Konkurrenz gemeinsam gegen Google

Logo what google should be Google’s Entscheidung, das eigene Netzwerk Google+ mehr in den Vordergrund zu rücken, indem es bei den Suchergebnissen bevorzugt behandelt wird, ist auf heftige Kritik von vielen verschiedenen Seiten gestoßen. Jetzt haben sich Entwickler von Facebook, Twitter und MySpace zusammengetan und ließen den Reden Taten folgen.

Es ist mehr als ein neuer Look von Google, der unter der Bezeichnung „Search, plus your world“ die Suchergebnisse verändert. Die regulären Suchergebnisse werden durch Ergebnisse aus dem Google+ Netzwerk in einem Extra-Feld „People and Pages“ ergänzt, allerdings nur, wenn der Nutzer mit seinem Google-Account eingeloggt ist.

Bei Facebook, Twitter und MySpace rief dieses Verfahren großen Ärger hervor, da deren eigene Social Network-Seiten deutlich benachteiligt wurden. Laut Gerüchteküche haben sich drei Entwickler der Portale  inoffiziell an einem Wochenende zusammengesetzt und eine Browser-Erweiterung gebastelt, die in dem Kasten „People and Pages“ statt Google+-Seiten die Seiten aus dem social web anzeigt, die der Google Algorithmus selbst auswerfen würde, wenn Google nicht zugunsten seines eigenen Netzwerks eingreifen würde. Meistens sind das Twitter-Seiten, die tatsächlich häufig deutlich aktueller sind.

Die in ein Bookmark verpackte Javascript-Datei lässt sich ganz einfach in die Lesezeichenleiste ziehen und prangt dort unter dem Namen „Don’t be evil“. Das ist eine freche Anspielung auf das hauseigene Google-Motto, aber die Dreistigkeit geht noch einen Schritt weiter: Lässt man sich mit „Don’t be evil“ die Suchergebnisse anzeigen, wird das Google-Logo von Text umrandet, sodass da steht “what Google should be“.

Da wird heftig mit dem Feuer gespielt, denn dass Google das so hinnehmen wird, ist unwahrscheinlich und kann rechtliche Konsequenzen haben. Aber vielleicht gehört das auch zum einkalkulierten Risiko dieses Gegenschlags.

Man kann sich fragen, was Facebook, Twitter & Co denn eigentlich erwarten? Seit Google sein eigenes Netzwerk ins Webleben gerufen hat, ist das Unternehmen nicht mehr nur beliebteste Suchmaschine, sondern auch Konkurrent. Twitter hatte bis letztes Jahr einen Vertrag mit Google, wollte diesen aber nicht verlängern. Warum sollte Google dann weiterhin Twittermeldungen bevorzugt präsentieren, und auch noch „für lau“?

Wer unbedingt Facebook-, Twitter- oder MySpace-Beiträge zu einem Thema sehen möchte, könnte ja direkt vor Ort suchen. Und wer überhaupt keine social web-Ergebnisse sehen möchte, sondern nur reguläre Suchergebnisse, der braucht sich ja nur nicht einzuloggen.

Der Kampf der Giganten spielt sich bisher nur auf der englischsprachigen google.com-Seite ab, nach Deutschland kommt ja alles erst ein bisschen später. Bis dahin werden sicherlich noch einige Runden ausgetragen werden, ein Sieg durch k.o. ist aber nicht zu erwarten.

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