Instagram Foto-App für 1 Milliarde an Facebook verkauft

 Instagram gilt als Shootingstar unter den Apps: In nicht einmal 2 Jahren rund 30 Millionen Nutzer zu gewinnen ist für eine Foto-App eine beachtliche Leistung. Nun hat Facebook den beliebten Fotodienst für 1 Milliarde US-Dollar gekauft, ein Angebot, das die beiden erst 26jährigen Gründer von Instagram nicht ausschlagen konnten.

Instagram ist ein Fotodienst, der es mit wenigen Klicks ermöglicht, ein Handyfoto zu bearbeiten und es in verschiedenen Netzwerken zu teilen. Der große Erfolg wird größtenteils der einfachen Bedienbarkeit zugeschrieben, die dennoch beachtliche Ergebnisse mit sich bringt.
Instagram-Fotos heben sich aus der Masse der Handy-Schnappschüsse hervor, 16 verschiedene Filter stehen zur Bearbeitung zur Verfügung. Dabei muss der Nutzer nicht erst einen Volkshochschulkurs belegen, um sich in den Optionen der Bildbearbeitung zurechtzufinden, Instagram „kann jeder“, Weichzeichner, Nostalgie- oder PopArt-Effekt sind nicht länger den Experten vorbehalten.

Im Oktober 2010 konnte Instagram erstmals in Apples App Store heruntergeladen werden. Innerhalb eines Jahres hatten sich bereits 10 Millionen Nutzer registriert. Nachdem Anfang April 2012 die App auch für Android-Nutzer zur Verfügung gestellt wurde, kann man inzwischen von 30 Millionen Nutzern sprechen. 30 Millionen sind im Vergleich zu Facebooks 850 Millionen Nutzern noch nicht überwältigend, doch muss man bedenken, dass Instagram ein reines Foto-Netzwerk ist, das nur über Smartphones funktioniert.
Nun rätseln die Experten, warum Mark Zuckerberg eine Milliarde US-Dollar für einen Foto-Sharing-Dienst ausgibt, obwohl Facebook selbst innerhalb seines Netzwerks ebenfalls das Teilen von Bildern ermöglicht. Es ist das erste Mal, dass sich Facebook ein Unternehmen in dieser Größenordnung einverleibt, und nach eigener Darstellung von Zuckerberg habe man auch nicht vor, so etwas häufiger zu tun. Warum also Instagram?

Laut Gerüchteküche sollen sich auch Google und Twitter sehr für den beliebten Fotodienst interessiert haben. Zuckerberg habe mit seinem üppig dimensionierten Kaufpreis die Konkurrenten und ihre eventuellen Angebote schlichtweg vom Tisch fegen wollen.
Wahrscheinlicher ist, dass Mark Zuckerberg genügend Weitblick besitzt um die Zukunft des mobilen Webs vernünftig einschätzen zu können. Die Etablierung einer so großen Nutzergemeinde wie die von Instagram – trotz Facebook – zeugt von enormem Wachstumspotential.
Deshalb soll Instagram wohl auch nicht in Facebook integriert werden, sondern eigenständig bleiben. Instagram-Nutzer können auch weiterhin in anderen Netzwerken aktiv sein, es soll keinen Facebook-Zwang geben.
Ein kluger Schachzug, wie es scheint. So gibt es keinen Sturm der Entrüstung, und eine ernstzunehmende Konkurrenz ist für Zuckerberg auch nicht zu befürchten, wenn ihm beide Netzwerke gehören. Der Kaufpreis von 1 Milliarde macht bei Facebooks Unternehmensbewertung von 100 Milliarden gerade mal ein Prozent aus – da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.

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