LulzSec Hacker an FBI verraten – Anonymous gibt Stellungnahme ab

 Ein herber Schlag gegen die Hackergruppe LulzSec: Ein ehemaliges Mitglied hat für das FBI gearbeitet um selbst dem Gefängnis zu entgehen. Seine Informationen führten jetzt zur Verhaftung der fünf führenden Mitglieder. Der weitaus bekanntere Hacker-Zusammenschluss Anonymous gab dazu eine Stellungnahme ab – natürlich gehackt.

LulzSec wird oft als Splittergruppe von Anonymous bezeichnet, was nicht ganz richtig ist, da es sich bei Anonymous nicht um eine feststehende Gruppierung handelt, sondern um einen losen, zweckgebundenen Zusammenschluss internationaler Hacker. An einigen Aktionen haben auch Mitglieder von LulzSec teilgenommen, so entstand der Zusammenhang.

LulzSec hat eigene Ziele gehabt, die sich schon in der Namensgebung fanden: „Lulz“ als Abwandlung von „LOLs“ (laughing out loud), „Sec“ für Security. Die Gruppierung war darauf spezialisiert Sicherheitslücken – vorzugsweise bei Sicherheitsunternehmen – aufzuspüren und sich sarkastisch darüber lustig zu machen. Damit begnügte man sich allerdings nicht, gehackte Firmen- und Kundendaten wurden recht spektakulär veröffentlicht, Sega, Sony und Nintendo waren betroffen. Auch FBI, CIA und US-Senat blieben vor Angriffen nicht verschont.

Seit dem vergangenen Sommer hatten britische und US-amerikanische Ermittler LulzSec ins Visier genommen und ein vermutliches Mitglied verhaftet. Dessen Identität wurde inzwischen bestätigt, es handelt sich um Hector Xavier Monsegur, Hackername „Sabu“, ein 28jähriger IT-Berater und zweifacher Vater aus New York. Um einer Haftstrafe entgehen zu können, ließ er sich darauf ein mit dem FBI zusammen zu arbeiten. Er half beim Sammeln von Beweisen und unterstützte sogar den Geheimdienst CIA beim Schutz gegen weitere Cyberattacken.
Durch seine Hilfe waren die Behörden nun in der Lage, die weiteren wichtigsten Mitglieder von LulzSec zu verhaften und Anklage zu erheben, darunter angeblich ein erst 16jähriger Londoner Teenager. Ein beteiligter FBI-Beamter ließ verlauten, dass man „Sabu“ mächtig unter Druck setzen musste um ihn zu dem Verrat zu bewegen. „Es war wegen seiner Kinder. Er wollte nicht ins Gefängnis wandern und sie zurücklassen. So haben wir ihn gekriegt“.

Da LulzSec meistens in einem Atemzug mit Anonymous genannt wird, war man gespannt auf die Reaktion der „prominenten“ Hacker-Gruppierung. Die ließ auch nicht lange auf sich warten: Anonymous hackte sich stilecht in die Website von Panda Security, deren Chef der Forschungsabteilung, Luis Corrons, sich kurz zuvor erfreut über die Festnahme der LulzSec-Mitglieder ausgelassen hatte. Zwar bedeute das nicht das Ende von Anonymous, aber wenigstens von LulzSec, und Anonymous beschränke sich ja ohnehin auf DDoS-Angriffe, hatte Corrons ein wenig naseweis geäußert. Diese Aussage wurde von Anonymous mit einem Hack schnell ad absurdum geführt, indem man die eigene Stellungnahme bei Panda Security platzierte und auch gleich noch einige Passwortdateien veröffentlichte.
Anonymous solidarisiert sich mit den Verhafteten und lässt wissen „Verrat ist etwas, das nicht vergessen wird.“

Bildquelle: Wikipedia

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