Google+ mit Gesichtserkennung

Maske vor Gesichtserkennung

Bild: Luthien / aboutpixel.de

Auch das soziale Netzwerk Google+ führt jetzt die automatische Gesichtserkennung auf Bildern ein. Anders als bei Facebook wird die neue Funktion aber nicht über die Köpfe der User hinweg einfach aktiviert, Google überlässt es dem Nutzer selbst, ob er davon Gebrauch machen möchte oder nicht.

„Find my face“ heißt das neue Element bei Google+, mit dem Personen auf Bildern erkannt und markiert werden können. Wichtigste Grundvoraussetzung: Der Nutzer wird zunächst gefragt, ob er daran teilnehmen möchte. Ist er einverstanden, wird von ihm ein digitales Gesichtsmodell erstellt auf der Basis bereits hochgeladener Fotos. Je mehr Fotos dafür zur Verfügung stehen, desto genauer wird das Gesichtsmodell aufgrund verschiedener Perspektiven. Mit etwa zehn Bildern soll die Gesichtserkennung gut funktionieren.

Wenn dann ein Bekannter bei Google+ ein Bild hochlädt, auf dem Nutzer X abgebildet ist, schlägt „Find my Face“  dem Bekannten vor, Nutzer X namentlich zu markieren. Dieser Markierung muss Nutzer X selbst aber auch zustimmen. So soll verhindert werden, dass man zum Beispiel auf wilden Partybildern markiert wird, die einem zum Nachteil gereichen könnten.

Google hat aus den Fehlern von Facebook gelernt und ist sehr bemüht, die Privatsphäre des Einzelnen nach seinen Wünschen zu respektieren. Als Facebook seinerzeit die Gesichtserkennung einführte, wurde das Zuckerberg-Imperium dafür von Datenschützern schärfstens kritisiert. Facebook aktivierte die Funktion automatisch ohne Zustimmung der Nutzer und wies lediglich darauf hin, dass man als Nutzer ja die Möglichkeit zur Deaktivierung habe. Damit erlitt Facebook nicht nur einen deutlichen Imageverlust, sondern befindet sich seitdem auch in einem gerichtlichen Verfahren mit einer deutschen Datenschutzbehörde.

Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar gehört zu den bekanntesten Streitern gegen die permanenten Datenschutzverletzungen in sozialen Netzwerken. Ihm stellte Google vorab die Details von „Find my Face“ vor. Caspar äußerte sich vorsichtig-optimistisch: „Es scheint, als wolle Google das Recht auf informationelle Selbstbestimmung achten und die User mitnehmen“. Endgültige Aussagen waren aber noch nicht zu treffen, da ihm nur das Konzept, nicht aber die reale Funktion in Aktion vorgelegt wurden. Trotzdem zeigte Caspar sich erleichtert über den positiven Ansatz von Google.

Wenn der Konzern rücksichtslos alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen würde, könnte man eines Tages anhand eines Handyfotos eine Person via Google-Suchmaschine identifizieren. Alptraum der Datenschützer! Googles Beauftragter für den Datenschutz, Peter Fleischer, versicherte jedoch nachdrücklich, dass das nicht Ziel der Gesichtserkennung sei. „Find my Face“ soll keineswegs in die öffentliche Suche eingebunden werden, sondern nur unter Bekannten der eigenen Google+-Kreise wirken.

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