Megaupload Kim Schmitz wieder frei

Kim Dotcom, in Deutschland einstmals bekannt als Kim Schmitz, ist gegen Zahlung einer Kaution aus der Haft entlassen worden. Die damit verbundenen Auflagen scheinen erträglich: Kein Internet, kein Hubschrauber, keine Ausflüge.
Im Gegensatz zu den vorherigen Entscheidungen zweier Kollegen sah Richter Nevin Dawson keinen Anlass zur Fluchtgefahr des Internetmillionärs. Das Vermögen ist beschlagnahmt, die Familie befindet sich in Neuseeland, somit bestünde kein Interesse zur Flucht nach Ansicht von Richter Dawson.
Kim Dotcom muss lediglich auf seinem Anwesen in Auckland verbleiben und hat striktes Internetverbot.
Gut vier Wochen war der ehemalige Megaupload-Betreiber in Haft und zeigte sich nun sehr erleichtert, zunächst zu seiner schwangeren Frau und den drei Kindern zurückkehren zu können.

Für die US-Justiz ist das ein harter Schlag, sie will einen harten Kurs fahren und fordert die Auslieferung von Schmitz/Dotcom und seinen Mitarbeitern. Urheberrechtsverletzungen im Internet sind zurzeit ein brandaktuelles Thema, da sich die dadurch verursachten Einnahmeverluste in Millionenhöhe bewegen. Man will Flagge zeigen und hart durchgreifen, bis zu 20 Jahren Haft drohen im schlimmsten Fall. Am 20. August soll voraussichtlich eine Anhörung zu den Auslieferungsanträgen stattfinden.
Paul Davison, Anwalt von Kim Schmitz, gab bekannt, dass sein Mandant gegen die von den US-Behörden erhobenen Vorwürfe u.a. der Internetpiraterie kämpfen wolle. Die Anschuldigungen hätten „keinerlei substanzielle Basis“.

Seit 2005 konnten Nutzer über Megaupload Daten austauschen, was nicht illegal ist. Da die Plattform aber auch zur regen Verbreitung von Raubkopien von Filmen, Software und Musik genutzt wurde und Schmitz und seine Mitarbeiter dies sogar unterstützt haben sollen, geriet das Portal in die rechtliche Schieflage.

Die Vorgeschichte von Kim Schmitz trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass ihm niemand so recht die weiße Weste abnehmen will. Er ist mehrfach wegen Betrugs vorbestraft, hat sich schon einmal einer Verhaftung durch Flucht entzogen, fällt immer wieder auf die Füße und führte zuletzt ein Millionärsdasein in Neuseeland und Thailand, und zwar keineswegs unauffällig. Unauffälligkeit ist auch so gar nicht sein Ding, Größenwahn ist eher eine Eigenschaft, die man ihm zuschreibt.
Schmitz hält sich für einen der intelligentesten Hacker schlechthin und tut dies auch kund. Nach dem tragischen 11.September 2001 gründete er „YIHAT“, was für „Young Intelligent Hackers Against Terrorism“ steht. Ziel der Vereinigung sollte sein, durch Eindringen in Terrornetzwerke auf die Spur von Osama Bin Laden zu kommen, auf dessen Kopf Schmitz auch noch 10 Millionen Dollar aussetzte.
Der Plan scheiterte, doch Kim Schmitz hat ja immer noch eine Idee in der Tasche. Bei seiner Verhaftung in Auckland soll die Polizei Luxusgüter im Wert von dreistelligen Millionenbeträgen sichergestellt haben – erwirtschaftet mit dem von ihm als „Kimpire“ bezeichneten Portalen Megaupload, Megavideo, Megarotic und Megaporn.

Bildquelle: aboutpixel.de / hinter gittern © walter dannehl

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