20 Jahre SMS – Vom Massenphänomen zum Nischenprodukt

Die SMS (Short Message Service) feiert heute ihr 20-jähriges Bestehen; am 3. Dezember 1992 schickte Entwickler Neil Papworth  eine SMS an Richard Davis, damaliger Projektmanager bei Vodafone. Damals wurde die SMS mit dem kurzen Inhalt „Merry Christmas“ noch vom Computer aus versandt, heute ist die SMS für Millionen Handynutzer nicht mehr wegzudenken und hat sich als Teil des täglichen Lebens etabliert.

Der Mobilfunkstandard GSM bot kreativen Köpfen der damaligen Zeit die Möglichkeit, den Standard auszuarbeiten und umzusetzen. Neben Vodafone waren Mitarbeiter der Telekom und Nokias an der Entwicklung der Technologie beteiligt. Das Besondere an der SMS war, dass man, anders als bei Pagern der damaligen Zeit, Nachrichten nicht nur empfangen, sondern erstmalig auch senden konnte. Um das Netz nicht zu überlasten legte man die maximale Größe der Kurznachricht auf 160 Zeichen fest; diese Limitierung besteht auch heute noch und ist einer der Gründe dafür, dass sich Abkürzungen im digitalen Zeitalter so stark durchgesetzt haben.

Ursprünglich sollte die SMS vorrangig dazu dienen, Informationen und Technische Daten zwischen dem Provider und dem Kunden auszutauschen, weswegen sie damals auch kostenlos war. Durch die Möglichkeiten des GSM Netzes und mit der zunehmenden Verbreitung von Handys wurde die SMS, besonders bei jungen Leuten, eine der beliebtesten Kommunikationsformen, sodass die Netzbetreiber irgendwann kosten erhoben.

Als die mobile Hardware immer leistungsfähiger wurde und das Mobilfunknetz größere Kapazitäten hatte, wurde im Jahr 2000 die MMS (Multimedia Message Service) geschaffen, mit der man neben Text auch Bild- und Audioinhalte versenden konnte, im Gegenzug aber auch den vierfachen Preis einer SMS bezahlen musste. Aufgrund des hohen Preises und der Alternativen durch die Verbreitung des mobilen Internets und Instant Messaging Diensten war die MMS langfristig gesehen nicht erfolgreich. Aktuellen Zahlen zu Folge werden jeden Tag allein in Deutschland 116,9 Millionen Kurznachrichten über den Short Message Service versendet.

Mittlerweile sinkt der Umsatz, der durch den SMS Versand erwirtschaftet wird, stark und der Trend geht immer weiter, da das mobile Internet mittlerweile sehr günstig ist, dort keine Beschränkungen bestehen, man beliebige Dateien versenden kann und gleichzeitig nicht pro Nachricht bezahlen muss. Einzig im Machine-To-Machine Sektor, dem Bereich, für den man den Short Message Service ursprünglich geschaffen hatte, ist eine stärkere Nutzung erkennbar; weiterhin werden SMS zunehmend im Bereich der Authentifizierung (zum Beispiel im Bereich Online Bankin mit neuen Tan-Verfahren oder bei besonderer Sicherung von Nachrichten im DE-Mail System) und von Regierungen (die stille SMS als Mittel, um unbemerkt auf das Handy eines potentiellen Straftäters zuzugreifen) genutzt.

Die Mobilfunkbetreiber arbeiten mit dem Dienst Joyn, den man in einigen Tarifen bereits nutzen kann, an einem Nachfolger zur SMS, mit dem man neben Kurznachrichten auch Videotelefonie und den Versand von Multimedia Inhalten nutzen kann. Joyn soll dadurch von der breiten Masse genutzt werden, dass man ihn auf vielen Geräten vorinstallieren, und tief ins System integrieren will. Prognosen zufolge wird die SMS aufgrund ihrer Einfachheit und der hohen Verbreitung noch einige Jahre Bestand haben, ehe sie neue Technologien vollends ablösen.

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