YouTube presents: Bundeskanzlerin zur Hanffrage

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Zwischen dem 19. Oktober und dem 7. November 2011 hatten alle Bürger die Gelegenheit, über den YouTube-Kanal der Bundesregierung Fragen an Bundeskanzlerin Merkel zu richten. Rund 2000 Fragen wurden gesammelt und zur allgemeinen Bewertung veröffentlicht.  So ergab sich ein Interessens-Ranking, dessen Top Ten Frau Merkel ebenfalls via YouTube beantworten will.

Man durfte gespannt sein, welches Thema die Gemüter am meisten bewegt. Der Euro und die Rettungsschirme? Eine Zeit lang sah es so aus, als würde sich der Online-Dialog zwischen der Bundeskanzlerin und den Bürgern wenig fruchtbar gestalten. Fragen wie „Wollt ihr da oben uns eigentlich alle verarschen?“ sind rein rhetorisch und wenig konstruktiv. Allmählich zeichneten sich aber doch Trends ab, der Ärger über die  Ungleichbehandlung von Beamten und Arbeitern beispielsweise, die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Reich und Arm oder die mangelnde Transparenz der deutschen Politik für den Bürger.

Eine große Überraschung aber ist die Frage, die mit großem Abstand vorn auf Platz 1 liegt:

„Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualität und THC-Gehalt) zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabissteuern zu finanzieren?“ Gestellt wurde die Frage von Deutschen Hanfverband, mehr als 4000 Menschen bewerteten sie mit „Daumen hoch“. Zum Vergleich: Die Frage auf Platz 2, „Warum gibt es 980 Online Petitionen die sich derzeit in parlamentarischer Prüfung befinden? Warum werden Petitionen mit mehr als 50.000 (!) Mitzeichnern seit über 2 Jahren ohne Ergebnis geprüft?“, hat gut 3000 Stimmen weniger.

Der Deutsche Hanfverband freut sich über diese Gelegenheit etwas mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und rief über Facebook und YouTube zur Unterstützung auf. Mit Erfolg, denn durch die Top-Platzierung wird Frau Merkel dazu ein Statement abgeben müssen. Erwartet wird vom Deutschen Hanfverband nicht mehr als eine „gute, ablehnende Antwort“.

Die Antworten der Bundeskanzlerin werden in einem 20minütigen Interview gegeben, das in drei Teilen am 18., 21. und 23. November ebenfalls auf YouTube zu sehen sein wird. Echte Bürgernähe kommt so wohl nicht zustande, aber immerhin ist ein Kanal zwischen Regierung und Bürgern dort entstanden, wo sich die Menschen befinden und ansprechbar sind. Es erinnert an das alte Prinzip „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten“, und das ist doch so übel nicht.

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