Apple veröffentlicht Quartalsbericht – Analysten zittern trotz Rekordgewinn

Apple stellt einen der größten Konzerne der Welt dar und hat mit Innovationen und Marketing im großen Stil einen großen Teil des mobilen Marktes in Form von iPad, iPhone und iPod dominieren können. Bislang verhielt es sich so, dass das Unternehmen einen Rekordgewinn nach dem anderen verzeichnen konnte und die Anleger mit der stetig steigenden Aktie gut bedient waren. Trotz der allgemein guten Zahlen des ersten Quartalsberichts 2013 ist die Lage nun aber angespannt und der Wert der Aktie um rund 10% gefallen.

Der Quartalsbericht kann folgende Zahlen vorweisen: 54,5 Milliarden Dollar Einnahmen, ein Rekordgewinn in Höhe von 13,08 Milliarden Dollar und 47,8 Millionen verkaufte iPhones und 22,9 Millionen verkaufte iPads (dies dürfte besonders durch die Einführung des iPad Mini begünstigt worden sein). Doch trotz allem sind sich Investoren unsicher; das hat mehrere entscheidende Gründe.

Ein Grund ist, dass zwei, vormals wichtige, Sparten momentan eine abnehmende Tendenz zeigen: Macs und iPods. In Zusammenhang mit den Macs steht dann auch das Betriebssystem MacOS X, dessen Nutzerzahlen in Zukunft vermutlich weiter nachlassen werden. Wenn in Sparten, die bislang als sehr sicheres Fundament galten (Mac Nutzer blieben in der Regel bei einem solchen Gerät und es gibt kaum einen MP3 Player, der mit dem iPod mithalten kann) und alles vom schnelllebigen mobilen Sektor abhängt, ist das Risiko eines Umsatzverlustes größer.

Darüber hinaus verängstigt das Gerücht, dass Apple die Display Produktion für das iPhone 5 in Japan halbiert habe, die Analysten, da diese Meldung, die von zwei seriösen und renommierten Wirtschaftsmagazinen veröffentlicht wurde, ein Indiz für eine sinkende Nachfrage nach dem Smartphone sein könnte. Tim Cook, CEO und Nachfolger von Steve Jobs, erklärte, dass die Lieferkette komplex sei und man sich nicht auf einzelne Zahlen stützen solle und Komponenten zudem vorrätig seien. Obwohl der Quartalsbericht keinen Anlass zur Sorge gibt, sollen Sharp und Japan Displays von einer Reduzierung sprechen, im Fall von Sharp betreffe dies auch das iPad. Tim Cook hat die Gerüchte nicht dementiert und die Tatsache, dass er überhaupt ein Dementi abgibt, könnte Grund genug sein, den Spekulationen zumindest Beachtung zu schenken.

Der dritte und wichtigste Punkt ist aber die Dominanz von Android und die Tatsache, dass Apple, seit der Übernahme durch Tim Cook, die Innovationskraft fehle. Jobs war der kreative Kopf, dem Ideen wie das iPhone, iOS und der iPad entsprangen und es ist fraglich, ob sich ein, auf innovativer Ebene, ebenbürtiger Nachfolger unter den Mitarbeitern befindet. Die Konkurrenz hat es geschafft, Geräte zu bauen, die nicht nur die gleichen Funktionen aufweisen, sondern teilweise verbessert oder deutlich günstiger angeboten worden sind. Es ist fraglich, ob Apple in der nächsten Zeit in der Lage ist, ein komplett neues Gerät vorzustellen, um seinem Ruf alle Ehre zu machen.

Alles in allem gibt es noch keinen wirklichen Grund für Anleger und Analysten, Panik hinsichtlich des Unternehmens zu zeigen – insbesondere der Rekordgewinn dieses Quartals gibt dazu keinen Anlass. Auf  lange Sicht gesehen ist Apple aber zu schwerfällig geworden und gerät langsam in Zugzwang, da die Konkurrenz bereits erste Innovationen vorstellen konnte (Project Glass von Google oder flexible Displays, die ganz neue Gerätefaktoren ermöglichen von Samsung). Aber vielleicht wartet Tim Cook auch nur darauf uns das nächste „one more thing“ zu präsentieren.

Tags: , , , , , , , , ,

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

*