Aus für Adobe Mobile Flashplayer

Logo Adobe FlashplayerDer amerikanische Software-Hersteller Adobe hat bekanntgegeben, dass der Konzern  künftig nicht mehr in die Entwicklung des Adobe Flashplayers für mobile Geräte investieren wird.  Mobile Betriebssysteme sollen zwar weiterhin mit sicherheitsrelevanten Updates versorgt werden, es wird aber keine neue mobile Flash-Version mehr geben.

Mit dieser Entscheidung wird eine lang andauernde Diskussion beendet, die der kürzlich verstorbene Apple-CEO Steve Jobs öffentlich losgetreten hatte. Jobs sprach sich seinerzeit ganz klar gegen Flash auf iPhones und iPads aus. Als Hauptgrund gab er im letzten Jahr in einem offenen Brief an Adobe an, dass Apple keine Dritthersteller-Softwareschicht zwischen die Plattform und die Entwickler treten lassen möchte, da man aus schmerzhafter Erfahrung wisse, dass unterdurchschnittliche Apps die Folge seien. Neuentwicklungen kämen nur schleppend voran, wenn der dritte Beteiligte nicht im gleichen Tempo mitziehe.

Jobs bezeichnete Flash auch als Relikt einer vergangenen Ära mit zu vielen Schwachstellen, der Focus für die Zukunft läge eher bei HTML5. Das wiederum stritt man bei Adobe gar nicht ab, man ist dort selbst mit der Entwicklung von HTML5 beschäftigt, aber der Verriss von Jobs zog einen Meinungsumschwung hinter sich her, der alle Zweifler, die noch überlegten, ob sie sich nicht lieber auf die Android-Seite schlagen sollten, weil iPhones eben kein Flash abspielen konnten, auf seine Seite zog.

Der neue Webstandard HTML5 kommt ganz ohne Abspielsoftware für multimediale Inhalte aus, und nun – vielleicht nur ein wenig beschleunigt durch Steve Jobs – flog der mobile Flashplayer im Rahmen einer umfangreichen Umstrukturierung des Unternehmens aus dem Programm.

Der Desktop-Flashplayer bleibt von den Veränderungen unberührt, Adobe möchte Flash zur Nutzung digitaler Medien und besonders den Gaming-Bereich  weiter ausbauen.

Außerdem orientiert sich die Adobe-Strategie künftig stärker am Enterprise-Geschäft, ließ Harald Esch, Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz, bereits im Juli verlauten.  Mit der im August eingeführten „Adobe Digital Enterprise Platform“ (ADEP) hat man mehrere Business-Software-Lösungen für große Unternehmen im Angebot, und in diesem Bereich erwartet Adobe auch sein größtes Wachstum.

Die Neustrukturierung betrifft nicht nur die Produktpalette:  Auch 750 der insgesamt 9100 Mitarbeiter müssen gehen.

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