Neues Bezahlsystem bei Ebay soll vor Betrug schützen

 „3-2-1-meins“ gilt ab nächstem Sommer für die Zahlungen aus Ebay-Verkäufen. Die Internet-Verkaufsplattform will zukünftig die finanzielle Vermittlung zwischen Käufern und Verkäufern selbst in die Hand nehmen.
Nach dem Ende einer Auktion muss der Käufer den Kaufbetrag nicht wie bisher an den Verkäufer überweisen, sondern an Ebay. Der Verkäufer erhält eine Mitteilung, wenn das Geld eingegangen ist und kann dann die Ware versenden. Nach Erhalt der Ware gibt der Käufer sein „okay“, Ebay übermittelt dem Verkäufer die Zahlung, und alle sind zufrieden.
Der Käufer, weil er von Ebay seine Zahlung zurück fordern kann, wenn die Ware nicht der Beschreibung entspricht und auch, weil ein halbseidener Verkäufer nicht einfach sein Geld einstreichen kann ohne Ware dafür zu liefern.
Ebay ist zufrieden, weil gewerbliche Verkäufer in Zukunft eine zusätzliche Gebühr von zwei Prozent zahlen müssen.
Die Verkäufer profitieren von den erweiterten Zahlungsmöglichkeiten für die Kunden und von der erwarteten Steigerung des Umsatzes, wenn durch das sicherere Bezahlsystem das Vertrauen der Kunden wieder hergestellt ist.
So ist der Plan.

Ebay testet das neue Konzept schon seit August 2011 mit 500000 Verkäufern. Nach einigen Startschwierigkeiten, die sich in der Hauptsache bei der Auszahlung des Kaufbetrags an den Verkäufer durch Ebay zentrierten, wurde schon gespöttelt, dass der Slogan „3-2-1-meins!“ nicht länger für den Käufer und den ersteigerten Gegenstand gelte, sondern für die Zahlung und Ebay.

So viel ist sicher: Es wird länger dauern. Als Zeitspanne für die Auszahlung der Beträge für ordnungsgemäß verkaufte Ware wird von Ebay zwischen 7 und 31 Tagen angegeben. Das hängt ganz davon ab, ob man privat oder gewerblich verkauft, ob man ein schon alteingesessener Verkäufer ist oder einen Shop gerade neu eröffnet hat, und wie gut es um die Kundenkommunikation bestellt ist.
Als Käufer sollte einem die Sicherheit der Kaufabwicklung schon ein paar Tage Wartezeit mehr wert sein, letztendlich kann einem viel Ärger erspart bleiben, wenn das System funktioniert.
Die einstige Schnäppchen-Goldgrube hat durch die immer zahlreicheren schwarzen Schafe unter den Verkäufern einiges an Kundenzufriedenheit und –vertrauen eingebüßt. Das neue Bezahlsystem soll die Käufer vor den vielfältigen Betrügereien schützen.

Bezahlt werden kann per Überweisung, Lastschrift, Kreditkarte, PayPal oder Skrill (ex Moneybookers). Die bisher üblichen PayPal-Gebühren entfallen dabei.
Ob es zu weniger Beschwerden kommen wird oder ob es einfach Beschwerden anderer Art geben wird, bleibt abzuwarten.

Bildquelle: aboutpixel.de / Rechnung bezahlen © Hans-Jörg Nisch

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One Response

  1. Als langjähriger Ebay-Powerseller und Händler mit Topp-Bewertung sehe ich nur, dass Ebay seinen Gewinn maximieren will, auf Kosten der Verkäufer. Billigangebote wird es danach nicht mehr geben, die lohnen einfach nicht mehr. Ich werde den Umfang meiner Auktionen radikal einschränken und mir gut überlegen, was ich einstellen werde. Dazu kommt, dass ich dann, aufgrund unterschiedlicher Beträge und Aktenzeichen absolut nicht mehr nachvollziehen kann, welche Überweisung eingegangen ist und welche nicht. Zahlungseingänge waren schon bisher bei Paypal kaum noch nachvollziehbar. Scheint aber volle Absicht zu sein, so kann sich Paypal bzw. Ebay mit der Überweisung Zeit lassen. Fazit: Ebay nutzt seine marktbeherrschende Stellung inzwischen bis zur Schmerzgrenze aus! Es wird Zeit für eine Konkurrenz!

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