IT-Trend 2012: Noch mehr Überwachung am Arbeitsplatz

Kameraüberwachung am Arbeitsplatz

aboutpixel.de / big brother ... © Rolf Bork

Das Marktforschungsinstitut TNS Global hat in einer Studie aufgezeigt, in welche Richtung sich die IT-Trends der Zukunft bewegen. Auffällig ist dabei die zunehmende Überwachung in Büros durch Digitaltechnik.

Bereits jetzt werden schon im Durchschnitt 28 Prozent aller E-Mails der Mitarbeiter in Unternehmen weltweit überprüft, bei großen Unternehmen sind es sogar schon 38 Prozent.

Mit Videoüberwachungen bis in den Toilettenbereich erregten im vergangenen Jahr einige Arbeitgeber Aufsehen in den Medien, ID-Karten mit integriertem Chip sind in High-Tech Unternehmen beliebt. Damit wird nicht nur der Einlass in geschützte Unternehmensbereiche reguliert, man kann darüber hinaus auch alle Wege eines Mitarbeiters innerhalb eines Gebäudes nachvollziehen, wenn dort entsprechende Funkempfänger installiert sind. Wer sich dann nachgewiesenermaßen überdurchschnittlich oft in der Kaffeeküche oder am Schreibtisch der netten Kollegin aufhält, gerät in Erklärungsnotstand.

Die Möglichkeiten der technischen Überwachung reichen aber noch viel weiter, eine Kontrolle der Verlaufsordner auf PCs ist fast schon Kinderkram gegen beispielsweise die Aufzeichnungen aller Mausbewegungen und Tastatureingaben.

Vorbei sind also nicht nur die Zeiten der recht schlichten Stempeluhr, die lediglich das Kommen und Gehen verzeichnete, sondern auch die Zeiten, in denen ein Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wachsen konnte.

Ein gläserner Mitarbeiter bietet Möglichkeiten der zeitlichen Optimierung von Arbeitsabläufen, nicht aber der qualitativen. Wer seinem Mitarbeiter vorrechnet, was ihn das tägliche 5-Minuten-Schwätzchen mit der Kollegin in der Woche, im Monat und aufs Jahr gesehen kostet, vergisst dabei den nicht messbaren Zufriedenheitsfaktor und auch den Effekt der Inspiration durch Austausch.

Die Softskills am Arbeitsplatz werden von Arbeitgebern oft unterschätzt; Arbeitnehmer dagegen wissen, dass die Kollegin, die man immer ansprechen oder etwas fragen darf, die Neulingen freundliches Entgegenkommen zeigt und sie mit einbezieht, die nach dem Befinden des kranken Kindes fragt, genau aus dem Stoff ist, der aus lauter Einzelteilen ein funktionierendes Ganzes macht.

Sie hat dann zwar selbst weniger Mausbewegungen zu verzeichnen, sorgt aber dafür, dass die Summe der Mausbewegungen steigt.

Zufriedene, ausgeglichene Mitarbeiter und ein gesundes Betriebsklima sorgen für erhöhte Produktivität und auch für einen niedrigeren Krankenstand. Misstrauen, Kontrolle und die zeitliche Peitsche dagegen mögen kurzfristig zu messbaren Erfolgen führen, langfristig und umfassend gesehen aber eher nicht.

Wie immer ist der goldene Mittelweg zu suchen. Natürlich ist es nicht in Ordnung, während der Arbeitszeit ebay-Geschäfte zu erledigen, bei Facebook seine Langeweile zu posten oder gar hinter verschlossener Bürotür einen Porno anzusehen. Ein zufriedener, wertgeschätzter Mitarbeiter empfindet aber wohl genug Loyalität um gar nicht erst auf solche Ideen zu kommen.

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