Anonymous hackt Sicherheitsexperten Stratfor

Guy Fawkes-Maske Die Hacker-Kooperative Anonymous hat wieder zugeschlagen: Ziel war die US-Sicherheitsfirma Stratfor, von deren Server Anonymous Tausende von Kundendaten entwendet hat.

In einem zweiten Schritt haben die Online-Aktivisten die gehackten Kreditkartennummern dazu verwendet um á la Robin Hood Gelder umzuverteilen. Sie tätigten Überweisungen von den Kundenkonten an wohltätige Organisationen, nach ihren eigenen Angaben soll eine Million Dollar verschoben worden sein.

Stratfor berät Unternehmen in Sicherheitsfragen, zu den Kunden zählen unter anderen auch Apple, das US-Verteidigungsministerium und die Deutsche Bank. Über Twitter wurde bereits ein Bruchteil der Kundenliste veröffentlicht, laut Anonymous wurden etwa 90000 Zugangsdaten für Kreditkarten gehackt. Die Daten seien unverschlüsselt im Klartext zusammen mit den Adressen bei Stratfor gespeichert gewesen, heißt es in einem Tweet eines Anonymous-Mitglieds.

Das ist mächtig peinlich für ein Unternehmen wie Stratfor, das politische, ökonomische und militärische Analysen anbietet, um Sicherheitsrisiken für große Unternehmen zu reduzieren.  Zwar wurde der Server nach Bekanntwerden des Großangriffs abgeschaltet, doch zur Schadensbegrenzung war es bereits zu spät. Screenshots getätigter Online-Überweisungen kursieren bereits im Netz.

In einem Bekennerschreiben von Anonymous wird auch die Haft des US-Soldaten Bradley Manning angeführt. Manning gilt als die „WikiLeaks-Quelle“, er soll geheimes Informationsmaterial von US-Botschaften an die Web-Plattform weitergegeben haben.

„Während die Reichen und Mächtigen sich an ihren gutbürgerlichen Geschenken und verschwenderischen Mahlzeiten erfreuen, hat unser Kamerad Bradley Manning in der Haft keine so gute Zeit“, erinnern die Aktivisten, die zuvor schon solidarisch für WikiLeaks eingetreten waren. „Wir wollen, dass Bradley Manning an diesem Lulzxmas ein köstliches Essen bekommt. Wir wollen, dass er draußen in einem schicken Restaurant seiner Wahl essen kann, und wir wollen, dass dieses in weniger als fünf Stunden passiert.“

Mit dieser Operation scheint Anonymous neue Wege zu gehen. Bisher konnten die Aktivisten im Internet eine große Schar an Sympathisanten verbuchen, weil die Ziele ihrer Aktionen im Kern „gut“ waren. So legten sie beispielsweise eine Pädophilen-Plattform lahm, nahmen den Kampf gegen mexikanische Drogenkartelle auf und traten nachhaltig für die Meinungsfreiheit im Internet ein. Man bewunderte ihren Schneid und die pfiffigen Ideen. Beim Kontenzugriff hört allerdings für viele der „Spaß“ auf, mehr Kritik als zuvor wird laut, Anonymous wird als Bedrohung empfunden.

In den Medien wird derzeit berichtet, dass Kritikern der jüngsten Aktion Sanktionen seitens der Hacker angedroht wurden. Dass Anonymous kein eingetragener Verein, sondern ein loser Zusammenschluss einzelner Aktivisten ist, war bisher der große Vorteil der Kooperative, man bekam sie nicht zu fassen. Es kann aber auch jeder Hans und Franz mit einer Guy-Fawkes-Maske ein Statement im Namen der Gruppe abgeben, ob sie dahintersteht oder nicht.

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