Alternative zu Facebook: Diaspora

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Von Diaspora konnte man in den vergangenen anderthalb Jahren immer mal wieder lesen. Vier Informatikstudenten der New Yorker Universität starteten das Diaspora-Projekt, ein dezentrales, quelloffenes, soziales Netzwerk, das ohne die umstrittenen Datensammlungen von Facebook und Google+ auskommt.

Oh nein, nicht noch ein soziales Netzwerk!?

Diaspora ist tatsächlich anders, weil dahinter eine Non-Profit-Organisation steht. Gerade die aktuelle Diskussion um den – kaum vorhandenen-  Datenschutz bei den beiden großen Netzwerken bietet Diaspora die Möglichkeit, sich als echte Alternative darzustellen.

Google+ und Facebook sammeln alle Daten, die der Nutzer bewusst oder unbewusst von sich preisgibt, um zielgenaueste Werbung einzublenden.  Durch die Millionen von Nutzern ergeben sich Milliarden Umsätze für die Internetgiganten. „Stört mich nicht,“ sagen viele, aber um die Werbeumsätze geht es in der Datendiskussion auch eher am Rande. Es geht darum, dass niemand mehr die Kontrolle darüber hat, welche Daten von ihm wo und wofür gespeichert werden.

Das ist der Punkt, an dem Diaspora einen ganz anderen Ansatz hat: „Jeder soll seine persönlichen Daten selber besitzen und verwalten können und ganz genau bestimmen, welche Inhalte er wem zugänglich macht“ erklärte der deutsche Diaspora-Sprecher Falko Kraft.

Wer möchte, kann seinen eigenen Server aufbauen und diesen dann in das Diaspora-Netzwerk integrieren. „Pods“ werden diese Server genannt, die privat oder öffentlich gehalten werden können. Es gibt ein Directory mit öffentlichen Pods, die man nutzen kann und die miteinander vernetzt sind, aber es besteht keine zentrale Möglichkeit der Datenspeicherung. Das würde auch massiv gegen die Philosophie von Diaspora verstoßen.

Aufgebaut und nutzbar ist das alternative Netzwerk ähnlich wie Google+, statt  „Circles“ hat man dort  „Aspects“, für die man separat entscheiden kann, was mit wem geteilt wird.  Auch über gemeinsame Interessen oder Themen kann man zueinander finden und sich vernetzen. Hashtags, die man von Twitter her kennt, führen auch bei Diaspora zum Ziel. Ein Fotodienst, mit dem man Alben anlegen und Bilder teilen kann, besteht bereits, allerdings noch keine Schnittstelle zu Spieleseiten.

Sehr fortschrittlich ist das Eingabefeld für das Geschlecht, man hat nicht nur die Wahl zwischen „männlich“ und „weiblich“, sondern kann seine Sexualität selbst definieren und formulieren.

Finanziert wird das Netzwerk übrigens allein durch Spenden. Über 200.000Dollar konnten schon in die Entwicklung investiert werden.

Ende November soll das Diaspora-Projekt in eine offene Betaphase eintreten und jedermann und –frau zugänglich sein, anmelden kann man sich schon jetzt, z.B. auf dem größten deutschen Pod geraspora.de.

Bisher tummelten sich bei Diaspora vornehmlich IT-Technik-Freaks, wie es zu Beginn von etwas Neuem auf diesem Sektor üblich ist. Wie das alternative Netzwerk von der Allgemeinheit angenommen werden wird, bleibt abzuwarten, der Mensch ist ein Gewohnheitstier…

Sehr bitter für die jungen Gründer: Einer der vier, Ilya Zhitomirskiy, starb am vergangenen Wochenende im Alter von 22 Jahren. Eine offizielle Todesursache wurde noch nicht bekannt gegeben.

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