Soziale Netzwerke für Senioren: Roll Facebook!

Rollator mit Gefällt mir-Logo Der Vormarsch der Silberhaarigen in den sozialen Netzwerken ist unaufhaltsam, und das ist auch gut so. 60 Prozent der User zwischen 50 und 69 Jahren sind in diversen Online-Communities registriert, davon 32 Prozent bei Facebook. Ebenfalls sehr beliebt ist Stayfriends, weil es in sich geschlossener und eher auf das Wesentliche, nämlich  frühere Schulfreundschaften, beschränkt ist.

Älteren Jahrgängen geht es weniger um die unter Jugendlichen so beliebte Selbstdarstellung, sondern mehr um Freundschaften und soziale Kontakte. Und auch wenn für viele jungen Menschen jeder über dreißig in die Kategorie „alt“ fällt, muss dennoch differenziert werden: Jemand, der mit 50 in der Mitte seines Lebens steht, beruflich etabliert ist, aus den Kind- und-Beruf-Sorgen heraus, möchte oft noch einmal durchstarten und nicht mit Rollatoren in Verbindung gebracht werden.

Wobei die über 70jährigen keinesfalls abgewertet werden sollten. Gerade wenn einen altersbedingte Zipperlein plagen, ist es bewundernswert, wenn jemand trotz seiner physikalischen Herausforderungen noch gewillt ist dazuzulernen und das Internet als Quelle sozialer Kontakte zu nutzen statt zu resignieren.

Der Handysektor ist der Entwicklung in den sozialen Netzwerken vorausgegangen: Rund 72 Prozent aller Senioren besitzen inzwischen ein Mobiltelefon, im vergangenen Jahr waren es nur 61 Prozent. Der Markt brachte zahlreiche Modelle hervor, die besser auf die Bedürfnisse älterer Jahrgänge abgestimmt sind, mit extragroßen Tasten für nachlassende Sehfähigkeit beispielweise, mit Notfalltasten oder akustischer Verstärkung.

Für ältere Menschen bietet ein Handy Sicherheit und mehr Flexibilität im Alltag, das Interesse für YouTube-Videos via Smartphone hält sich sehr in Grenzen. Zu hoffen bleibt, dass sich die Entwickler auch um mehr seniorengerechte Apps Gedanken machen, da wartet noch ein weites Feld auf seine Bearbeitung.

Volkshochschulen, Altenheime und karitative Organisationen bieten schon seit Jahren seniorengerechte Computerkurse an, die Hemmschwelle, sich mit den neuen Technologien auseinander zu setzen, ist längst überwunden. Neues Selbstbewusstsein wird geweckt und stärkt den Lebensmut, der letzte Lebensabschnitt kann vielfältiger gestaltet werden, als man je zu hoffen gewagt hat. Inhaber von Seniorentickets der deutschen Bahn buchen ihre Verwandschaftsbesuche bequem von zu Hause aus, Familienzusammenkünfte werden über Facebook organisiert, Communities mit gemeinsamen Interessensgebieten bei Google gefunden und Inkontinenzeinlagen diskret über Online-Apotheken geordert. Respekt!

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One Response

  1. Heißt das, dass Altenheime jetzt zu Internet-Cafes umgebaut werden müssen? 😉

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