten Diensten unter den sozialen Netzwerken, Tendenz steigend. Mit 140 Zeichen und sogenannten Hashtags (Schlagwörter eines Beitrags, die durch eine Raute # gekennzeichnet werden) konnten sich die Nutzer bislang ausdrücken, die Möglichkeiten, Weblinks und Bilder zu teilen erweiterten diese Möglichkeit. Mit Vine haben die Entwickler nun eine App für iOS veröffentlicht,  durch die Nutzer in der Lage sind, kurze Videos zu teilen.

Die Anwendung ist aktuell noch mit wenigen Funktionen ausgerüstet, lässt sich aber intuitiv und stabil bedienen.  Man kann mit Vine Filmchen mit einer Länge von maximal sechs Sekunden aufnehmen, die sich dann über den Kurznachrichtendienst oder via Facebook teilen lassen. Derzeit fehlen viele Funktionen, so zum Beispiel eine vollwertige Steuermöglichkeit für das Ansehen der Videos (aktuell lassen sich die Clips nur pausieren, fortsetzen und stummschalten), die Möglichkeit, Videos ohne Ton aufzuzeichnen oder einfache Bearbeitungsmöglichkeiten.

Um Vine zu nutzen, braucht man übrigens keinen Account bei einem der beiden sozialen Netzwerke, obwohl Twitter Nutzer bevorzugt behandelt werden sollen und ihre Anmeldung dadurch beschleunigt wird. Wer z.B. einen Blog betreibt, kann die Video App  ebenfalls nutzen, wobei der fertige Kurzfilm sich dann natürlich nicht auf Twitter oder Facebook teilen lässt.

Das Start-Up wurde im Oktober 2012 von Twitter aufgekauft und an der Integration arbeitete man seit geraumer Zeit. Der Erfinder der Anwendung erklärte auf seiner Website, dass Videos bei Vine „wie kleine Fenster in das Leben von anderen Menschen, ihren Einstellungen, Ideen und Objekten“ seien. Obwohl die anderen Netzwerke auch Funktionen anbieten, um Videos zu teilen, ist es bei Twitter noch etwas anderes, da diese Plattform ganz andere Schwerpunkte setzt und die Videos niemals Hauptaugenmerk, sondern nur Verdeutlichung und Visualisierung eines Beitrags sind.

Aktuell gibt es bereits die ersten Anwendungen, die die Video App integrieren, etwa Vinepeek, wo man sich in Echtzeit alle über Vine veröffentlichten Kurzvideos ansehen kann, was aus Sicht des Datenschutzes durchaus bedenklich ist, da hier auch private Videos erscheinen. Weitere Kritik muss der Dienst aus den USA einstecken, wo man sich darüber aufregt, dass auch pornographisches Material zugänglich gemacht würde; dies ist strikt gegen die Politik von Apple, wo man mit jugendgefährdenden iOS Anwendungen nicht gerade zimperlich umgeht. Aufgrund der engen Beziehung zwischen Twitter und Apple ist die Video App derzeit noch erreichbar, Warnhinweise über teilweise pornographischen Inhalt sind aber eine wahrscheinliche Folge der Empörung.

Alles in allem zeigt sich daran, das man auch bei Twitter versucht, Innovationen einzubauen und die Möglichkeit der Kurznachricht um eine visuelle Komponente erweitern will. Da sich die Anwendung noch in den Kinderschuhen befindet, sind die Versäumnisse innerhalb des Funktionsumfangs entschuldbar; wann und ob man die Anwendung auch auf andere Systeme portiert (Android, Windows Phone, etc.), ist derzeit nicht bekannt.

 

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