Gastzugang bei Smartphones

PIN für Gastzugang Das eigene Smartphone zu verleihen, und sei es nur kurz, ist zu einer heiklen Angelegenheit geworden. Allzu viel kann es über seinen Besitzer verraten, auf die Schnelle lässt sich gar nicht überblicken, welche Information gerade ungeschützt offenliegt.

Eine gute Lösung wäre ein Gastzugang auf dem Smartphone, wie er auf einem PC selbstverständlich ist. Was niemanden etwas angeht, bleibt verborgen, und dem Gastnutzer stehen nur einige Grundfunktionen sozusagen „nackig“ zur Verfügung.

Natürlich hat jedermann das Recht, schlichtweg „Nein“ zu sagen, wenn er um ein kurzes Ausleihen des Smartphones gebeten wird. Bei fremden Menschen ist das sogar zu empfehlen, schließlich ist es ein beliebter Trick unter Handydieben, eine dringende Angelegenheit oder einen Notfall vorzutäuschen und dann mit High Speed und dem „geliehenen“ Gerät davonzulaufen.

Zu Freunden, Bekannten oder Arbeitskollegen  „Nein“ zu sagen auf die harmlose Frage „Kannst du mir mal eben dein Handy leihen?“, lässt einen dagegen schnell in einem ungünstigen Licht erscheinen. „Was hat der denn zu verbergen?“ ist der Gedanke, der dem Gegenüber vom Gesicht abzulesen ist.

Nun, es gibt eine ganze Menge Sachen, die nicht jeder von einem wissen muss, auf die man aber sogar versehentlich stoßen könnte, wenn man wirklich nur kurz mit einem fremden, ungewohnten Smartphone telefonieren will. Einmal das falsche Icon auf dem Touchscreen angetippt, und es könnte sich eine Kontaktliste entrollen, auf der alphabetisch „Amanda, Beatrice, Charlotte, Doris, Elena, Friederike…“ verzeichnet sind. Was für einen Eindruck man damit wohl hinterlässt…

Die Facebook-App könnte noch geöffnet sein oder die Seite des Dating-Portals. Jemand könnte die App von „My little Pony“ entdecken oder die Schnappschüsse vom Junggesellenabschied.  In der WordPress-App befindet sich noch ein halbfertiger Blogbeitrag über das letzte Anti-Agressions-Training.

Ein Smartphone bietet oft ähnlich intime Einblicke wie ein Tagebuch, und am liebsten möchte man es niemandem, auch nicht nur kurz, überlassen. Zu sagen „Okay, aber bleib neben mir stehen, damit ich aufpassen kann“ ist auch keine Alternative.

Greg Kumparak, Autor bei Techcrunch, schlägt daher vor: Ein Bildschirm, zwei PINs. Einen für den Besitzer, einen für Verleih-Momente. Private Ordner, Icons und Verknüpfungen sind ausgeblendet, nur die Grundfunktionen stehen zur Verfügung.

Zwar wurden schon Passwort-geschützte Apps entwickelt, um beispielsweise Kindern einen Zugriff zu verwehren,  aber es gibt bei allen technischen Möglichkeiten scheinbar noch keinen systemübergreifenden Schutz für den Fall der Fälle.

Das sollte eigentlich kein unlösbares Problem für Google, Apple oder Microsoft ein.

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