Spotify Musikstreaming: Start in Deutschland

 Musikfans in Deutschland haben lange auf den Musikstreamingdienst Spotify warten müssen, der bereits online in zwölf anderen Ländern sehr erfolgreich seine Nutzer mit Musiktiteln versorgt.
16 Millionen Titel stehen zur Verfügung, wenn jeder Titel im Durchschnitt drei Minuten dauert, birgt Spotify ein Potential für mehr als hundert Jahre.

Was den Musikdienst aus Schweden begehrter macht als andere, sind im Wesentlichen zwei Aspekte: Die Verknüpfung mit Facebook und die Möglichkeit eines kostenlosen Zugangs.
Spotify bietet drei Modelle an, Spotify Free ist dabei die kostenfreie Variante für den User. Sie stellt ihm uneingeschränkt alle Titel ohne Zeitlimit oder Ähnliches zur Verfügung, lediglich eine Unterbrechung durch Werbung etwa alle fünfzehn Minuten ist der zu zahlende Preis für den Nutzer.
Wer lieber werbefrei Musik hören möchte, kann sich mit dem kostenpflichtigen Zugang Spotify Unlimited für monatlich 5 Euro die Werbeeinblendungen ersparen. Spotify Premium als dritte Möglichkeit stellt für 9,99 Euro auch einen mobilen Zugang per Smartphone zur Verfügung, sowie eine höhere Übertragungsqualität, nämlich 320 kBit/s statt 160.

Offene Lizenzfragen standen lange Zeit als fast unüberwindbare Hürden zwischen der deutschen GEMA und Spotify , wodurch sich die Einführng des Streamingportals in Deutschland erheblich verzögerte. In der Zwischenzeit haben sich hierzulande bereits einige andere, ähnlich aufgebaute Musikdienste etabliert. Spotify hat aber noch einen Trumpf im Ärmel, nämlich die schon erwähnte Verknüpfung mit Facebook.

Wer in den Genuss von Spotifys Angebot kommen möchte, muss sich mit seinem Facebook-Konto anmelden. Ziel dieser engen Bindung ist laut Anbieter die Vernetzung von Musik und „dem Sozialen“.
Rein praktisch bedeutet das, dass in der Standardeinstellung im eigenen Profil angezeigt wird, welche Musiktitel man hört. Freunde sollen dadurch Anregungen erhalten, man tauscht sich aus, usw.. Die Musik ist dort, wo auch der Nutzer ist: Bei Facebook.
Eine geschickte Strategie, die für beide Unternehmen eine win-win-Situation darstellt.
Da Spotify innerhalb des Musikprogramms auch noch Features anbietet, die auch für nicht-Facebooker interessant sein könnten, wie etwa Rezensionen aus dem „Rolling Stone“ oder dem britischen „Guardian“, wird vielleicht so mancher Facebook-Account neu entstehen.
Und was sagt nun die GEMA dazu, warum gab sie letztendlich grünes Licht? Laut Spotify-Gründer Daniel Ek ist der Streamingdienst für die Plattenfirmen bereits die zweitgrößte Einnahmequelle im Business mit digitaler Musik in Europa, mancher Musiker würde sich inzwischen allein durch Spotify finanzieren können. Grund genug für die GEMA um nachzugeben? Man weiß es nicht.
Der Vorstandsvorsitzende Harald Heker jedenfalls erklärte, dass Spotify ohne rechtliche Einigung in Deutschland an den Start gegangen sei, über die endgültigen Lizenzbedingungen werde erst am 26. März verhandelt. Bis dahin gelte der für alle Online-Musikdienste festgelegte Streamingtarif vom 1. Januar 2012.

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