Google muss Kritik einstecken – Rufmord steht im Raum

Jetzt hat Google eine Klage am Hals, Bettina Wulff fühlt sich durch die Suchmaschine verleumdet. Damit steht sie aber ganz und gar nicht alleine da, denn auch andere Menschen verlangen nun, dass die Persönlichkeitsrechte bei der Suchmaschine gewahrt werden sollen.

In den letzten Tagen ist es wahrlich oft durch die Presse gegeistert, wer bei der Suchmaschine Google den Namen von Bettina Wulff eingeben will, der stößt sehr schnell auf einige Spekulationen. Meistens reicht es schon aus, lediglich das B einzugeben, und schon kommen die ersten Vorschläge, die den Namen Bettina Wulff in Zusammenhang mit dem Begriff Prostituierte zeigen. Zwar kann das Ergebnis durchaus ganz unterschiedlich ausfallen, aber in sehr vielen Fällen kommen genau diese Vorschläge heraus. Google selbst soll für diese Vorschläge gar nichts können, denn diese Vorschläge entstehen aus dem, was Google registriert hat. Die Suchmaschine speichert, wonach sehr viele Nutzer suchen, und das wiederum schlägt sich dann auch gleich wieder nieder in den Suchergebnissen, und dazu bei der Funktion „Automatische Vervollständigung“, um die es im genannten Fall geht. Sicher sind davon sehr viele Menschen betroffen, aber Bettina Wulff ist die erste, die sich nun dagegen wehrt.

Das Handelsblatt berichtet am Dienstag von einem so wörtlich „Opfer einer neuzeitlichen Rufmord-Maschine“, gemeint ist hiermit Bettina Wulff. Der Zeitung nach sind es aber wohl nicht nur Einzelpersonen, die unter einem solchen Rufmord digitaler Art leiden, es kann durchaus auch Unternehmen betreffen. Das Handelsblatt gibt an, dass ein Beispiel das Unternehmen EON sei. Durch die Funktion „Automatische Vervollständigung“ wird das Unternehmen in Verbindung gebracht mit dem Begriff „Abzocke“.

Natürlich gibt dies Google nicht zu denken, ganz im Gegenteil, der Konzern sieht sich hier absolut im Recht. Der Grund ist recht einfach, denn Google schlage diese Begriffe ja nicht selber vor. Dies sagte der Sprecher des Unternehmens, Kay Oberbeck, dem FOCUS Online gegenüber. Die Wörter, die bei dieser automatischen Vervollständigung erscheinen, spiegelten daher lediglich die wirklichen Suchbegriffe wider der Nutzer. Die Begriffe, die angezeigt werden, seien das Resultat von einigen objektiven Faktoren, welches algorithmisch erzeugt wurde. Zu diesen Faktoren zähle unter anderem auch die Popularität der Suchbegriffe, die eingegeben wurden. Schlussendlich heißt das, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, die Worte bei der automatischen Vervollständigung zu finden, je mehr Nutzer auch nach solcher Art von Gerüchten suchen.

Sind Firmen davon betroffen, dann kommen für gewöhnlich sogenannte Online-Reputation-Verteidiger zum Einsatz. Diese machen dann die Quelle von diesen Gerüchten ausfindig, und gleichzeitig wird auch versucht, diese Quelle dann trockenzulegen. Im Fokus sind dann auch Netzwerke wie Twitter und natürlich Facebook, und sogar Wikipedia kann sich dem nicht entziehen.

Laut dem Handelsblatt gibt es sogar große Unternehmen wie beispielsweise Daimler, die auch auf der Suche sind nach Unwahrheiten, die im Umlauf sind ihr Spitzenpersonal betreffend. Die Zeitung erklärte, in den Printmedien generell sei es „juristisch undenkbar, fortgesetzt Gerüchte zu verbreiten“, denn die Persönlichkeitsrechte werden hier geschützt sowohl durch Gerichte als auch einem Ehrenkodex von den Verlagen selbst. Daher wird seitens der Unternehmen auch eine Entscheidung, sollte sie im Fall Bettina Wulff fallen, auch als ein absoluter Präzedenzfall angesehen.

Tags: , , ,

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

*