Safer Internet Day 2012: Aktionstag für mehr Sicherheit im Netz

Der 7. Februar 2012 wurde weltweit als Safer Internet Day proklamiert, um international gemeinsam die Sicherheit im Internet in den Fokus zu rücken.
In Deutschland beteiligen sich mehr als 150 Institutionen, Schulen und Unternehmen mit diversen Veranstaltungen zu den Themenschwerpunkten Verantwortung und Sicherheit im Netz. Die EU-Initiative klicksafe.de koordiniert die Aktionen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder rief beim Pressetermin in der Berliner Phorms-Schule zu mehr Eigenverantwortung des Einzelnen auf um Kindern und Jugendlichen mehr Schutz im Netz bieten zu können. Der ehrenamtliche Vorsitzende der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz, Albrecht Bähr, hofft auf mehr soziales Engagement im Internetbereich: „Der Safer Internet Day bietet das richtige Forum, sowohl an den einzelnen User wie an die professionelle Medieninstitution zu appellieren, sich dem Thema Vertrauen und Verantwortung im Netz zu stellen. Nicht Verbote, sondern eine zunehmende, gemeinsame Haltung für ein faires und verantwortungsvolles Miteinander im Netz können den großartigen, globalen Kommunikationsort Internet ein Stück ‚lebenswerter‘ machen.“

Der Schutz der Kinder und Jugendlichen steht bei vielen Events des heutigen Tages im Vordergrund. Mit Workshops, selbstgedrehten Spots oder Handyvideos werden zahlreiche Aspekte behandelt, die speziell die heutige Jugend angehen, Cybermobbing etwa, oder „Pubertät 2.0“. Die Grenzenlosigkeit des Internets stellt junge Menschen täglich vor neue Herausforderungen, für die es bisher weder ethische, noch moralische oder technische Regeln gibt. Der Safer Internet Day weist auf Gefahren beim Umgang mit den sozialen Medien hin und zeigt Wege auf, wie schwierige Situationen bewältigt werden könnten.

Darüber hinaus beschäftigt sich der Tag der Internet-Sicherheit mit Themen, die nicht nur die junge Generation angehen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat beispielsweise einen Leitfaden zur sicheren Konfiguration von Windows-PCs veröffentlicht, der dem Durchschnitts-User ohne umfassende Fachkenntnisse grundsätzliches Wissen über den Schutz des eigenen PCs vermittelt.

Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, sieht in den Sicherheitsbestrebungen seitens der Regierungen die Gefahr der Freiheitsbeschränkung und der Eindämmung des Informationsflusses. Er sprach sich für gezieltere Bekämpfung der Internetkriminalität statt Zensur und Kontrolle aus.

Ein wenig zu kurz gekommen sind beim Safer Internet Day 2012 die Smartphones, die die gleiche Angriffsfläche wie ein stationärer Computer bieten, aber wesentlich schlechter geschützt sind. Einem Großteil der Nutzer ist überhaupt nicht bewusst, was heutzutage technisch möglich ist. Ohne großen Aufwand können Smartphones zum Beispiel bei der Nutzung von öffentlichen W-LANs komplett ausspioniert werden, indem eine Anwendung vorgibt, sie sei der nächste Sendemast, alle Daten abfängt und sie erst dann zum tatsächlichen Sendemast weiterleitet.
Trotz der rasanten Geschwindigkeit technischer Entwicklungen sollte jedem Einzelnen die Frage nach der Sicherheit stets präsent bleiben, wozu der heutige Safer Internet Day 2012 hoffentlich beiträgt.

Bildquelle: aboutpixel.de / Schloß © Klaus Faltner

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