Telekom Move: Familienmanager oder Mütter-Handy?

 Die Familie soll im Fokus des Telekom Move stehen, einem Smartphone, das der Mobilfunkkonzern exklusiv in Deutschland verkauft. Nur ein Marketing-Konzept, oder hat das Telekom Move tatsächlich Qualitäten, die auf dem Familiensektor herausragen?
Unter dem hiesigen Namen verbirgt sich das Modell U8600 des chinesischen Herstellers Huawei mit Android-Betriebssystem 2.3.5. Ein 3,4 Zoll großer Touchscreen mit 400 x 800 Pixel Auflösung, 512 Megabyte Arbeitsspeicher und ein 800 Megahertz-Prozessor setzen die technischen Eckdaten, mit denen das Telekom Move sich in die Kategorie der Mittelklasse-Smartphones einreihen kann, das System läuft rund und zufriedenstellend.
Eine 5 Megapixel-Kamera ist für Schnappschüsse bei Tageslicht ausreichend, mehr darf man allerdings auch nicht von ihr erwarten.

Alles in allem ein alltagstaugliches Smartphone, in den Rang eines Familienmanagers soll es sich durch die vorinstallierten Apps erheben:

  • Famundo ist ein Familienkalender, auf den alle Familienmitglieder via Internet zugreifen können um beispielsweise Termine einzutragen oder Wünsche auf die Einkaufsliste zu schreiben.
  • In der „Spielecke“ finden sich zwei Spiele und zwei interaktive Hörbücher, mit denen sich Kinder beispielsweise während langweiliger Wartezeiten beschäftigen können.
  • In der „Notfall-Hilfe“ soll, wie der Name schon besagt, schnelle Hilfe im medizinischen Notfall geboten werden durch Hinweise auf richtiges Verhalten bei üblichen Unfällen.
  • Navigon select steht als Navigations-Software kostenlos zur Verfügung
  • Mit der ebay-App kann die vollbeschäftigte Mutter alle laufenden Auktionen auch unterwegs im Blick behalten
  • „barcoo“ bietet umfassende Produktinformationen mit Preisvergleichen und „kaufDA“ liefert Angebotsprospekte aus der näheren Umgebung
  • „Kontakte“ als Adressbuch und „Mediencenter“ als Speicherort für die schönsten Schnappschüsse zum Herumzeigen sind wohl eher Standard auf jedem Smartphone.

Zum Lieferumfang gehört sinnvollerweise auch eine 4 GB Micro-SD-Karte, denn der herkömmliche Speicher ist fast vollständig mit Android belegt. Weiterhin liegt ein USB-Kabel, das auch zum Aufladen dient, bei, ein Headset und eine Tasche mit Kreditkartenfach. Die Rückseite ziert ein florales Design, das auch als Hintergrundbild ausgewählt werden kann.

Damit ist die Zielgruppe des Telekom Move klar umrissen: Wo Blümchen drauf sind, sind Frauen gemeint. Nun mag sich manche Frau beleidigt fühlen, wenn sie auf Kindertaxi und Shopping reduziert wird, wo ihr mit einer Börsenapp oder einer schnellen Twitteranbindung eher gedient wäre, deshalb ist die Zielgruppe weiter einzugrenzen.

Nicht Frauen allgemein, sondern Mütter, die gern unter dem Titel „Familienmanagerin“ agieren, sollen mit dem Telekom Move in der Organisation ihres Alltags unterstützt werden. Ein echter Smartphone-Familienmanager sollte allerdings die Väter nicht außen vor lassen. Um die Klischees der Telekom zu komplettieren, könnte man ja ein Design-Skin mit Automotiven beilegen um die Blümchen überkleben zu können.

 

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