Endlich gibt es ein Gesetz gegen Internetfallen

Es geht meistens wirklich sehr schnell, oft ist es nur ein einziger Klick, und schon sind etliche Euros weg – viele kennen es, die Rede ist von Abo-Fallen im Internet. Trickbetrüger verdienen damit sehr viel Geld. Um dies zu beenden hat der Bundestag nun ein neues Gesetz verabschiedet, damit solche Abzocken unmöglich gemacht werden. Das nützt zwar den Millionen Deutschen, die bereits darauf hineingefallen sind, rein gar nichts, aber es soll weitere Betrügereien verhindern.

Oft ist es gar nicht so einfach, diese Fallen im Internet zu erkennen, denn sie verstecken sich sehr gut hinter kostenlosen Hausaufgabenhilfen, kostenlosen Songtexten oder auch irgendwelchen Beratungen. Dann klickt der Nutzer vollkommen ahnungslos auf einen Button zur Anmeldung, und schon hat man ein Abo abgeschlossen, das natürlich kostenpflichtig ist. In den meisten Fällen gibt es dafür keinerlei Gegenwert. Dann dauert es meist nicht lange, bis die Rechnung ins Haus flattert. Leider bezahlen viele ganz einfach die Rechnung, auch wenn sie sich gar nicht darüber klar sind, wofür man eigentlich zahlt. Eigentlich möchte man nur weiterem Ärger aus dem Weg gehen.

Viele Betroffene sind eingeschüchtert, weil die Rechnungssteller sehr oft und recht schnell mit Inkasso-Unternehmen und auch Anwälten drohen. Damit soll aber bald Schluss sein, denn nun hat das Plenum des Bundestages heute ein Gesetz beschlossen. Dieses soll die Internethändler dazu verpflichten, dass sie bei jedem Bestellvorgang eine Schaltfläche einblenden müssen die einen Hinweis darauf gibt, wie es mit den Kosten aussieht, die entstehen. Damit habe die Regierung eine recht einfache und klar verständliche sowie auch noch technikneutrale Regelung gefunden, so Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger.

Die Unternehmer werden dadurch auch dazu verpflichtet, alle Vertragsinformationen, die wesentlich sind, „in hervorgehobener Weise“ zur Verfügung stellen zu müssen. Hier geht es ganz besonders um den Gesamtpreis, die man für eine Dienstleistung oder eine Ware zahlen muss, darüber muss der Händler klar und deutlich informieren.

Mit dieser Gesetzesänderung setzt der Bundestag nun eine EU-Richtlinie um, dennoch geht es der Opposition mit dieser getroffenen Regelung immer noch nicht weit genug. Auch SPD und Grüne stimmten diesem Gesetz zu, aber die Grünen brachten noch einen zusätzlichen Antrag ein, der diese Regelung noch weiter ergänzen sollte. Sie forderten darin unter anderem dazu auf, die Position, die der Konsument hat, zu stärken. Auch ein Muster, das verbindlich ist, soll es für die Bestellschaltfläche geben. So würde es eine Erschwerung der Umgehung geben. Allerdings wurde der komplette Antrag mit einer Mehrheit abgelehnt.

Das Forschungsinstitut ifas hat eine Studie erstellt, nach der 5,4 Millionen Nutzer bisher bereit in solche Kostenfallen geraten sind. Bundesweit gehen jeden Monat etwa 22.000 Beschwerden bei den Verbraucherzentralen ein.

 

Bildquelle: Axel Hoffmann  / pixelio.de

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